Kolumne von Meteorologe Dominik Jung

Unwetter, Starkregen, Sturm: Wetter-Expertin warnt vor „gefährlichem Tropen-Sommer“

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Der Sommer 2025 startet schwül und gewittrig. Meteorologin Kathy Schrey warnt: Der gefährlichste Teil könnte erst noch kommen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

München – Der meteorologische Sommer ist da – und er hat sich gleich am ersten Tag mit einem schwülheißen, gewittergeladenen Wetter eingeführt. Für die Meteorologin Kathy Schrey von wetter.net ist das ein Vorgeschmack auf das, was Deutschland bevorstehen könnte: „Das wird ein gefährlicher Tropen-Sommer“, sagt sie.

Zwar wurde seit Wochen über einen potenziellen Hitzesommer mit Temperaturen über 40 Grad spekuliert, doch aktuell sprechen die Modelle eine andere Sprache – zumindest teilweise. Das vielzitierte ECMWF-Modell hatte zwischenzeitlich eine regelrechte Hitzewelle in Aussicht gestellt, inklusive heißer Pfingsttage. Doch dieses Szenario ist inzwischen deutlich ins Wanken geraten. Stattdessen sehen wir derzeit eher das, was das CFS-Modell der US-Wetterbehörde NOAA schon länger andeutet: Einen feuchtwarmen, instabilen Sommer mit hoher Gewitterneigung.

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Überflutung Abensberg
Wasser auf Straße
Überflutung
Unwetter und Starkregen
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Sommer-Wetter 2025: Es drohen Tropenluft, Superzellen und Dauerregen

Schon zum Auftakt des Monats dominierten schwülwarme Luftmassen, die wiederholt zu heftigen Gewittern, Superzellen und lokalen Unwettern führten. Zwar lagen die Höchstwerte meist „nur“ bei rund 30 Grad – von Rekordhitze also keine Spur. Doch die gefühlte Belastung durch die feuchte Luft war enorm.

Und genau hier liegt die Gefahr: Bei diesen Wetterlagen reicht oft ein kleiner Impuls für extreme Wetterereignisse. Starke Regenfälle, Hagelschauer, Sturmböen – all das kann lokal große Schäden anrichten. Wenn sich diese Tendenz verstetigt, ist das Potenzial für einen sehr schadensträchtigen Sommer gegeben. Viele Modelle zeigen für die kommenden Wochen keine klassische Hitzewelle, sondern eher ein Auf und Ab mit immer wieder eingeflossener Tropenluft – wie gemacht für Unwetterlagen.

Versicherer und Bevölkerung vor neuen Belastungen

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich dieser „Tropen-Sommer“ in den kommenden Wochen weiter manifestiert. Das bedeutet nicht nur eine hohe Belastung für wetterfühlige Menschen, sondern auch massive Herausforderungen für die Infrastruktur und die Versicherungswirtschaft.

Starkregen kann innerhalb weniger Stunden ganze Straßenzüge unter Wasser setzen, Hagel Dächer und Fahrzeuge beschädigen, und Sturmböen entwurzeln Bäume oder zerstören Stromleitungen. Die wirtschaftlichen Schäden solcher Ereignisse summieren sich schnell in Milliardenhöhe – wie in den verheerenden Sommern 2021 oder 2023. Sollte sich die Prognose von Kathy Schrey bewahrheiten, stehen Deutschland unruhige Wochen bevor. Der „gefährlichste Teil“ des Sommers könnte gerade erst begonnen haben.

Rubriklistenbild: © Eine Straße steht unter Wasser. Starkregen war über den Ort hinweggezogen.

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