Nato-Operation „Baltic Sentry“

Ostsee-Kabel: Scholz warnt Putin und seine „Schattenflotte“ mit Nato-Operation

  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
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In der Ostsee ist erneut ein Seekabel beschädigt worden. Die Ermittlungen laufen – der SPD-Kanzlerkandidat Scholz richtet sich indirekt an den Kremlchef.

Berlin – Das jüngst beschädigte Ostsee-Kabel wird von manchen der „Schattenflotte“ von Kremlchef Wladimir Putin zugeschrieben. Auch Kanzler Olaf Scholz (SPD) hat jetzt vor derartigen Gefahren aus Moskau gewarnt. Der jüngste Vorfall „zeigt, welche Bedrohung von der russischen Schattenflotte ausgeht“, sagte Scholz an diesem Dienstag (28. Januar) bei einem Pressestatement mit der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen in Berlin.

Vor Bundestagswahl: Scholz betont erhöhte Verteidigungsausgaben

„Mit der Nato-Operation ‚Baltic Sentry‘ werden wir den Schutz der Ostsee und der kritischen Infrastruktur auf dem Meeresboden verbessern“, fuhr Scholz – SPD-Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl – fort. Die Nato bleibe der „Garant für unsere gemeinsame Sicherheit“. Daher hätten viele Mitgliedstaaten in den vergangenen Jahren ihre Verteidigungsausgaben „deutlich“ erhöht.

Auch Frederiksen sagte, in Europa müsse mehr getan werden. „Wir müssen mehr Verantwortung für unsere eigene Sicherheit und für die Stärkung unserer Verteidigungsindustrie übernehmen“, sagte die dänische Regierungschefin.

Nato-Operation „Baltic Sentry“: ein beteiligtes Überwachungsflugzeug der französischen Marine in Hamburg (Januar 2025)

US-Präsident Trump fordert Fünf-Prozent-Ziel bei Verteidigungsausgaben der Nato-Staaten

Der neue US-Präsident Donald Trump hatte den Europäern in der Vergangenheit mit dem Ende des Nato-Beistandspakts gedroht, sollten sie nicht genug in ihre Verteidigung investieren. Er forderte von den Nato-Staaten jeweils Ausgaben in Höhe von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts, derzeit liegt die sogenannte Nato-Quote bei mindestens zwei Prozent.

Nato: Die wichtigsten Kampfeinsätze des Verteidigungsbündnisses

Seit ihrer Gründung am 4. April 1949 hat sich die Rolle des Nordatlantik-Pakts Nato stark verändert. Aus dem Bündnis, das  vorrangig der Verteidigung diente, wurde in den 1990ern eine global eingreifende Ordnungsmacht. Ihren ersten Kampfeinsatz leistete die Nato, deren Hauptquartier sich seit 1967 in Brüssel befindet, im Jahr 1995.
Ihren ersten Kampfeinsatz startete die Nato am 30. August 1995 mit der Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild).
Bei der Operation kam es zum ersten Kampfeinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Zweiten Weltkrieg. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze. 
Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. Nato-Befehlshaber Leighton Smith (Mitte) und UN-Balkankommandant Bernard Janvier (rechts) konnten sich schon am Tag davor am Flughafen von Sarajevo als Sieger fühlen.
Die Nato-Streitkräfte waren auch im Kosovo-Krieg im Einsatz. Anlass für den Angriff der Nato im Rahmen der Operation „Allied Force“ war die Nichtunterzeichnung des Vertrags von Rambouillet durch den serbischen Präsidenten Slobodan Milošević (rechts, hier mit dem damaligen deutschen Außenminister Joschka Fischer). Offizielles Hauptziel war, die Regierung Miloševićs zum Rückzug der Armee aus dem Kosovo zu zwingen.
Nato: Die wichtigsten Kampfeinsätze des Verteidigungsbündnisses

Kabelschaden in Ostsee während Ukraine-Krieg: Lettland schickt Marinetaucher 

Die Nato hatte wegen der Serie mutmaßlicher Sabotageakte in der Ostsee verstärkte Patrouillen angekündigt. Mit Kriegsschiffen, Aufklärungsflugzeugen, Satelliten und Drohnen will das Verteidigungsbündnis bei der Mission „Baltic Sentry“ das Seegebiet überwachen.

Lettlands Armee beteiligt sich mit Marinetauchern an der Aufklärung. Ein Team von Tauchern ist nach Angaben der Streitkräfte auf dem Weg zu der Schadenstelle im Meeresgebiet zwischen Lettland und Schweden. Dort weitere Anhaltspunkte sammeln, hieß es in einer Mitteilung. Unterstützt werden sollen die Taucher dabei von Schiffen der schwedischen Küstenwache.

Sabotage in der Ostsee: Putin und seine „Schattenflotte“ im Ukraine-Krieg unter Verdacht

Als mutmaßlicher direkter Verursacher der Ostsee-Kabelschäden gilt Putins „Schattenflotte“ von oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen, mit denen Russland das im Zuge des Ukraine-Krieg verhängte Öl-Embargo umgeht. (AFP/dpa/frs)

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