GDL-Tarifkonflikt
Bahn-Streik im Januar: Ab wann stehen die Züge still? Neue Details bekannt
VonLisa Kleinschließen
Der „Weihnachtsfrieden“ im Tarifkonflikt zwischen der GDL und der Bahn endet am Montag. Ein längerfristiger Streik ist bereits angekündigt. Ab wann steht alles still?
Bereits im Dezember hat die Lokführergewerkschaft GDL weitere Bahn-Streiks im Januar angekündigt. Dabei drohte der GDL-Chef Claus Weselsky direkt mit deutlich längeren Streiks als bisher: „Es bleibt nicht bei weiteren 24-Stunden-Streiks“, sagte er im Dezember 2023. Seitdem warten alle, die auf den Bahn-Verkehr angewiesen sind, die Verkündung des „Mega-Streiks“.
„Ab dem 8. Januar sollte man mit längeren Arbeitskämpfen rechnen“, sagte Claus Weselsky der „Augsburger Allgemeinen“ im Dezember. Doch neusten Informationen zufolge soll wohl doch nicht ab Montag, dem 8. Januar, gestreikt werden. Aufatmen können Bahn-Reisende trotzdem nicht: Der Streik wird sich voraussichtlich nur um wenige Tage nach hinten verschieben – soll aber kommen. Welche Rechte Bahn-Reisende bei einem Streik haben, berichtet echo24.de.
Bundesweiter Bahn-Streik droht: Neues Angebot im Tarifkonflikt mit der GDL
Im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL gibt es ein neues Angebot, teilt die „dpa“ am Freitag mit. Darin greift das Unternehmen erstmals die Kernforderung der Gewerkschaft nach einer Absenkung der Arbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden auf.
„Um einen guten Kompromiss zu finden, wollen wir gemeinsam über neue Wege einer intelligenten und zeitgemäßen Arbeitszeitgestaltung sprechen“, teilte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler mit. Konkret schlägt die Bahn vor, ein bestehendes Wahlmodell, das auch Arbeitszeiten umfasst, zu erweitern. Die Gewerkschaft äußerte sich am Freitag zunächst nicht zum erweiterten Angebot der Bahn.
Neue Details zu geplantem Bahn-Streik: Züge sollen wohl frühstens Mittwoch stillstehen
Ob mit dem Angebot Arbeitskämpfe abgewendet werden können, ist fraglich. Am Sonntag endet der selbstauferlegte „Weihnachtsfrieden“ der GDL. Streiks sind ab Montag damit wieder möglich. Nach einer Urabstimmung können sie auch deutlich länger dauern als die jüngsten Warnstreiks.
Zumindest am Montag oder Dienstag sind Arbeitskämpfe aber unwahrscheinlich, schreibt die „dpa“: Der Deutsche Beamtenbund (DBB), in dem die GDL Mitglied ist, veranstaltet in Köln seine traditionelle Jahrestagung. „Ich habe mit (GDL-Chef) Claus Weselsky schon vor Weihnachten verabredet, dass während der Tagung in Köln keine Streiks stattfinden werden“, sagte DBB-Chef Ulrich Silberbach dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Freitag.
Sollte es doch bereits am Montag zu Bahn-Streiks kommen, würde das für noch mehr Chaos sorgen. Denn: Am Montag protestieren die Bauern mit Tausenden Traktoren und legen den Verkehr bundesweit lahm. echo24.de fasst zusammen, wo aufgrund der Bauernproteste zwischen Heilbronn und Stuttgart Verkehrschaos droht.
Neues Angebot der Bahn im Tarifkonflikt mit der GDL: Das steckt dahinter
Was sieht das neue Angebot der Bahn vor? Bisher können sich Beschäftigte entscheiden, ob sie etwa mehr Geld, mehr Urlaub oder weniger Wochenarbeitstage haben wollen. Sie könnten etwa von 39 auf 37 Wochenstunden verringern, bekommen dafür aber 5,7 Prozent weniger Lohn. Die Bahn bietet nun an, die Wochenarbeitszeit in diesem Modus noch weiter herunterzufahren. Auf der Basis schlägt sie einen neuen Verhandlungsanlauf am Mittwoch vor.
„Wir wollen jetzt über zusätzliche Wahlmodelle für Schichtarbeiter verhandeln“, sagte Seiler der „Süddeutschen Zeitung“. „Die können dann statt 38 nur noch 35 Stunden arbeiten – oder auch 40 Stunden. Jeder wählt aus, wie in einer Cafeteria“.
Wer sich für kürzere Arbeitszeiten entscheide, müsse dafür Abstriche bei einer tariflich vereinbarten Lohnerhöhung machen. „Das ist heute schon so, wenn sich die Mitarbeitenden für zusätzlichen Urlaub entscheiden“, sagte Seiler. Was die Entgelte angeht, bleibt die Bahn bei ihrem bisherigen Angebot von elf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 32 Monaten.
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