Im Ukraine-Krieg
Putin plant riesige Show zum Jahresende – mit etlichen Änderungen
VonLukas Rogallaschließen
Mitten im Krieg gegen die Ukraine will sich Wladimir Putin auf großer Bühne den Fragen von Bürgern und Medien stellen – nur wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl.
Moskau – Diesmal soll die Putin-Show zum Ende des Jahres wieder stattfinden. Nach einer kriegsbedingten Pause im vorigen Jahr wird Russlands Präsident Wladimir Putin laut Kreml im Dezember erstmals wieder eine große Pressekonferenz abhalten. Die Fragerunde für Journalisten werde mit der Fernsehshow „Der direkte Draht“, bei dem Bürgerinnen und Bürger Russlands ihre Probleme schildern können, zusammengelegt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag (9. November) der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.
Ein konkretes Datum nannte er nicht, in sozialen Netzwerken kursierte aber bereits der 19. Dezember als möglicher Zeitpunkt für die Veranstaltung. Eine offizielle Ankündigung soll in Kürze folgen. Das Medienereignis ist damit vor der Präsidentenwahl im März des kommenden Jahres angesetzt, bei der Putins Kandidatur und Wiederwahl erwartet wird.
Putin meidet wegen Ukraine-Krieg ausländische Medien
Wegen seines Kriegs gegen die Ukraine hatte Putin die stets auf mehrere Stunden anberaumte Pressekonferenz im vergangenen Dezember erstmals seit zehn Jahren ausfallen lassen. Beobachterinnen und Beobachter waren damals überzeugt, dass Putin die Fragen der internationalen Journalisten vermeiden wollte – angesichts des am 24. Februar 2022 begonnenen Krieges gegen die Ukraine, wo seine Armee immer wieder Niederlagen einstecken musste. Inzwischen tritt Putin wieder zunehmend selbstbewusst auf, dass Russland den Ukraine-Krieg gewinnt.
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Die nationale Fernsehsprechstunde „Direkter Draht“, bei der Bürger normalerweise alljährlich persönlich Beschwerden bei Putin vorbringen können, war ebenfalls ausgefallen im vergangenen Jahr. Sie wurde zuletzt am 30. Juni 2021 organisiert.
In den vergangenen Monaten hatte Wladimir Putin immer wieder auf Fragen linientreuer Journalistinnen und Journalisten geantwortet, die ihn etwa auf seinen Reisen begleiten oder im Kreml treffen. Unabhängige Medien sind zu solchen Runden schon seit langem nicht mehr zugelassen. (lrg/dpa)
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