Sie verteidigten Mariupol

Selenskyj holt Asow-Kommandeure heim - Kreml reagiert verärgert

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Selenskyj gelingt ein Coup im Ukraine-Krieg: Von seinem Besuch in der Türkei holte er die Verteidiger von Mariupol zurück. Russland wollte ihnen den Prozess machen.

Lwiw - Von seinem Besuch in der Türkei kam der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht alleine zurück: Zumindest fünf an der Verteidigung des Stahlwerks Azovstal in Mariupol beteiligte hochrangige Offiziere brachte Selenskyj persönlich zurück in die Ukraine. „Nach Hause“, schrieb Selenskyj am Samstag (8. Juli) unter ein Foto auf seinem Telegram-Kanal.

Das Bild zeigt Selenskyj im Flugzeug zusammen mit drei Kommandeuren des Asow-Regiments, dem Chef der Marineinfanteriebrigade 36, Serhij Wolynskyj, und dem Kommandeur der 12. Brigade der Nationalgarde, Denys Schlehu.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj brachte Asow-Kämpfer, die Mariupol verteidigten, persönlich zurück in die Ukraine.

Asow-Verteidiger von Mariupol gerieten im Ukraine-Krieg in russische Gefangenschaft

Die Männer waren im Ukraine-Krieg nach der Eroberung des monatelang umkämpften Azovstal-Stahlwerks in Mariupol in russische Gefangenschaft geraten, wurden dann aber an die Türkei ausgeliefert. Sie seien nun „nach Verhandlungen mit der türkischen Seite“ wieder in ihre Heimat zurückgebracht worden, heißt es auf der Seite der ukrainischen Präsidialadministration.

Die ukrainische Hafenstadt Mariupol wurde kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs zum Epizentrum erbitterter Kämpfe. Mehrere Monate dauerten die Gefechte um die von russischen Truppen eingeschlossene Stadt. Am Ende hatten sich noch mehrere tausend ukrainische Soldaten, darunter auch Kämpfer des nationalistischen Asow-Regiments, im Stahlwerk Azovstal verschanzt. Erst im Mai ergaben sich die letzten Verteidiger. Mittlerweile wollen viele Russen Immobilien in Mariupol kaufen - trotz der ukrainischen Gegenoffensive.

Russland sieht Rückholung als Verstoß von Türkei und Ukraine

Russland wollte den ukrainischen Kämpfern den Prozess machen. Gerade das nationalistische Asow-Regiment diente Moskau immer wieder als Rechtfertigung für den Ukraine-Krieg und für die Behauptung, die Ukraine angeblich von „Faschisten“ zu „befreien“. Trotzdem schob sie später mehrere Kommandeure des Regiments in die Türkei ab.

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Kremlsprecher Dmitri Peskow kritisierte die Rückholung der ukrainischen Soldaten nun als „direkten Verstoß gegen bestehende Vereinbarungen“ sowohl von türkischer als auch von ukrainischer Seite. Die Befreiung der Asow-Kommandeure aus russischer Gefangenschaft sei an die Bedingung ihres Verbleibs in der Türkei bis Kriegsende geknüpft gewesen, sagte er.

Offenbar habe die Nato großen Druck auf Ankara ausgeübt, damit Selenskyj vor dem Nato-Gipfel und angesichts der „Niederlagen bei der Gegenoffensive“ einen Erfolg vorweisen könne, spekulierte der Kremlsprecher. (smu/AFP)

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