Vorsorge
Blackout-Gefahr immer höher: Die richtige Vorbereitung kann Leben retten
VonJuliane Reyleschließen
Die Gefahr für den Ernstfall steigt und die richtige Vorbereitung kann Leben retten. Es gibt bereits Selbsthilfe-Kurse, um Menschen beizubringen, was bei einem Stromausfall zu tun ist.
Die richtige Vorbereitung auf einen Blackout kann Leben retten. Es gibt bereits Listen, was jeder für einen Totalausfall zu Hause haben sollte und Anleitungen, wie ohne Strom gekocht werden kann. „Jeder, der vorbereitet ist und vielleicht auch seinem Nachbarn helfen kann, entlastet uns Einsatzkräfte. Um den müssen wir uns nicht kümmern“, erklärt Robert Schmitt, der Einsatzleiter und Präsident des Medizinischen Katastrophen-Hilfswerks (MHW) bei einem Selbsthilfe-Kurs im oberbayerischen Tuntenhausen, wie die Welt berichtet.
Sirenen warnen, doch helfen im Notfall nicht: Die richtige Blackout-Vorbereitung zählt
Es nutzt nichts, „wenn wir die Sirenen wieder einschalten – wenn wir den Bürgern nicht erklären, was sie dann zu tun haben“, fügt Schmitt hinzu. Bereits seit 2009 werden spezielle Schulungen vom Medizinischen Katastrophen-Hilfswerk angeboten und die Nachfrage soll seit dem Beginn des Ukraine-Krieges massiv gestiegen sein.
Ein vergleichbares Kursangebot von anderen Hilfsorganisationen gibt es derzeit nicht. Das MHW stemmt die Kurse mit ehrenamtlichen Mitarbeitern, denn letztlich kann auch die Finanzierung das Scheitern solcher Kurse bewirken. Wer keinen Kursplatz belegen kann, sollte sich eigenständig auf mögliche Gefahren vorbereiten.
Bundesrat für Bevölkerungsschutz gibt Tipps: Bevorratung, Kochen, Notfallgepäck
Die Bundesregierung empfiehlt außerdem jedem Bundesbürger, stets einen Nahrungsmittelvorrat für den Zeitraum von 14 Tagen im Haus zu haben. Gestützt wird diese Empfehlung durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).
Das BKK gibt auch Tipps für die Bevorratung von Lebensmitteln und das Kochen ohne Strom oder erklärt was in ein Notfallgepäck gehört. Die Anleitungen können hilfreich sein, denn bei den Mengen wird sich gerne verschätzt. Um 14 Tage versorgt zu sein, benötigt ein Mensch nämlich mindestens 28 Liter Wasser.
Notvorrat für 14 Tage für eine Person: Überblick über Vorräte verschaffen
Einen Überblick über den eigenen Vorrat beschaffen, kann hilfreich sein. Der BKK hat einige Listen mit Mengenangaben und Empfehlungen vorbereitet. echo24.de berichtete bereits darüber, was immer auf Vorrat zu Hause sein sollte. Damit eine Person 14 Tage versorgt ist, werden mindestens folgende Lebensmittel benötigt:
- Wasser: 28 Liter (2 Liter pro Tag)
- Getreideprodukte, wie Brot, Reis oder Kartoffeln: circa 4,9 kg
- Eingemachtes Gemüse, wie z. B. Bohnen in Dosen oder Mais: circa 5,6 kg
- Obst, wie Kirschen im Glas circa 3,5 kg
- Eiweißhaltige Lebensmittel, wie Fisch, Fleisch, Eier, Thunfisch: circa 1,6 kg und 14 Eier
- Fette, wie Speisöl, Magerine: circa 0,3 l
- Sonstiges, wie Zucker, Süßstoff, Honig, Marmelade, Schokolade, Jodsalz und Gewürze
- Fertiggerichte wie Dosenravioli, Fertigsuppen, Kartoffeltrockenprodukte wie Kartoffelbrei, Salzstangen
Auch das Bauen eines Teelichtofens kann für Notsituationen hilfreich sein, denn bei Gasmangel und Strommangel können die Heizungen ausfallen.
