US-Wahl
Trump-Fans schwenken Hakenkreuz-Flaggen bei Wahlkampfveranstaltung in Florida
VonBabett Gumbrechtschließen
Nicht nur Trump selbst, sondern auch seine Anhänger fallen durch rassistisches Auftreten auf. Knapp drei Wochen vor der US-Wahl scheint ein neuer Tiefpunkt erreicht.
Palm Beach – Es sind alarmierende Bilder. Maskierte Männer mit bedruckten Hakenkreuz-Shirts und Flaggen hatten am Wochenende mit ihrem Boot versucht, an einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump in Florida teilzunehmen. Der republikanische Präsidentschaftskandidat trat am Sonntag (13. Oktober) in seinem Heimatbezirk Palm Beach auf.
Mehrere X-User teilten die Aufnahme von den Männern. Auch Trumps Nichte Mary L. Trump, die ihren Onkel häufig kritisiert, postete die Bilder auf X und schrieb: „Was zur Hölle machen wir hier überhaupt?“. Auf den Videos soll zu hören sein, wie die Männer auf dem Boot Sätze sagen wie: „Wir müssen Amerika wieder weiß machen“ und „Heil Trump“, berichtet Newsweek.
What the fuck are we even doing? pic.twitter.com/KvkR1BNOaR
— Mary L Trump (@MaryLTrump) October 14, 2024
Republikanische Partei äußert sich nicht zu Hakenkreuz-Flaggen: Trump selbst gibt sich ausländerfeindlich
Die Republikanische Partei hat sich noch nicht zu den Vorfällen und Plakaten mit Hakenkreuzen geäußert. Doch Trump selbst fiel im US-Wahlkampf immer wieder durch rassistische Beleidigungen auf. Im TV-Duell gegen seine Kontrahentin Kamala Harris behauptetet Trump beispielsweise, dass Einwanderer aus Haiti in der Kleinstadt Springfield im Bundesstaat Ohio Hunde und Katzen von Einheimischen fangen und essen würden.
Trump stellt Einwanderer immer wieder pauschal als gefährliche Kriminelle dar und nutzt entmenschlichende Sprache. Bei seiner Antrittsrede zum Präsidentschaftskandidaten auf dem Parteitag der Republikaner in Milwaukee im Juli bezeichnete er Migranten indirekt als Müll.
Trump plant Kundgebung im Madison Square Garden: Demokrat zieht Parallelen zu Nazis
Zudem werbe Trump offenbar zunehmend um die Gunst von Anhängern rassistischen Gedankenguts, wie das Portal Daily Beast berichtet. Sein Wahlkampfteam kündigte vor kurzem an, dass es am 27. Oktober, neun Tage vor der Präsidentschaftswahl, eine Kundgebung im Madison Square Garden abhalten werde. Dieser Veranstaltungsort ist dafür berüchtigt, kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mehr als 20.000 Hitler-Anhänger beherbergt zu haben.
US-Wahl 2024: Trump oder Harris – diese Promis beziehen Stellung




„Um es klar zu sagen: Trump zu erlauben, eine Veranstaltung im MSG abzuhalten, ist gleichbedeutend mit der berüchtigten Nazi-Kundgebung im Madison Square Garden am 20. Februar 1939“, postete der demokratische Senator des Staates New York, Brad Hoylman-Sigal, als Reaktion auf die Ankündigung auf X.
Sein republikanischer Amtskollege Rob Ortt bezeichnete den Vergleich umgehend als „abstoßend“, Hoylman-Sigal blieb jedoch bei seinen Bemerkungen und sagte: „Ich nenne niemanden einen Nazi. Ich habe lediglich auf eine historische Ähnlichkeit hingewiesen.“ (bg)
Rubriklistenbild: © Montage: Alex Brandon/dpa/Screenshot/X

