Keine Eskalation
„Air Defender 23“ als klares Signal Richtung Russland: „Nato-Territorium ist rote Linie“
VonLisa Kleinschließen
„Air Defender 23“ ist die größte Militärübung seit Bestehen der Nato. Das Bündnis will Stärke in Richtung Russland zeigen – gleichzeitig soll eine Eskalation vermieden werden.
Vom 12. bis 23. Juni findet die Nato-Militärübung „Air Defender 23“ unter deutscher Leitung statt. Laut Bundeswehr soll das sogenannte „Artikel-5-Beistandsszenario“ nachempfunden werden – echo24.de berichtet, welcher fiktive Verteidigungsfall geübt wird. Mit Blick auf den Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt, haben wohl manche ein ungutes Gefühl. Die Luftwaffe will mit dem Manöver gemeinsam mit den beteiligten Nato-Partnern Stärke zeigen. Könnte Russland das als Provokation bewerten?
Militärübung soll Stärke demonstrieren: „Nato-Territorium ist einfach die rote Linie“
Eine Eskalation mit Blick auf Russland soll vermieden werden. „Wir tun alles, damit es nicht eskalierend wirkt“, sagte der Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, am Montag im Inforadio des RBB. Als Beispiel sagte er: „Wir werden keine Flüge in Richtung Kaliningrad unternehmen.“ Viele Leute auch in seinem privaten Umfeld sagten ihm: „Es ist gut, dass wir zeigen, wir sind stark, wir können uns verteidigen, um das ganz klare Signal zu senden: Nato-Territorium ist einfach die rote Linie.“ Die Bundeswehr versichert: Die Nato-Übung „Air Defender 23“ ist für die Bevölkerung nicht gefährlich.
Nato demonstriert mit Manöver „Air Defender 23“ Stärke mit Blick auf die Ukraine
Das Manöver „Air Defender 2023“, das an diesem Montag beginnt, ist die größte Luftwaffenübung seit Bestehen der Nato. An der Übung unter deutscher Führung nehmen bis zum 23. Juni 25 Nationen sowie die Nato teil. Nach Angaben der Bundeswehr sind rund 10.000 Soldatinnen und Soldaten und 250 Flugzeuge beteiligt.
„Das ist das Signal, das wir uns selbst zeigen, wie schnell wir handeln können“, sagte Gerhartz. „Dass das natürlich jetzt auch in eine ganz besondere Zeit fällt, mit Blick auf den Krieg in der Ukraine – ich meine, das ist auch offensichtlich.“
Vor Beginn des internationalen Manövers demonstrierten am Samstag Hunderte Menschen vor dem Fliegerhorst Wunstorf. Der Luftwaffen-Inspekteur zeigte Verständnis für Proteste gegen die Übung. „Ich bin da absolut dabei, dass es gut ist, dass Leute auch ihre Meinung äußern. (...) Wir bieten da auch jegliches Gespräch an“, sagte er.
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