Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Deutschland-Wetter rauscht jetzt komplett ab: Kälte, Regen, sogar Schnee – exaktes Datum steht fest

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Ein Kälteeinbruch zur Unzeit: Die Temperaturen rauschen in den Keller. Der Hochsommer bricht zusammen – mit Regen, Kühle und sogar Schnee. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Was sich für viele nach einem schlechten Scherz anhört, wird ab Montag (28. Juli) Realität: Kalte Luftmassen arktischen Ursprungs strömen nach Deutschland und sorgen für einen markanten Temperatursturz. Die Wettermodelle sind sich mittlerweile einig – die Großwetterlage kippt und bringt uns ein regelrechtes „Sommer-Aus“ auf Raten.

Hochsommer ade: Der Wetter-Absturz in Deutschland beginnt

In den Höhenlagen der Atmosphäre liegen die Temperaturen dann teils bis zu 7 Grad unter dem langjährigen Mittel. Das bedeutet: Auch am Boden wird es empfindlich kühl. Statt sommerlicher 25 bis 30 Grad schafft es das Thermometer mancherorts kaum noch über die 20-Grad-Marke. Besonders betroffen sind der Norden und die Mitte Deutschlands, wo kalter Wind und dichte Wolken das Gefühl von Spätsommer oder gar Frühherbst aufkommen lassen.

Montag (28. Juli) und Dienstag (29. Juli) strömen für die Jahreszeit ungewöhnlich kalte Höhenluftmassen nach Mitteleuropa und Deutschland. Ein neuer Tiefpunkt.

Schauer, Wind und Schnee: Wetter dreht völlig ab

Als wäre der Temperatursturz nicht schon genug, kündigt sich auch eine markante Zunahme der Niederschläge an. Besonders am Montag (28. Juli) und Dienstag (29. Juli) wird es immer wieder zu kräftigen Schauern kommen, vereinzelt sind sogar Gewitter möglich. Der Wind frischt spürbar auf und verstärkt das Gefühl der Kühle zusätzlich. In den Alpen wird es besonders ungemütlich: Ab etwa 2500 Metern fällt der Niederschlag zunehmend als Schnee. Für Juli ist das ein echtes Ausrufezeichen! Wer also eine Bergtour plant, sollte sich auf winterliche Bedingungen einstellen. Auch in den Mittelgebirgen kann es nass und ungemütlich werden – keine Spur von Badewetter oder lauen Sommerabenden.

Woher kommt die Kälte – und wie lange bleibt sie?

Verantwortlich für den Kaltlufteinbruch ist ein sogenannter Trog, der sich von Skandinavien weit nach Mitteleuropa ausdehnt. Mit ihm wird polar-maritime Luft nach Deutschland geführt – also feuchte und kühle Luft aus hohen Breiten. Diese Wetterlage ist für den Sommer eher ungewöhnlich, kommt aber immer wieder mal vor, vor allem im Zuge eines gestörten Jetstreams. Ob das nur ein kurzer Einbruch bleibt oder der Beginn einer längeren kühlen Phase ist, lässt sich derzeit noch nicht mit Sicherheit sagen. Die Prognosen deuten allerdings darauf hin, dass sich die kühle Wetterlage bis mindestens Mitte der Woche hält. Danach könnten die Temperaturen langsam wieder steigen – doch von einer Rückkehr zu echtem Hochsommerwetter ist vorerst keine Rede.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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