Vorfall zwischen Luftwaffen

Moskau schickt Kampfjets los: US-Bomber am Überfliegen der russischen Grenze in der Arktis gehindert

  • Bedrettin Bölükbasi
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Der Luftraum über der Barentssee wird immer wieder zum Schauplatz von Reibereien zwischen Russland und den USA. Kampfjets von Moskau sollen jetzt zwei US-Bomber abgefangen haben.

Moskau – Das russische Verteidigungsministerium hat nach eigenen Angaben seine Luftwaffe mobilisiert, um zwei US-Bomber am Überfliegen seiner Grenze über der Barentssee in der Arktis zu hindern. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte am Sonntag (21. Juli), es habe Kampfjets losgeschickt, um ein „Luftziel, das sich der Staatsgrenze der Russischen Föderation nähert“, abzufangen. Die Besatzungen der russischen Kampfflugzeuge hätten das Luftziel als „zwei US-Bomber vom Typ B-52H“ identifiziert.

Vorfall über Barentssee: Russische Jets fangen wohl US-Bomber ab

„Als sich die russischen Kampfflugzeuge näherten, korrigierten die amerikanischen strategischen Bomber ihren Kurs, entfernten sich und drehten dann von der russischen Staatsgrenze ab“, hieß es.

Kampfjet vom Typ Suchoi-Su30 – hier links neben einer MIG-29 zu sehen.

Die regelmäßigen US-Flüge über internationalen Gewässern finden laut Washington in neutralem Luftraum und in Übereinstimmung mit internationalem Recht statt. Moskau reagierte jedoch in den vergangenen Monaten mit verschärfter Rhetorik auf die Übungen: Im Juni warnte das russische Verteidigungsministerium angesichts vermehrter US-Drohnenflüge über dem Schwarzen Meer vor einer „direkten Konfrontation“ mit Nato-Ländern.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Gegenseitige Abfangmissionen zwischen Russland und Nato: Auch deutsche Jets beteiligt

Die erhöhte Anzahl der US-Drohnenflüge zeige „die zunehmende Beteiligung der Vereinigten Staaten und der Nato-Länder am Konflikt in der Ukraine“, hieß es damals. Moskau warf Washington vor, die Flüge dazu zu nutzen, um die Ukraine bei Angriffen auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim zu unterstützen.

Nicht nur Russland, sondern auch die Nato bewacht ihren Luftraum mit äußerster Vorsicht. Immer wieder müssen besonders über dem Baltikum und der Ostsee Kampfjets aus Nato-Ländern aufsteigen, um russische Flieger abzufangen, die sich der Nato-Grenze nähern. An den Luftmissionen beteiligen sich oft auch deutsche Kampfjets. (bb/AFP)

Rubriklistenbild: © Sergei Chirikov/epa/dpa

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