Großprojekt in Baden-Württemberg
Vor Wassermassen schützen: Starkregen-Konzept soll auf Ernstfall vorbereiten
VonLisa Kleinschließen
Starkregen und Sturzfluten sind schwer vorhersagbar. 24 Kommunen in Baden-Württemberg wollen bis 2026 ein Handlungskonzept für den Ernstfall erarbeiten. Das Land unterstützt das Großprojekt.
Das Wetter wird immer extremer – auch in Deutschland. Welche heftigen Auswirkungen Starkregen haben kann, zeigen etwa Bilder von den verheerenden Überschwemmungen in Österreich und Slowenien im Sommer. Auch in Baden-Württemberg wird häufiger vor Starkregen gewarnt. Mehrere Städte und Gemeinden haben sich daher nun zusammengetan – und wollen sich gegen „kommende Starkregenereignisse wappnen“.
Starkregen und Sturzfluten kaum vorhersagbar: Konzept soll auf den Ernstfall vorbereiten
An dem Großprojekt nehmen insgesamt 24 Städte aus den Landkreisen Calw, Enzkreis und Freudenstadt teil. Baden-Württemberg fördert das Vorhaben mit 1,1 Millionen Euro. Die Laufzeit des Projekts beträgt drei Jahre, die Umsetzung ist bis 2026 geplant. Auch der Landkreis Heilbronn bereitet sich auf Extremwetter vor.
„Anders als Hochwasser an großen Flüssen sind Starkregen und damit einhergehende Sturzfluten kaum vorhersagbar. Auch deshalb bedeuten sie eine Gefahr für die Bevölkerung und können zu hohen Schäden führen“, erklärt das Umweltministerium in Baden-Württemberg.
„Durch den Klimawandel werden solche Wetterereignisse weiter zunehmen. Umso wichtiger ist es, ein effektives Konzept zu erarbeiten, um auf den Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein“, erklärt Umweltministerin Thekla Walker. echo24.de berichtet, welcher Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und den immer häufiger auftretenden Extrem wettern besteht.
Starkregen und Überschwemmungen: Wenn Unwetter über Deutschland ziehen




Ergebnisse von Projektgruppe sollen Kommunen besser auf Starkregen vorbereiten
Ziel des Projekts ist die Erstellung von „kommunalen Starkregenrisikomanagementkonzepten nach dem Leitfaden des Landes Baden-Württemberg“. Hierbei werden alle drei erforderlichen Bausteine – Gefährdungsanalyse, Risikoanalyse und Handlungskonzept – bearbeitet. Die Datenaufbereitung und Modellierung erfolgt gemeindeübergreifend.
Der Leitfaden zum „kommunalen Starkregenrisikomanagement in Baden-Württemberg“ bietet bereits Unterstützung bei der Vorbereitung auf Starkregen. Der Leitfaden zeigt, wie Fließwege und Risikobereiche ermittelt werden. Neckarsulm beispielsweise hat eine eigene Starkregen-Gefahrenkarte veröffentlicht, wo vermehrt Überschwemmungen drohen.
Die Stadt Wildberg koordiniert den kommunalen Verbund. Unterstützung erhält sie durch den Regionalverband Nordschwarzwald, der sich bei seinen Mitgliedern für das Projekt eingesetzt hat. Als Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung soll das Projekt an einen Zusammenschluss dreier zertifizierter Ingenieur- und Planungsbüros vergeben werden.
Schutz vor Wassermassen: Städte und Gemeinde in Baden-Württemberg sollen besser vorbereitet sein
Die daraus abgeleiteten Vorschläge zum Schutz vor den Wassermassen werden an die jeweilige Situation in den einzelnen Städten und Gemeinden angepasst. Durch die interkommunale Zusammenarbeit verringern sich die Kosten und der personelle Aufwand der beteiligten Kommunen.
Neben einer guten Vorbereitung und einer rechtzeitigen Warnung kommt es bei Extremwetter auf das richtige Verhalten an – echo24.de erklärt, was zu tun ist.
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