US-Wahl 2024

„Verängstigter alter Mann“: Möglicher Harris-Vize Kelly macht sich über Trump lustig

  • VonKilian Beck
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Am Montag will Harris über ihren Stellvertreter entscheiden. Senator Mark Kelly stichelt derweil gegen den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump.

Washington D.C. – US-Senator Mark Kelly teilt gegen Ex-Präsident Donald Trump aus. Trumps Beschimpfungen gegen Vizepräsidentin Kamala Harris seien die Reaktion eines „verängstigten, alten Mannes“, sagte Kelly dem US-Sender CNN. Kelly ist als möglicher Vizepräsidentschaftskandidat von Harris zur US-Wahl im November im Gespräch. Der Sender spielte ihm zuvor Aussagen von Trump bei einer Podiumsdiskussion einer schwarzen Journalistenvereinigung vor. Trump stellte dort Harris ethnische Zugehörigkeit infrage und beschimpfte eine Journalistin des Senders ABC.

Der 60-jährige Kelly, ein ehemaliger Astronaut, holte für die Demokraten 2020 den Senatssitz in Arizona zum ersten Mal seit fast 60 Jahren.

Harris hat Trump „im ganzen Land, in den Hintern getreten“ – Möglicher Vize Kelly

Kelly hatte auch eine Erklärung parat, warum er Trump für einen verängstigten alten Mann hält: Der 78-jährige, verurteilte Straftäter, habe Angst gegen Harris zu verlieren, vielleicht habe er sogar Angst vor einem TV-Duell gegen Harris, so Kelly. Harris habe die vergangene Woche damit verbracht, Trump „im ganzen Land, in den Hintern zu treten“, fügte er hinzu.

Trump habe Angst um seine eigene Zukunft, meinte Kelly, mit Blick auf die im Spätsommer anstehende Verkündung des Strafmaßes gegen Trump im sogenannten Schweigegeld-Verfahren. Dem Ex-Präsidenten könnte eine Haftstrafe drohen.

Trumps Freifahrtschein aus dem Gefängnis – Sieg gegen Harris bei der US-Wahl

Deshalb, so US-Beobachter, sei ein Wahlsieg für Trump möglicherweise existentiell wichtig. Dabei könnte er sogar aus dem Gefängnis zur US-Wahl antreten. Nachdem die radikal konservative Mehrheit am Obersten Gerichtshof Trump rückwirkend für die Ausübung des Präsidentenamtes weitgehende strafrechtliche Immunität zugesprochen hatte, könnte die Präsidentschaft für ihm zu einem Freifahrtschein aus dem Gefängnis werden.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Trumps Angriffe auf Harris seien rassistisch, sagte Kelly weiter und betonte: „Das ist sein Spielplan.“ Trump habe auch vor seiner Zeit auf nationaler Bühne nie etwas anderes getan, als Menschen aufgrund äußerer Merkmale zu betrachten und zu beschädigen. Nur, so Kelly, werde er damit, gegen Harris politischer Karriere alt aussehen. Der Senator breitete den Gegensatz aus, in dem Harris und ihr Wahlkampfteam sie seit ihrer Kandidatur gegen Trump porträtieren: verurteilter Straftäter gegen ehemalige Generalstaatsanwältin.

Ex-Astronaut Kelly als möglicher Harris-Vize – Entscheidung am Montag

Harris kommentierte die Anwürfe Trumps bei einer Rede im Bundesstaat Texas knapp: Trumps hetzendes und spaltendes Verhalten sei nichts Neues. „Das Land verdient etwas Besseres“, sagte die Vizepräsidentin. Die designierte Kandidatin der Demokraten zur Präsidentschaftswahl wird demnächst ihren Stellvertreter auswählen.

Laut US-Medien sind noch drei Männer im Rennen: Tim Walz, Gouverneur von Minnesota, Josh Shapiro, Gouverneur von Pennsylvania und Senator Kelly. Von den drei Männern hat Kelly als ehemaliger Kampfpilot und Astronaut den wohl ausgefallensten Lebenslauf. Am kommenden Montag (5. August) wird Harris Entscheidung erwartet, mit wem sie in den Wahlkampf ziehen will. (kb)

Rubriklistenbild: © Christopher Brown/ZUMA Press Wire/dpa