Feier des US-Präsidenten

Trump fuchtelt bei Amtseinführung mit langem Säbel herum – „Secret Service wird gerade sehr nervös”

  • VonLea Winkler
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Donald Trump ist offiziell 47. US-Präsident – und feiert es wie gewohnt: Zu „Y.M.C.A.“ hält es den 78-Jährigen nicht auf seinem Platz.

Washington, D.C. – Mit seinem ikonischen Hüftschwung begeisterte Donald Trump bereits in früheren Wahlkämpfen seine Maga-Fans. Auch im Rennen um die Präsidentschaft 2024 durfte der „Trump Dance“ (zu Deutsch: Trump-Tanz) nicht fehlen – im Wechselschritt, schnelle abgehackte Armbewegungen, steifer Oberkörper und starke Gesichtsausdrücke, wie Stirnrunzeln und ein Schmollmund. Seine markanten Tanzbewegungen zeigt er am liebsten zu den Klängen von „Y.M.C.A.“ von den Village People. Was einst als humorvoller Moment seiner Auftritte begann, hat sich längst zu einem Internet-Meme entwickelt und ist fester Bestandteil seines öffentlichen Images.

„Y.M.C.A.“ löst bei Trump offenbar etwas aus. Kaum erklingen die ersten Töne des Klassikers von den Village People, schon startete er mit seinen berühmten Tanzbewegungen. Das bewies er auch bei seiner Amtseinführung zum 47. US-Präsidenten. Beim traditionellen Eröffnungsball schritt er noch steif mit Ehefrau Melania Trump über das Parkett. Doch als die Village People „Y.M.C.A.“ anstimmten, lockerte sich der US-Präsident und zeigte seinen unverwechselbaren Hüftschwung.

Donald Trumps Amtseinführung: Promis und Superstars feiern in Washington DC

Das Ergebnis der US-Wahl 2024 fiel überraschend eindeutig aus: Donald Trump gewann alle sieben Swing States und wurde damit zum zweiten Mal zum Präsidenten gewählt.
Es ist Tradition, dass frühere Präsidenten und ihre Ehepartner bei der Feier anwesend sind – unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit. Joe Biden hat schon im Dezember klargemacht, dass er „selbstverständlich“ an Trumps Amtseinführung teilnehmen werde.
Auch für Jill Biden heißt es Abschied nehmen vom Weißen Haus. Die Ehefrau von Joe Biden hat ihre Zeit als First Lady genossen. Sie hätte es gerne gesehen, wenn ihr Ehemann noch einmal zur Wahl angetreten wäre.
Zur Tradition gehört auch, dass die scheidende Vizepräsidentin bei der Amtseinführung zugegen ist. Das gilt auch für diejenigen, die die US-Wahl verloren haben. Kamala Harris und Second Gentleman Doug Emhoff dürften also zugegen sein.
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Nach Amtseinführung von Trump: US-Präsident fuchtelt mit Kuchensäbel herum

Traditionell wird beim Militär-Ball zur Amtseinführung des US-Präsidenten eine Torte mit einem Säbel angeschnitten. Trump und sein Vizepräsident J.D. Vance schnitten synchron in die prächtige Torte. Kaum war der Anschnitt vollzogen, erklang „Y.M.C.A.“ Trump ließ sich nicht lange bitten: Mit einem Säbel in der Hand begann er seinen ikonischen „Trump Dance“, fuchtelte mit dem Säbel in der Hand herum und sorgte für verblüffte Blicke. Seine Ehefrau Melania Trump klatschte im Hintergrund rhythmisch mit, während Vance laut lachte.

Laut dem US-Medium The Express kommentierte Vance den ungewöhnlichen Moment mit den Worten: „Der Secret Service wird gerade sehr nervös.“ Die Sicherheitsbehörde, die für den Schutz des Präsidenten zuständig ist, dürfte den Säbeltanz wohl mit einem gewissen Unbehagen verfolgt haben. Verletzt wurde keiner. Trump gab den Säbel nach seiner kurzen Tanzeinlage brav wieder ab.

Donald Trump schnitt beim Militär-Ball zur Amtseinführung den Kuchen mit einem Säbel an.

In den sozialen Medien wird sein Säbel-Tanz humorvoll aufgenommen. Unter Videoaufnahmen auf YouTube kommentierten Nutzer: „Es ist schön zu sehen, dass sie Spaß haben. Sie haben so hart dafür gekämpft!“ oder „Seine Kinder und Enkel haben großes Glück, jemanden lustigen wie Donald zu haben“.

Die Village People bei Trumps Amtseinführung: „Y.M.C.A.“ als Markenlied des US-Präsidenten

Dass ausgerechnet „Y.M.C.A.“ von den Village People Trumps Markenlied wurde, ist für viele unverständlich. Die Village People, mittlerweile nicht mehr in Originalbesetzung, kritisierten ursprünglich die Verwendung ihrer Songs bei Trumps Wahlkampf, nahmen dies später aber hin. Leadsänger Victor Willis verteidigte die Teilnahme der Band an den Feierlichkeiten der Amsteinführung mit der Aussage, Musik solle unpolitisch bleiben und helfen, das Land zu einen.

Der Klassiker „Y.M.C.A.“, bekannt für seinen eingängigen Refrain und ikonische Tanzbewegungen, gilt als inoffizielle Hymne der LGBTQ+-Gemeinschaft. Obwohl Willis frühere Interpretationen, die den Song als Hinweis auf sichere Räume für homosexuelle Männer sehen, zurückwies, bleibt diese Symbolik bestehen. Dies macht die Verbindung des Liedes mit Trump, dessen Partei oft LGBTQ+-Rechte einschränkt, für viele widersprüchlich. (dpa/lw)

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