Die Zeit drängt!

Shutdown in den USA: Der Countdown zur Zahlungsunfähigkeit läuft

US-Kapitol
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Das Kapitol ist beleuchtet, während die Gesetzgeber im Repräsentantenhaus an der Verabschiedung von Haushaltsgesetzen arbeiten.
  • Maximilian Kurz
    VonMaximilian Kurz
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Sollten sich Demokraten und Republikaner nicht auf ein neues Haushaltsgesetz einigen, droht der Shutdown. Der Kongress schlägt nun einen Kompromiss vor.

Washington – Der Regierung in Washington könnte bald das Geld ausgehen und ein Shutdown wäre die Folge. Sollten sich die beiden Parteien nicht auf ein Haushaltsgesetz einigen, könnten staatliche Bedienstete bald nicht mehr bezahlt werden. Darüber berichtet unter anderem ntv.

USA: Countdown zum Shutdown

Nur noch wenige Tage bleiben den Demokraten und Republikanern, um eine drohende Haushaltssperre abzuwenden. Der US-Kongress muss bis zum 30. September ein neues Haushaltsgesetz beschließen, um eine Fortführung der Finanzierung der amerikanischen Bundesbehörden zu garantieren. Sollte keine Einigung erzielt werden, käme es zu einer Haushaltssperre, einem sogenannten Shutdown. Experten zufolge müssten dann hunderttausende Beamten in den unbezahlten Zwangsurlaub geschickt und viele öffentliche Einrichtungen geschlossen werden.

Der US-Präsident Joe Biden macht „eine kleine Gruppe extremer Republikaner“ für den drohenden Shutdown verantwortlich. Am Wochenende hatte er mit dem republikanischen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy, erfolgreiche Gespräche. Eine Einigung wurde erzielt, doch Biden kritisierte: „Jetzt will eine kleine Gruppe extremer Republikaner die Vereinbarung nicht einhalten.“ Für ihn würden „alle Amerikaner“ den Preis für dieses Verhalten zahlen.

USA bald zahlungsunfähig? Kompromiss zum Haushaltsstreit aus dem Senat

Die Senatoren der Demokraten und Republikaner legten einen Kompromissvorschlag im Haushaltsstreit vor, der eine rechtzeitige Finanzierung der verschiedenen Bundesbehörden gewährleisten würde und die drohende Zahlungsunfähigkeit abwenden würde. Der Kompromiss beinhaltet zudem ein rund sechs Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Euro) schweres Hilfspaket für die Ukraine.

In Haushaltsfragen stehen sich die beiden politischen Parteien regelmäßig kritisch gegenüber. Diesmal scheint eine Einigung besonders schwer erreichbar, da die Machtverhältnisse kompliziert sind: Die Mehrheit im Senat gehört den Demokraten, während die Mehrheit im Repräsentantenhaus republikanisch ist. Die Kongress-Zwischenwahlen im Herbst 2022 veränderten die politischen Verhältnisse in den USA.

Joe Biden: Leben und Karriere des 46. US-Präsidenten in Bildern

Joe Biden gehört seit vielen Jahren zum Establishment der Demokratischen Partei und blickt auf eine lange politische Karriere zurück. Bei der US-Wahl 2020 ist es ihm im dritten Anlauf endlich gelungen, sein großes Ziel zu erreichen: Biden ist zum 46. Präsidenten der USA gewählt worden. Es war die Krönung eines jahrzehntelangen Politikerlebens, in dem er auch schwere Schicksalsschläge zu verkraften hatte.
Joseph „Joe“ Robinette Biden, Jr. wurde am 20. November 1942 in Scranton (Pennsylvania) geboren. Nach einem Studium der Rechtswissenschaften begann der Jurist Ende der 60er-Jahre, sich politisch zu engagieren. Zunächst ließ er sich im US-Bundesstaat Delaware als Unabhängiger registrieren – weil er weder den republikanischen Präsidenten Richard Nixon noch den demokratischen Gouverneur Charles Terry ausstehen konnte. Um die Lage nach der Ermordung von Martin Luther King im April 1968 zu beruhigen, hatte Terry die Nationalgrade zu Hilfe gerufen. Für Biden wurde die Bürgerrechtsbewegung zum Auslöser seiner Politisierung.
Im Jahr 1972 trat Biden im Alter von nur 29 Jahren bei der Wahl zum US-Senat an. Er besiegte den langjährigen republikanischen Vertreter Cale Boggs und zog als einer der jüngsten Senatoren in den Kongress ein. Der Triumph wurde allerdings von einem schweren Autounfall am 18. Dezember 1972 überschattet, bei dem seine erste Ehefrau Neilia und Tochter Naomi ums Leben kamen. Die Söhne Beau und Hunter überlebten verletzt. Seinen Eid legte Biden im Januar 1973 am Krankenbett von Beau ab, dessen Bein immer noch im Streckverband war. 1977 heiratete Biden die Lehrerin Jill Tracy Jacobs. Aus dieser Ehe stammt Tochter Ashley.
Von 1973 bis 2009 saß Biden 36 Jahre lang als Vertreter des Bundesstaates Delaware im Senat. Er wohnte allerdings weiterhin in Wilmington (Delaware) und pendelte jeden Tag per Bahn nach Washington, D.C. 1994 war er maßgeblich an einem heute kontrovers diskutierten Gesetz zur Reform des Strafrechts und der Inneren Sicherheit beteiligt. Mitte der 90er sprach er sich für die Nato-Intervention in Bosnien-Herzegowina und die Bombardierung Serbiens im Kosovo-Krieg 1999 aus. Im Jahr 2002 stimmte er für die Irak-Resolution.
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Ukraine-Krieg: Streitpunkt zwischen Demokraten und Republikanern

Der US-Präsident wollte durchsetzen, dass zusätzliche Hilfen für die Ukraine im Haushaltsgesetz berücksichtigt werden. Es handelt sich um Hilfen in Höhe von 24 Milliarden Dollar (rund 22,5 Milliarden Euro). Das Vorhaben fand im Senat sowohl von Demokraten als auch von Republikanern Unterstützung. Im Repräsentantenhaus jedoch steht vor allem ein rechter Flügel der Republikaner dieser Unterstützung skeptisch gegenüber und sieht das Geld lieber in US-Investitionen angelegt.

Für Präsident Biden, der eine Wiederwahl anstrebt, wäre ein Shutdown politisch fatal. Biden erklärte: „Die Finanzierung der Regierung ist eine der wichtigsten Aufgaben des Kongresses. Es ist an der Zeit, dass die Republikaner mit der Arbeit beginnen, für die Amerika sie gewählt hat.“ Für die USA wäre es nicht der erste Shutdown in ihrer Geschichte. Der Budgetprozess gilt seit Jahren als reformbedürftig und umstritten.

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