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Ukraine-Krieg: Spezialeinheiten fügen Russland schwere Verluste zu

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An Russlands Grenze gibt es verdächtige Aktivitäten. Die Ukraine meldet Erfolge an der Front. Die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg im News-Ticker.

  • Appelle gegen Kriegsmüdigkeit: „Wenn die Ukraine verliert, wird dies das Ende Europas sein“
  • Bilanz eines Tages: Ukraine wehrt 37 Angriffe Russlands an sechs Fronten ab
  • Nach Angriffen gegen Israel: Wolodymyr Selenskyj beschwört „Einheit der Welt im Kampf gegen den Terror“
  • Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Hinweis der Redaktion: Dieser Ticker ist beendet. Über die aktuelle Entwicklung im Ukraine-Krieg informieren wir in unserem neuen News-Ticker.

Update vom 9. Oktober, 22.45 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, neben dem Angriff auf sein Land nun auch einen Krieg im Nahen Osten entfachen zu wollen. „Wir haben Daten, die klar beweisen, dass Russland daran interessiert ist, im Nahen Osten einen Krieg loszutreten, so dass eine neue Quelle von Schmerz und Leid die Einheit der Welt untergräbt“, teilte Selenskyj am Montag im sozialen Netzwerk X (vormals Twitter) mit. Zudem warnte er in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft vor der Gefahr eines Weltkrieges.

Krieg in der Ukraine: „Teilerfolge“ westlich des Dorfes Werbowe

Update vom 9. Oktober, 20.45 Uhr: In der Ukraine ist zum zweiten Mal seit Beginn des russischen Einmarsches der Kommandeur der Gebietsverteidigungskräfte ausgewechselt worden. Am Montag setzte Präsident Wolodymyr Selenskyj per Erlass Generalmajor Anatolij Barhylewytsch als neuen Chef ein. Zuvor war Ihor Tanzjura im gleichen militärischen Rang entlassen worden. Tanzjura hatte den Posten seit Mai vergangenen Jahres bekleidet. Zu den Gründen der Entlassung wurde bis zum Nachmittag nichts bekannt.

Update vom 9. Oktober, 16.50 Uhr: Die Ukraine hat an der südlichen Front westlich des Dorfes Werbowe „Teilerfolge“ erzielt. Das behauptet Oleksandr Tarnavskyi, Kommandeur der operativen und strategischen Gruppe der Tavriia-Kräfte, auf Telegram. „Die ukrainischen Verteidigungskräfte setzen ihre Offensivoperationen an der Melitopol-Front fort. Wir haben Teilerfolge westlich von Werbowe“, zitiert die Ukrainska Pravda daraus.

Ukrainische Soldaten von der 92. Brigade zielen mit einer Flugabwehrrakete auf die Frontlinie in der Nähe von Klischtschijiwka bei Bachmut.

Demnach sollen die Russen acht Luftangriffe durchgeführt und sich 18 Gefechte mit ukrainischen Truppen geliefert habe. Die russischen Besatzer sollen im Laufe des vergangenen Tages 455 Artilleriegeschosse abgefeuert haben. Die ukrainischen Verteidiger zerstörten sechs russische Militäreinheiten: zwei Panzer, drei gepanzerte Kampffahrzeuge und ein Artilleriesystem. Außerdem wurden drei russische Munitionslager in die Luft gesprengt. Die russischen Verluste sollen sich auf insgesamt 147 Personen belaufen.

Ukraine-Krieg: Ukrainische Armee soll Russland schwere Verluste zugefügt haben

Update vom 9. Oktober, 15.25 Uhr: Die Spezialeinheiten der ukrainischen Armee (SOF) wollen den Russen an der Front in Saporischschja im Süden der Ukraine schwere Verluste zugefügt haben. So sollen innerhalb einer Woche mehrere Artilleriesysteme, Mehrfachraketen, Spezialausrüstung sowie Fahrzeuge zerstört und russisches Personal getötet worden sein. Das behauptet die SOF in sozialen Medien und im Interview mit der Zeitung Ukrainska Pravda.

„Artilleriesysteme, Flugabwehrraketen, Personal, Spezialausrüstung, Fahrzeuge und Ausrüstung für die elektronische Kriegsführung. Dies ist die Liste der zerstörten Ziele auf dem Konto einer der Divisionen der SOF in nur wenigen Tagen“, heißt es. Man habe an der südlichen Fronte eine beachtliche „Ernte“ eingefahren, heißt es weiter.

