Biotonnen werden ausgekippt

Strenge Biomüll-Kontrolle in Hohenlohe: Dieses Bußgeld droht Müllsündern

  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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Im Hohenlohekreis sind 15 bis 20 Prozent Störstoffe im Biomüll. Um diesen Wert zu senken, wurde eine Kontrollaktion gestartet. Bei Verstößen drohen Bußgelder und zusätzliche Gebühren.

Ob Pappe, Plastik, Glas oder die Reste vom Mittagessen – in Deutschland fallen jährlich rund 40 Millionen Tonnen Hausmüll an. Umso wichtiger ist es, den Müll richtig zu trennen, damit er recycelt werden kann. Bisherige Kontrollen haben jedoch gezeigt, dass der Müll nicht ordnungsgemäß getrennt wird. Vor allem im Biomüll finden sich immer wieder Störstoffe wie Plastik, Restmüll oder Verpackungen. Deshalb sollen Müllsünder künftig noch strenger kontrolliert und bestraft werden, schreibt die „Heilbronner Stimme“.

Strenge Kontrolle soll Müllsünder entlarven: Biotonnen werden in Hohenlohe ausgekippt

Die Stadt Heilbronn hat ab Mai 2025 strengere Vorgaben für die Sortierung von Bioabfällen festgelegt. Die neue Bioabfallverordnung schreibt vor, dass der Störstoffanteil im Bioabfall bei der Anlieferung in den Verwertungsanlagen nur noch maximal ein Prozent betragen darf. Noch liege die Beanstandungsquote bei den kontrollierten Biotonnen bei rund drei Prozent, heißt es von Seiten der Stadt.

Davon ist der Bioabfall im Hohenlohekreis noch weit entfernt. „Trotz aller bisherigen Sanktionen befinden sich derzeit immer noch 15 bis 20 Prozent Störstoffe in den Tonnen. Dieser Wert muss dringend massiv gesenkt werden“, schreibt die „Heilbronner Stimme“. Deshalb startete am Dienstag (22. Oktober) in Öhringen eine Kontrollaktion. Speziell geschulte Teams in Schutzanzügen werden stichprobenartig und unangemeldet in allen Abfuhrbezirken des Hohenlohekreises die Biotonne vor der Abfuhr auf einen rollenden Seziertisch kippen und den Inhalt auf unerlaubte Fremdstoffe untersuchen. Anschließend werden die Abfälle wieder in die Behälter gefüllt.

Strenge Biotonnen-Kontrolle in Hohenlohe: Dieses Bußgeld müssen Müllsünder zahlen

Enthält der Bioabfall zu viele Fremdstoffe, wird die beanstandete Tonne mit rotem Klebeband abgesperrt und stehen gelassen. Die ertappten Müllsünder werden dann extra zur Kasse gebeten. Für die Sonderleerung müssen sie je nach Tonnengröße zwischen 8,50 und 19,30 Euro bezahlen, wie die „Heilbronner Stimme“ weiter berichtet.

Was alles in den Biomüll darf, erklärt das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg auf ihrer Homepage. (Symbolbild)

Gravierende Fehlwürfe sollen zudem als Ordnungswidrigkeit angezeigt und mit einem Bußgeld geahndet werden. Diese Sanktion ist rechtlich durch die Abfallwirtschaftssatzung gedeckt. Doch was darf eigentlich in die Biotonne?

Was darf in die Biomülltonne? Bei Verstoß droht Bußgeld

In den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs gibt es unterschiedliche Vorgaben, was in die Biotonne darf und was nicht, schreibt das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Gründe dafür können die unterschiedliche technische Ausstattung der Behandlungsanlagen, die vorgesehenen Verwertungswege oder unterschiedliche Sammelsysteme sein. In Heilbronn und Umgebung dürfen folgende Abfälle in die Biotonne:

  • Salat-, Obst- und Gemüseabfälle
  • Feste Speisereste
  • Eierschalen, Servietten, Küchenpapier, Papiertaschentücher und Eierkartons
  • Brotreste, Teigwaren, Käsereste
  • Blumen, Topfpflanzen, Heu, Stroh, Holzspäne, Laub, Rasenschnitt und Unkraut
  • Kaffee- und Teesatz

(Ralf Reichert/Julia Cuprakowa)

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