Russische Flotte im Schwarzen Meer

Ukrainischer Militärschlag zeigt Wirkung: Russland verlegt Schiffe aus dem Schwarzen Meer

  • Stefan Krieger
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Nach einer Reihe von Angriffen der Ukraine zieht Russland Schiffe aus dem Schwarzen Meer ab. Ein schwerer Schlag für Putins Marine.

Sewatopol – Die jüngsten Schläge der Ukraine gegen die russische Seeflotte in Sewatopol ist offensichtlich nicht ohne Auswirkung geblieben. Ein ukrainischer Militäroffizier erklärte am Samstag (16. September), die Marine des russischen Präsidenten Wladimir Putin habe nach einer Reihe von Angriffen drei große Landungsschiffe aus dem Schwarzen Meer abgezogen.

Dmytro Pletenchuk, Sprecher der ukrainischen Seestreitkräfte, sagte einem ukrainischen Fernsehsender, Russland habe die Schiffe vom Schwarzen Meer ins Asowsche Meer verlegt.

Beim Angriff der Ukraine auf Sewastopoler Werft am 13. September sind zwei russische Kriegsschiffe schwer beschädigt worden.

Angriff auf Sewastopol: Trockendock in Flammen

Fotos und Videoaufnahmen von dem Angriff auf Sewastopol am Mittwoch der vergangenen Woche zeigten das Trockendock in Flammen. Berichten zufolge wurden bei den Angriffen ein großes Landungsschiff, die „Minsk“, und ein Angriffs-U-Boot („Rostow-na-Donu“) erheblich beschädugt.

„Diese Prozesse zur Befreiung unseres Territoriums werden auch in Zukunft weitergehen“, sagte Pletenchuk in einem Fernsehinterview laut Berichten der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrainska Pravda. Er fügte hinzu: „Übrigens ist es bezeichnend, dass die russischen Invasoren heute aus irgendeinem Grund drei große Landungsschiffe vom Schwarzen Meer ins Asowsche Meer verlegt haben.“

Ukraine feiert Erfolg: Russisches U-Boot zerstört

Während des Gesprächs erwähnte Pletenchuk die „Minsk“ und sagte, das Schiff sei aufgrund der bei dem jüngsten Angriff erlittenen Schäden und wegen seines Alters nicht mehr zu reparieren. Der Sprecher der Streitkräfte bezeichnete die „Minsk“ als Teil des „Syrien-Express“ und sagte, sie sei für die Lieferung von Waffen und die Bereitstellung von Logistik für Moskaus Militäroperationen in Syrien eingesetzt worden.

Er wies darauf hin, dass das U-Boot, von dem er annimmt, dass es sich nicht in einem nicht-reparablen Zustand befindet, vermutlich das erste russische U-Boot ist, das die Streitkräfte der Ukraine zerstören konnten.

Britisches Verteidigungsministerium geht von hohem Schaden aus

Auch das britische Verteidigungsministerium erklärte am Freitag (15. September), dass das russische Verteidigungsministerium zwar „die Schäden an den Schiffen herunterspielt, dass aber aus offenen Quellen hervorgeht, dass die Minsk mit ziemlicher Sicherheit funktionell zerstört wurde, während die Rostow wahrscheinlich katastrophale Schäden erlitten hat“.

Das Landungsschiff „Minsk“ und das U-Boot „Rostow-na-Donu“ hätten für Reparaturen in einem Trockendock gelegen, als sie in der Nacht zum Mittwoch getroffen wurden, hieß es in der Mitteilung. Jegliche Bemühungen, das U-Boot wieder in Dienst zu nehmen, dürfte demnach „viele Jahre dauern und Hunderte Millionen Dollar kosten“.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Es sei auch eine realistische Option, dass die Beseitigung der Wracks aus den Trockendocks diese für mehrere Monate unbrauchbar machen könnte, hieß es weiter. Dies würde für die russische Schwarzmeerflotte eine „erhebliche Herausforderung für die Wartung ihrer Schiffe darstellen“. Der Verlust der „Rostow“ würde zudem eines von vier russischen U-Booten im Schwarzen Meer außer Betrieb setzen, das in der Lage war, Marschflugkörper abzufeuern. Solche U-Boote hätten eine bedeutende Rolle bei Angriffen gegen die Ukraine gespielt und seien für Russland als militärische Macht in der Region von großer Bedeutung. (skr)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Viktoria Sukonnikova

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