Russlands Verluste

Verluste für Russland: Opferzahlen im Ukraine-Krieg bleiben konstant hoch

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Jeden Tag steigt im Ukraine-Krieg die Zahl der russischen Verluste. Der ukrainische Generalstab meldet aktuelle Daten. Ein Überblick.

Kiew – Seit Monaten versuchen russische Einheiten im Ukraine-Krieg, ihre Geländegewinne rund um den Donbass auszuweiten. Dabei scheint die Armee des russischen Autokraten Wladimir Putin hohe Verluste an Soldaten und Material, aber nur geringe Erfolge zu verbuchen. Offiziell gibt Russland keine Zahlen dazu bekannt. Die Verluste gelten als militärisches Geheimnis.

Der Ukraine-Krieg wird mit aller Härte weitergeführt. Die Verluste Russlands steigen deutlich an. (Archivbild)

Russland erleidet im September 2024 so viele Verluste wie nie zuvor im Ukraine-Krieg

Putin sieht sich mit Blick auf den anhaltenden Krieg zunehmend unter Druck. So war der September 2024 für Russland der bisher verlustreichste Monat überhaupt im Ukraine-Krieg. Wie der britische Militärgeheimdienst in seiner Monatsbilanz mitteilte, sind durchschnittlich pro Tag 1271 russische Soldaten getötet oder schwer verwundet worden.

Im Oktober scheint sich die Lage noch weiter zu verschlimmern. Die Verluste für Russland steigen offenbar jeden Tag exorbitant an. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs sollen allein in den vergangenen 24 Stunden etwa 1440 russische Soldaten bei Kampfhandlungen getötet oder schwer verletzt worden sein. Die Gesamtzahl der Opfer beträgt demnach knapp 689.040 tote und verwundete Soldaten. Die Daten lassen sich unabhängig jedoch nicht überprüfen.

Russlands schwere Verluste im Ukraine-Krieg in Zahlen

DatumVerluste am TagVerluste insgesamt
27. Oktober (So)1440689.040
26. Oktober (Sa)1690687.600
25. Oktober (Fr)1630685.910
24. Oktober (Do)1240684.280
23. Oktober (Mi)1460683.040
22. Oktober (Di)1350681.580
21. Oktober (Mo)1710680.230
20. Oktober (So)1340678.520

Russland muss auch bei der Ausrüstung schwere Verluste im Ukraine-Krieg hinnehmen

Neben den Verlusten unter den Soldaten, werden auch zerstörte Panzer, Drohnen und andere Waffensysteme dokumentiert. Die Zahlen in der folgenden Liste werden ebenfalls von der ukrainischen Militärführung mitgeteilt (Stand 27. Oktober). Diese Zahlen können ebenfalls nicht überprüft werden.

  • Panzer: 9113 (+4 zum Vortag)
  • Gepanzerte Fahrzeuge: 18.355 (+23)
  • Artilleriesysteme: 19.821 (+39)
  • Mehrfach-Raketenwerfer: 1240
  • Luftverteidigungssysteme: 984
  • Drohnen: 17.799 (+73)
  • Flugzeuge: 369
  • Hubschrauber: 329
  • Marschflugkörper: 2625
  • Kriegsschiffe und Boote: 28
  • Fahrzeuge und Tanklaster: 27.560 (+100)
  • Spezialausrüstung: 3542 (+1)

Krieg in der Ukraine

Über alle Entwicklungen aus dem Ukraine-Krieg und die Lage an der Front informieren wir aktuell in unserem News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Verifizierte Verluste Russlands im Ukraine-Krieg

Wie viele Menschen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine bislang tatsächlich fielen, lässt sich nur schwer abschätzen. Westliche Geheimdienste versuchen, die Zahl der verwundeten und getöteten Soldaten einzuschätzen. Ein hochrangiger US-Verteidigungsbeamter sagte Anfang Oktober, dass Russland seit Beginn des Krieges mehr als 600.000 Opfer zu beklagen habe.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Der britische Geheimdienst bestätigte im Oktober die Einschätzung des ukrainischen Generalstabs, wonach Russland seit seiner Invasion im Februar 2022 mehr als 660.000 Soldaten im Ukraine-Krieg verloren habe. Weiter versuchen der russische Dienst des britischen Senders BBC und Mediazona, die Namen von im Krieg getöteten Russen zu identifizieren. Bislang konnten die Namen von 75.382 Gefallenen verifiziert werden. (cs)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Martin Pedaja

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