„Für Frieden arbeiten“

Ukraine-Verhandlung mit Selenskyj und Rubio: „Achse des Bösen“ setzt ihre Flotten in Bewegung

  • Victoria Krumbeck
    VonVictoria Krumbeck
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Die Zukunft der Ukraine könnte in Saudi-Arabien beeinflusst werden. Währenddessen führen Russland, China und Iran eine Machtdemonstration durch.

Dschidda – In den nächsten Tagen soll in Saudi-Arabien über Frieden in der Ukraine beraten werden. Diesmal reist der US-Außenminister Marco Rubio mit seiner Delegation an, um sich mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu treffen. Bereits im Februar hatten sich Vertreter der USA und Russland in Saudi-Arabien getroffen. Während der Gespräche setzt die „Achse des Bösen“ ein deutliches Zeichen der Stärke.

Ukraine-Verhandlungen: Selenskyj für Gespräche in Saudi-Arabien – „Achse des Böse“ vor Oman

Mit dem Begriff „Achse des Bösen“ prägte der ehemalige US-Präsident George W. Bush das politische Vokabular. Die Bezeichnung wurde für Staaten verwendet, die der USA feindlich gegenüberstehen. Im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg werden damit Staaten beschrieben, die Russland im Angriffskrieg unterstützen. Dazu gehören China, Iran und Nordkorea. Mit zwei der Staaten wird Russland eine Marineübung abhalten.

Während sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Gespräche mit den USA vorbereitet, werden China, Russland und Iran eine Marineübung absolvieren.

„Die chinesische, iranische und russische Marine werden im März eine gemeinsame Übung durchführen“, hieß es in einer Mitteilung des chinesischen Verteidigungsministeriums am Sonntag (9. März). Unter dem Codenamen „Security Belt-2025“ soll die Übung in der Nähe des iranischen Hafens Tschahbahar starten, der zum Golf von Oman hinausgeht. Das Ministerium erklärte: „Ziel sei es, das gegenseitige militärische Vertrauen zu stärken und die pragmatische Zusammenarbeit zwischen den Seestreitkräften der beteiligten Länder zu fördern.“

Ukraine-Gespräche in Saudi-Arabien – „Achse des Bösen“ hält Marineübung ab

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim sollen die Übungen am Dienstag beginnen. Die Dauer blieb bisher unklar. Teilnehmen sollen demnach Kriegsschiffe der chinesischen, russischen und iranischen Marine sowie der iranischen Revolutionsgarden. Russland werde mit zwei Korvetten und einem Tankschiff der Pazifikflotte vertreten sein, wie das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte. China, Russland und der Iran hatten bereits in den Jahren zuvor im März eine Marineübung abgehalten.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Währenddessen kündigte Selenskyj am Sonntag an, nach Dschidda zu reisen. „Morgen werden wir weiter für den Frieden arbeiten – ich werde Saudi-Arabien besuchen“, bestätigte er am Sonntagabend in seiner täglichen Videoansprache die Teilnahme an den Verhandlungen. Die ersten Gespräche der Unterhändler seien bereits zufriedenstellend verlaufen. „Wir hoffen auf Ergebnisse, sowohl im Hinblick auf den Frieden als auch auf die weitere Unterstützung.“

Ukraine-Verhandlung: US-Außenminister Rubio reist nach Saudi-Arabien

Auch Rubio war in der Nacht auf Montag nach Dschidda aufgebrochen. Die Delegationen der zwei Staaten wollen nach US-Angaben über eine Waffenruhe mit Russland beraten. Bei dem Treffen solle „über Rahmenbedingungen für ein Friedensabkommen und eine erste Waffenruhe“ gesprochenen werden, sagte der US-Gesandte Steve Witkoff, der ebenfalls an den Gesprächen teilnimmt.

US-Präsident Donald Trump, der nicht an dem Treffen teilnimmt, sagte am Sonntag zu Journalisten: „Ich denke, wir werden ein gutes Ergebnis in Saudi-Arabien erzielen.“ Laut einer anonymen Quelle wolle Trump sichergehen, dass Selenskyj zu Zugeständnissen an Russland bereit sei, wie der Sender NBC News berichtete. Bisher hatte das der ukrainische Präsident abgelehnt. (vk/dpa/afp)

Rubriklistenbild: © Fotomontage Iranian Army Office/ZUMA Press Wire/Sean Kilpatrick/dpa