Dänische Ministerpräsidentin appelliert an die Nato, „bis zum bitteren Ende“ an der Seite Kiews zu stehen

Update vom 9. Oktober, 13.41 Uhr: Auch die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat die Mitgliedsländer der Nato dazu aufgerufen, sich im Angesicht des Ukraine-Krieges nicht der Kriegsmüdigkeit zu ergeben. Das sagte sie in einer Rede vor der parlamentarischen Versammlung der Nato in Kopenhagen, wie European Pravda berichtete. Die Soldatinnen und Soldaten der Ukraine seien „das Gesicht von Recht gegen Unrecht, von Gut gegen Böse“, sagte sie. „Diese [Invasion] ist eine Bedrohung für die Ideen, auf denen unser Bündnis aufgebaut ist - Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit.“

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Budapester Memorandum
Ukrainedemo, München
Orangene Revolution in der Ukraine
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Frederiksen betonte, es sei nötig, „bis zum bitteren Ende“ an der Seite Kiews zu stehen. „Niemand von uns kann Kriegsmüdigkeit geltend machen, während die Ukraine ihren unermüdlichen Kampf fortsetzt. Lassen Sie uns beschließen, dass es in unserer transatlantischen Gemeinschaft keine Kriegsmüdigkeit geben wird.“ In ihrer Rede erklärte Frederiksen, der russische Präsident Wladimir Putin habe sich verkalkuliert, weil er glaube, dass die Worte der NATO-Unterstützung für die Ukraine „nur Worte bleiben“ würden. „Die ukrainischen Soldaten kämpfen mit unseren Waffen, unseren Panzern, unseren Raketen, und bald wird die Ukraine auch unsere F-16 fliegen“, sagte sie.

Appelle gegen Kriegsmüdigkeit: „Wenn die Ukraine verliert, wird dies das Ende Europas sein“

Update vom 9. Oktober, 12.20 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat die „existenzielle Bedeutung“ des ukrainischen Widerstandes gegen die russische Aggression betont. In einem Interview mit Forbes sagte er, die Europäer könnten sich eine Niederlage der Ukraine nicht leisten. „Für Europa ist dies ein existenzieller Krieg. Die Europäer verstehen das - es geht auch um sie. Sie können es sich nicht leisten, in diesem Krieg nicht gemeinsam mit der Ukraine zu gewinnen. Wenn die Ukraine verliert, wird dies das Ende Europas sein“, wird Kuleba in ukrainischen Medien zitiert. Es sei daher richtig, dass in der politischen Elite Europas die Meinung vorherrsche, man müsse die Ukraine „so lange wie nötig“ unterstützen.

Auch Kaja Kallas, Ministerpräsidentin von Estland, dringt auf eine weiter ungebrochene Unterstützung Kiews. Dessen Verbündete dürften sich nicht in „Kriegsmüdigkeit“ ergeben, denn darauf zähle Russland. Auch der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis hat kürzlich betont, dass die Welt es sich nicht leisten könne, „kriegsmüde“ zu werden. Seine isländische Amtskollegin Þórdís Kolbrún R. Gylfadóttir sprach sich darüber hinaus für eine Aufnahme der Ukraine in die Nato aus.

Britischer Geheimdienst betont Kooperation zwischen Russland und dem Iran

Update vom 9. Oktober, 11.08 Uhr: Der britische Militärgeheimdienst (UK Defence Intelligence) hat erneut die nicht nur militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran betont. In einer Mitteilung auf X (ehemals Twitter) vom 9. Okotber schreiben die Militärexperten, dass die militärische Unterstützung Irans für die Russische Föderation im Krieg gegen die Ukraine nicht nur Hunderte von Angriffsdrohnen und Artilleriemunition umfasst, sondern auch ein Abkommen, das die Montage und Produktion dieser Drohnen unter Lizenz in Russland vorsieht.

Laut UK Defence Intelligence haben sich auch die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und dem Iran intensiviert. So kündigte der Iran vor kurzem an, dass Russland im Zeitraum 2022-2023 insgesamt 2,76 Milliarden US-Dollar im Iran investieren wird. Nach der jüngsten Aufnahme des Iran in die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) und der Einladung des Irans, den BRICS-Staaten beizutreten, werden die Beziehungen zwischen Russland und dem Iran höchstwahrscheinlich enger, so der Geheimdienst.

