„Niemand will das sehen“
Trump kritisiert Trauerbeflaggung für Carter bei Amtseinführung
VonJekaterina Jaluninaschließen
Der Tag der Amtseinführung ist für Donald Trump und seine Anhänger ein Tag der Freude. Der zukünftige Präsident findet amerikanische Flaggen auf halbmast unangebracht.
Update vom 5. Januar, 13.22 Uhr: In den USA haben die mehrtägigen Trauerfeierlichkeiten für den früheren Präsidenten Jimmy Carter begonnen. Sein in die US-Flagge gehüllter Sarg wurde durch seinen Heimatort Plains im Bundesstaat Georgia gefahren. Zahlreiche Menschen säumten die Straßen, um den Trauerzug zu sehen. Anschließend wurde Carters Sarg in Georgias Hauptstadt Atlanta gebracht, wo der Leichnam bis Dienstag (7. Januar) aufgebahrt werden soll.
Trump kritisiert Trauerbeflaggung für Carter bei Amtseinführung
Erstmeldung: Washington D. C. – Der designierte US-Präsident Donald Trump hat die auch am Tag seiner Amtseinführung geltende Trauerbeflaggung für den verstorbenen Ex-Präsidenten Jimmy Carter infrage gestellt. Trump unterstellte den Demokraten in einem Post auf seiner Plattform Truth Social, ganz aus dem Häuschen darüber zu sein, dass die amerikanische Flagge während seiner Amtseinführung am 20. Januar „möglicherweise“ auf halbmast wehen würde. „Niemand will das sehen, und kein Amerikaner kann glücklich darüber sein“, schrieb Trump. „Warten wir ab, wie sich die Sache entwickelt“, fügte der Republikaner hinzu.
Der demokratische Amtsinhaber Joe Biden hatte nach dem Tod von Carter am 29. Dezember 2024 angeordnet, dass die amerikanische Flagge unter anderem am Weißen Haus und anderen Regierungsgebäuden auf halbmast weht – und zwar für 30 Tage. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, schloss aus, dass das Weiße Haus die Entscheidung vor dem Hintergrund der Amtseinführung überdenken oder ändern werde.
Trump schimpfte auf Truth Social lautstark über die Entscheidung und behauptete: „zum ersten Mal überhaupt“ würden Flaggen bei der Vereidigung eines Präsidenten auf Halbmast wehen. Dabei handelt es sich jedoch um eine Falschaussage, da sich das aktuelle Szenario vor gut fünfzig Jahren schon einmal fast identisch abspielte: Als der republikanische Präsident Richard Nixon am 20. Januar 1973 für seine zweite Amtszeit vereidigt wurde, herrschte im ganzen Land Trauerbeflaggung, denn zuvor war der demokratische Ex-Präsident Harry S. Truman am 26. Dezember 1972 verstorben.
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Jimmy Carter: Trauerfeierlichkeiten für den früheren Präsidenten und Friedensnobelpreisträger
Carter war im Alter von 100 Jahren gestorben. In den USA beginnen am Samstag die sechstägigen Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen früheren Präsidenten Jimmy Carter. Auftakt ist in seinem Heimatort Plains im Bundesstaat Georgia ein Trauerzug zur Erdnussfarm seiner Eltern, bevor der Sarg mit dem Leichnam für einige Tage in Atlanta aufgebahrt wird.
Am 7. Januar wird er im US-Kapitol in Washington aufgebahrt, zwei Tage später findet in der National Cathedral die Zeremonie für das Staatsbegräbnis statt. Der frühere US-Präsident war drei Monate nach seinem 100. Geburtstag am 29. Dezember in seinem Haus in Plains im Kreise seiner Familie gestorben. Der Demokrat war von 1977 bis 1981 US-Präsident, 2002 wurde er für sein humanitäres Engagement mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. (dpa/afp/jal)
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