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Deutscher Panzer in Russland: Marder setzt Putins Armee bei Kursk-Offensive zu

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Die ukrainische Armee drängt Wladimir Putins Truppen in der russischen Region Kursk in die Enge. Das dokumentiert ein Video vom Einsatz eines Marder-Panzers.

Malaya Loknya – Das Regime von Wladimir Putin steht unter Druck: Die Kursk-Offensive der Ukrainer setzt der russischen Armee gehörig zu. Vor allem bekommt diese die eingefallenen ukrainischen Verbände nicht mehr aus Russland herausgedrängt.

Verluste für Wladimir Putin: Kursk-Offensive der Ukrainer setzt Russland-Armee zu

Im Gegenteil: Die geschätzt rund 1000 Soldaten aus der Ukraine bleiben vielerorts militärisch am Drücker und fügen den durch Moskau entsandten Einheiten erneut schwere Verluste zu. Dies sollen Videos in den sozialen Netzwerken von mutmaßlich in der Oblast Kursk gefallenen russischen Soldaten dokumentieren.

Kiew lässt weitere Videos in den sozialen Medien teilen, die den militärischen Erfolg der Operation im Ukraine-Krieg belegen sollen. Dazu gehören jetzt auch Aufnahmen, die angeblich den Angriff der Ukrainer auf eine russische Stellung in einem Wohnhaus des Kursk-Dorfes Malaya Loknya zeigen.

Verluste der Ukraine gegen Russland: Mindestens 25 Marder-Panzer darunter

In der Bundesrepublik gebaute Panzer auf russischem Boden? Ende Mai hatte die Ampel-Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP der ukrainischen Armee den Einsatz aus Deutschland gelieferter Waffen in Russland erlaubt, was im politischen Berlin eine polarisierende Entscheidung ist. Laut Liste der militärischen Unterstützungsleistungen hat die Ampel-Koalition den ukrainischen Streitkräften bislang 120 Marder-Schützenpanzer zum Transport von Infanterie (Fußsoldaten) ins Gefecht aus Bundeswehr- und Industriebeständen geliefert.

In den vergangenen Monaten hatte Kiew jedoch sehr vorsichtig mit den sanierten „Mardern“ aus den 1980er-Jahren gehaushaltet und stattdessen reihenweise die moderneren Bradley-Schützenpanzer aus den USA auf die Schlachtfelder zwischen Charkiw, Donezk und Saporischschja geschickt. Wie die unabhängige Open-Source-Intelligence-Website Oryx in ihrer täglich aktualisierten Liste zu militärischen Verlusten im Ukraine-Krieg am 21. August schrieb, haben die Ukrainer in den Gefechten mit Putins Invasionstruppen mittlerweile 25 der 120 Marder-Panzer aus Deutschland verloren.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
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Panzer für die Ukraine: Kiew schickt wohl auch Marder in Russland-Region Kursk

Die ukrainischen Verluste unter den Bradley-Panzern sind gemäß der Quelle wesentlich höher. Stand 21. August wurden laut Oryx 96 Bradleys zerstört, schwer beschädigt zurückgelassen oder sogar durch die russische Armee erbeutet. Wie das US-Außenministerium auf seiner Website erklärte, hatten die Vereinigten Staaten zum selben Zeitpunkt mehr als 300 der schlagkräftigen Bradley-Schützenpanzer zur Verfügung gestellt. Weder Berlin noch Kiew haben indes bisher (Stand, 21. August) bestätigt, dass auch aus Deutschland gelieferte Panzer an der regionalen ukrainischen Gegenoffensive auf russischem Boden beteiligt sind.

Auf Videos ukrainischer Soldaten von vor Ort waren vor allem schwere Humvee-Militär-Jeeps sowie Stryker-Radpanzer (189 geliefert) aus ebenfalls amerikanischer Produktion zu sehen. Unter anderem der viel geteilte X-Account „Osinttechnical“ (mehr als 955.000 Follower) veröffentlichte nun die Bildsequenzen zum angeblichen Marder-Einsatz. Zu sehen ist demnach, wie die Besatzung ein Haus (wohl mit russischen Soldaten drin) mit ihrer 20-mm-Maschinenkanone und mit Leuchtspurmunition ins Dauerfeuer nimmt. Die Offensive der Ukrainer auf Putins Territorium hält offenbar weiter an. (pm)

Rubriklistenbild: © Screenshot X@Osinttechnical

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