Ukraine-Krieg: Kiew wehrt an einem Tag 37 russische Angriffe an sechs Fronten ab

Update vom 9. Oktober, 10.15 Uhr: Im Laufe des 8. Oktobers wehrten die Streitkräfte der Ukraine an sechs Fronten in 37 Gefechten russische Angriffe ab. Das gab der Generalstab der Ukraine heute Morgen auf Facebook bekannt. Demnach versuchten die russischen Invasionstruppen, an den Fronten von Kupjansk, Lyman, Bachmut, Awdijiwka, Marinka und Saporischschja anzugreifen. Alle Angriffe seien erfolgreich abgewehrt worden. „Im Laufe des vergangenen Tages fanden siebenunddreißig Kampfhandlungen statt. Insgesamt führte der Feind sechs Luftangriffe und 29 Angriffe mit Mehrfachraketen auf die Stellungen der ukrainischen Truppen und auf zivile Ziele in der Ukraine durch“, zitiert die Zeitung Ukrainska Pravda aus der Mitteilung des Generalstabs.

Neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg – Tokmak im Zentrum der Kämpfe

Update vom 9. Oktober, 8.55 Uhr: Aktuell verlagert sich das Kampfgeschehen am westlichen Frontverlauf des Ukraine-Kriegs auf die Stadt Tokmak. Dort und im Süden des Landes soll die Armee von Russlands Präsident Wladimir Putin weiter herbe Verluste erleiden. Laut Angaben der ukrainischen Streitkräfte sei es ihnen gelungen, innerhalb der letzten 24 Stunden 350 russische Soldaten unschädlich zu machen. Unabhängig prüfen lassen sich diese Angaben zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg aber nicht. Die Zahlen in Klammern sind die Veränderungen zum Vortag.

  • Soldaten: 282630 (+350)
  • Panzer: 4823 (+2)
  • Gepanzerte Kampffahrzeuge: 9123 (+21)
  • Artilleriesysteme: 6706 (+1)
  • Mehrfachraketenwerfer: 808
  • Luftabwehrsysteme: 503 (+1)
  • Flugzeuge: 315
  • Hubschrauber: 315
  • Drohnen: 5190 (+5)
  • Langstrecken-Raketen: 1530
  • Schiffe und Boote: 20
  • U-Boote: 1
  • Fahrzeuge und Tanklastzüge: 9113 (+2)
  • Spezialfahrzeuge: 959
  • Quelle: Ukrainischer Generalstab vom 9. Oktober 2023. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.
Russische Soldaten bedienen einen Mörser mitten im Ukraine-Krieg.

Ukraine-Krieg: Selenskyj hofft auf weitere Unterstützung

Update vom 8. Oktober, 22.50 Uhr: In seiner täglichen Videoansprache rief der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj angesichts des Ukraine-Krieges und der blutigen Gewalt in Israel zum gemeinsamen Kampf gegen den Terror auf. „Der Terror hat zu viele Fronten gegen die Menschheit aufgemacht: der Krieg gegen die Ukraine, der Krieg im Nahen Osten und die schreckliche Destabilisierung in Afrika“, sagte Selenskyj am Sonntag. „Und nächste Woche werden wir mit unseren Partnern zusammenarbeiten, um eine Einheit der Welt im Kampf gegen den Terror sicherzustellen“, kündigte er an.

„Mehrere internationale Ereignisse sind geplant. Wie immer wird die ukrainische Position für Einheit und gemeinsames Agieren stehen.“ Konkrete Termine nannte Selenskyj nicht. Am kommenden Mittwoch und Donnerstag treffen sich die Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Bei dem Treffen wird es auch um die weitere militärische Unterstützung für die Ukraine in ihrem Kampf gegen die russische Invasion gehen. Die Ukraine hofft, dass der Westen die Ukraine weiterhin unterstützen wird. Selenskyj würdigte zudem die Menschen in seinem Land, „die alles tun, damit der Terror verliert“.

