Diebstahl, Vermögens- & Fälschungsdelikte

Kriminalität in Baden-Württemberg: Karte zeigt häufigste Delikte

  • Fabian Girschick
    VonFabian Girschick
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Über 550.000 Straftaten wurden 2022 in Baden-Württemberg begangen, knapp 45 Prozent davon im öffentlichen Raum. Dabei kommen einige Delikte deutlich häufiger vor als andere.

Baden-Württemberg gilt als eines der sichersten Bundesländer in Deutschland. Dennoch bleiben die Bürgerinnen und Bürger auch hier nicht vor Straftaten geschützt. Insbesondere in Großstädten wie Freiburg im Breisgau, Karlsruhe oder Mannheim weist die Kriminalitätsstatistik der Polizei hohe Ausschläge auf, wie eine Karte des Deutschlandatlasses zeigt.

Immerhin: 2022 war die Gefahr, in Baden-Württemberg Opfer einer Straftat zu werden, so niedrig wie seit fast 40 Jahren nicht mehr. Lediglich während der Pandemie-Jahre 2020 und 2021 gab es aufgrund der Lockdowns noch weniger Kriminalität. Zudem konnte die Aufklärungsquote in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zunehmen. „Damit ist und bleibt Baden-Württemberg eines der sichersten Länder“, äußerste sich der Innenminister Thomas Strobl bei einer Pressekonferenz.

Diebstähle und Vermögensdelikte zählen zu den häufigsten Straftaten

246.104 der begangenen Straftaten haben sich 2022 im öffentlichen Raum abgespielt, dies sind knapp 45 Prozent. Zwar sind dies deutlich weniger als beispielsweise beim letztmaligen Höchststand 2015 (minus zehn Prozent), dennoch ist diese Zahl nicht zu unterschätzen. Schließlich wird das Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger maßgeblich durch Straftaten auf Straßen, Wegen oder Plätzen, in Parks oder der Bahn beeinflusst.

Mit 23,3 Prozent nehmen Diebstahldelikte den größten Anteil dieser Straftaten ein, darunter vor allem Taschen-, Laden- und Fahrraddiebstähle. Vermögens- und Fälschungsdelikte liegen bei 17,2 Prozent, Sachbeschädigungen bei 15,9 Prozent und Aggressionsdelikte bei 10,9 Prozent.

Cybercrime und Betrugsanrufe nehmen zu

Während die Fallzahlen im öffentlichen Raum also rückläufig sind, nimmt die Cyberkriminalität immer mehr zu. Aktuell macht diese zwar nur zwei Prozent der Gesamtkriminalität aus, dennoch werden immer mehr Menschen zum Opfer von Schadsoftware oder Erpressung. Dies belegt die Zahl von über 11.000 Straftaten im Bereich der Cyberkriminalität, welche ein Zehnjahreshoch darstellt. Darüber hinaus befinden sich die Straftaten der Allgemeinkriminalität mit dem Tatmittel Internet und/oder IT-Geräte bei 38.917 Fällen.

Doch auch übers Telefon wird weiterhin Kriminalität ausgeübt: 2022 sind betrügerische Anrufstraftaten mit den Tatbegehungsweisen „Falscher Polizeibeamter“, „Enkeltrick“ und „Schockanruf“ um 62 Prozent auf 18.549 Fälle angestiegen. Der Gesamtschaden beläuft sich auf 20,6 Millionen Euro. Die Polizei empfiehlt Betroffenen bei etwaigen Vorfällen, sich direkt an die 110 zu wenden.

Gewalt gegen Einsatzkräfte nimmt zu, Wohnungseinbrüche ab

Auch die Gewalt gegen Einsatzkräfte und gegen Polizeibeamtinnen- und beamte hat 2022 einen Höchststand erreicht. Um 8,3 Prozent sind diese auf 5.467 Straftaten angestiegen. Häufig handelt es sich dabei um tätliche Angriffe, bei denen die Einsatzkräfte und Polizeibeamtinnen- und beamte tatsächlich verletzt werden.

Wohnungseinbrüche nehmen – verglichen mit 2019 – dahingegen wieder ab, und zwar um ganze 30 Prozent. Zwar gab es, wie bei fast allen Straftaten, während der Pandemie-Jahre noch weniger, aber für ein realitätsgetreueres Bild ist der Vergleich mit 2019 wahrscheinlich ohnehin relevanter.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth, dpa/ IMAGO, Michael Bihlmayer/ Collage: echo24.de

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