Stimmung in den USA
Trump unter Druck: Aktuelle Umfragen zeigen, wie unzufrieden US-Amerikaner mit der Zollpolitik sind
VonLaura Mayschließen
Donald Trump rudert aktuell etwas zurück, was seine aggressive Zollpolitik angeht. Der Handelsstreit mit China hat ihn aber bereits Stimmen gekostet.
Washington – Die Menschen in den USA kannten Donald Trump. Sie wussten um seine Unberechenbarkeit, seine launischen Entscheidungen, seinen medienwirksamen Populismus – und sie haben ihn dennoch zum Präsidenten gewählt.
Rund vier Monate nach der US-Wahl scheinen viele trotzdem überrascht, von Trumps chaotischer und radikaler Anfangsphase als US-Präsident. Die menschenrechtswidrige Verschleppung von Gefangenen in das autokratische El Salvador, offen homophobe Diversitätspolitik und kindisch hohe Zölle gegen China lassen die Vereinigten Staaten auf vielen Ebenen zittern. Und Donald Trump verliert laut aktuellen Umfragen bereits jetzt an Zustimmung.
Hälfte der US-Bürger sind bereits jetzt unzufrieden mit Donald Trumps Zollpolitik
Mehr als die Hälfte der US-Amerikaner (50,6 Prozent) sind laut dem Umfrageportal Real Clear Polling bereits unzufrieden mit der Arbeit von Donald Trump. Die Seite verwendet Durchschnittswerte aus aktuellen Umfragen zur Frage, wie zufrieden oder unzufrieden die Menschen in den USA mit der Arbeit von Donald Trump sind.
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Die einzelnen Umfragen werden von der New York Times gesammelt und dem Umfrageportal zur Verfügung gestellt. Durch diese Methode können etwaige rechnerische oder weltanschauliche Verzerrungen der Zahlen minimiert werden.
Donald Trump verliert laut neuen Umfragen an Zustimmung
Insgesamt beinhaltet der Datensatz der New York Times die Ergebnisse von 155 Meinungsforschungsinstituten. Darunter große Namen wie YouGov, Gallup und AtlasIntel. Die Ergebnisse bei der Frage nach der Zustimmung für Trump schwanken zwischen 36 Prozent (SoCal Strategies) und 56 Prozent (AP Norc).
Diese extreme Schwankung zeigt einmal mehr, dass die Ergebnisse der Meinungsforschungsinstitute mit Vorsicht behandelt werden müssen und keine objektiven Wahrheiten sind. Der allgemeine Trend, dass Trump mehr oder weniger schnell an Zustimmung verliert, lässt sich allerdings fast in allen Ergebnissen der Institute ablesen.
US-Verbraucher reagieren ängstlich auf Donald Trumps Zollpolitik
Auch die Stimmung der US-Verbraucher hat sich angesichts steigender Inflationssorgen im April deutlich stärker eingetrübt als erwartet. Die Zollpolitik der US-Regierung und wachsende Sorgen vor Arbeitslosigkeit belasteten. Die von der Universität Michigan erhobene Konsumentenstimmung fiel zum Vormonat deutlich um 6,2 Punkte auf 50,8 Punkte. Volkswirte hatten mit 53,8 Punkten gerechnet.
Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen der Verbraucher gaben stark nach. Besonders deutlich verschlechterte sich die Bewertung der Erwartungen. „Die Erwartung, dass die Arbeitslosigkeit steigt, ist in den letzten Monaten stark gestiegen“, sagte Joanne Hsu, Leiterin der Umfrage. Die Verbraucher machten sich zunehmend Sorgen, dass sie selber von Arbeitslosigkeit betroffen sein könnten. (lm/dpa)
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