Wegen Russlands Verlusten: Nordkorea sorgt für Waffen-Nachschub – Verdächtige Aktivität an Grenze

Update vom 8. Oktober, 20.45 Uhr: Schwere Verluste für Russland: Nach Angaben von Kiew hat die Panzerabwehreinheit der ukrainischen 66. mechanisierten Brigade innerhalb von vier Tagen 25 russische Panzer in der Nähe der Stadt Lyman in der Oblast Donezk zerstört. „Die Russen haben zu viele Panzer in diesem Gebiet konzentriert. So kam es dazu, dass die Panzerabwehreinheit der Brigade innerhalb weniger Tage fast ein Panzerbataillon in ihrem Verantwortungsbereich zerstörte“, so der Militärexperte Ivan Kyrychevsky im ukrainischen Radiosender NV.

Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte gab am Abend bekannt, dass die Ukraine Angriffe auf Gebiete, in denen russische Truppen stationiert waren, durchführten. „Einheiten der Raketentruppen trafen drei Artilleriewaffen und zwei feindliche Munitionsdepots“, zitierte die Nachrichtenagentur Unian. Russland habe wiederum sechs Luftangriffe sowie 20 Angriffe mit mehreren Raketenwerfern auf die Stellungen der ukrainischen Truppen und besiedelte Gebiete durchgeführt, hieß es in der Meldung. Es gäbe Tote und Verletzte.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Update vom 8. Oktober, 18.45 Uhr: Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto sagte in einem Interview, dass die italienische Militärhilfe im Ukraine-Krieg nicht unbegrenzt sein kann, wie fanpage.it schrieb. Italien habe keine Bedenken, Kiew zu helfen, so Crosetto. Dennoch sei es schwierig, die Ukraine mit militärischer Ausrüstung zu unterstützen, je länger der Krieg andauere. Die italienischen Ressourcen seien aus technischer Sicht begrenzt. Die Haltung, die Ukraine bei ihrem Kampf gegen Russland zu unterstützen, ändere sich nicht, erklärte Crosetto.

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg: Verstärkter Güterverkehr zwischen Nordkorea und Russland

Update vom 8. Oktober, 17.37 Uhr: Als Ausgleich für herbe Verluste: Möglicherweise sorgt Nordkorea jetzt für Nachschub an Waffen für Russland. So wurde zwischen Nordkorea und Russland ein starker Anstieg des Güterverkehrs beobachtet, wie Beyond Parallel-Projekt des US-Center for Strategic and International Studies berichtet. Als Beweis werteten die Experten ein Satellitenbild einer Eisenbahnanlage vom 5. Oktober in der an Russland grenzenden nordkoreanischen Stadt Tumangang aus. Wie die Ukrainska Prawda berichtete, zählte das Projekt 73 Güterwaggons. Diese Anzahl übersteigt frühere Beobachtungen der US-Analysten aus den letzten fünf Jahren.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un war im September zu Besuch bei Russlands Präsident Wladimir Putin, bei dem es auch um die militärische Zusammenarbeit der beiden Staaten ging. Die verstärkte Aktivität des Schienenverkehrs deutet darauf hin, „dass Nordkorea Waffen und Munition an Russland liefert“, hieß es in der Veröffentlichung der Beyond-Analysten. Dennoch warnen sie, dass genaue Schlussfolgerungen durch die Satellitenaufnahmen nicht zu ziehen seien.

Dieses Satellitenbild vom 5. Oktober 2023 aus der nordkoreanischen Grenzstadt zu Russland, Tumangang, zeigt ein stärkeres Aufkommen von Güterzügen.

Moskau will Israel-Lage für Ukraine-Krieg nutzen – Ukraine rechnet mit vermehrten Drohnenangriffen

Update vom 8. Oktober, 15.52 Uhr: Die Ukraine geht davon aus, dass Russland im Herbst und Winter zahlreiche Angriffe mit Shahed-Kamikaze-Drohnen starten wird. Ein Militärbeamter hatte die Ukraine vor solchen Attacken gewarnt, wie die Kyiv Post berichtete. Bereits im September soll Russland mehr als 500 Drohnen gegen die Ukraine eingesetzt haben, wie ein Sprecher der ukrainischen Luftstreitkräfte erklärte. Die Anzahl der eingesetzten Drohnen entspricht jetzt schon der Hälfte, die Russland zwischen Oktober 2022 und März 2023 einsetzte.

Update vom 8. Oktober, 14.17 Uhr: Bei dem russischen Beschuss ukrainischer Gebiete sind aus den betroffenen Regionen mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Im Gebiet Saporischschja starben eine 46 Jahre alte Frau und ein 71-jähriger Mann. Die genauen Opferzahlen bestätigten die örtlichen Behörden am Sonntagnachmittag. Zwei Menschen wurden demnach bei dem Vorfall am Vortag verletzt. Im Gebiet Cherson wurden elf Menschen, darunter ein neun Jahre altes Mädchen, bei russischem Artilleriefeuer gegen Wohngebiete in der Nacht zum Sonntag verletzt, wie die ukrainischen Behörden mitteilten. Unter den Verletzten sei auch ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes, hieß es. 

Blind wegen Ukraine: Russland wirft Westen Mitschuld am Israel-Krieg vor

Update vom 8. Oktober, 11.45 Uhr: Russland wird aus Sicht von US-Experten die Angriffe der islamistischen Hamas gegen Israel auch für seinen Krieg gegen die Ukraine auszunutzen. In einer Informationskampagne werfe der Kreml dem Westen vor, die Konflikte im Nahen Osten zugunsten der Unterstützung für die Ukraine vernachlässigt zu haben, schrieb das Institut für Kriegsstudien (ISW) in Washington am Samstag (7. Oktober, Ortszeit) in einer Analyse. Die Experten verwiesen etwa darauf, dass das russische Außenministerium den Westen beschuldigt habe, zuletzt die Bemühungen des Nahost-Quartetts, zu dem neben Russland die USA, die EU und die Vereinten Nationen gehören, blockiert zu haben.

Russische Kommentatoren gingen davon aus, dass der Krieg der Hamas gegen Israel die Aufmerksamkeit von der Ukraine ablenken werde, weil der Westen nun das „ewige Feuer“ im Nahen Osten löschen wolle. Russische Politiker äußerten indes die Hoffnung, dass etwa die wegen Moskaus Krieg gegen die Ukraine nach Israel geflohenen IT-Spezialisten und andere Experten vor der neuen Gewalt dort fliehen und in ihre Heimat zurückkehren könnten. Israel gehört zu den begehrtesten Auswanderungszielen für Russen mit jüdischen Wurzeln, die dort vergleichsweise leicht die Staatsbürgerschaft bekommen.

Ukraine-Krieg: Kiew erzielt Fortschritte an südlicher Front

Erstmeldung: Kiew – Im Ukraine-Krieg galt zuletzt vor allem der südliche Frontabschnitt als besonders umkämpft. Aus Kiew drangen immer wieder Meldungen durch, dass die ukrainischen Streitkräfte erste Erfolge bei ihren Angriffen auf die Krim-Halbinsel erzielen konnten. Auch die russische Schwarzmeerflotte geriet in den vergangenen Tagen und Wochen zunehmend in die Defensive und musste angeblich sogar eine Basis auf der von Russland besetzten Halbinsel aufgeben.

Nun meldet der britische Geheimdienst, dass die Ukraine auch im Westen des Landes weitere Gebietsgewinne erzielen konnte. Laut dem aktuellen Bericht des Geheimdienstes zum Ukraine-Krieg sei den Streitkräften Kiews gelungen, die Front rund um das Dorf Welyka Nowosilka zu stabilisieren. Das berichtet das Nachrichtenmagazin European Pravda. Noch im Sommer hatten ukrainische Medien von heftigen Kämpfen rund um das Dorf berichtet. Den ukrainischen Streitkräften soll es gelungen sein, mindestens 125 Quadratkilometer Territorium zu sichern.

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Heftige Kämpfe um Tokmak

Russland attackiert mehrere Städte in der Ukraine

Auch Russland hat unterdessen seine Attacken im Ukraine-Krieg in der vergangenen Nacht fortgesetzt. Sowohl aus den Städten Saporischschja als auch aus Cherson wurden nächtliche Angriffe gemeldet. Laut Informationen der örtlichen Behörden soll es rund um Saporischschja zu mehr als 21 russischen Attacken gekommen sein. Aus Cherson meldeten die ukrainischen Verteidiger russische Angriffe mit Streumunition. In beiden Städten sollen mehrere Zivilisten getötet und weitere Personen verletzt worden sein. (dil/dpa)

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