„Alarmfarbe Rot“
Heilbronn als „Hitze-Hölle“? Zu viel Beton – Stadt fällt bei Check durch
VonLisa Kleinschließen
Zu wenig Bäume und Hecken, dafür zu viele versiegelte Flächen. Heilbronn kassiert von der Deutschen Umwelthilfe die „Alarmfarbe Rot“ beim Hitze-Check der Innenstädte.
Heiß, heißer, Heilbronn? Kühle Orte gibt es laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Heilbronn zu wenige. Die Stadt schneidet am schlechtesten in einer Untersuchung der DUH im Südwesten ab. Bewohner würden demnach nicht gut genug vor der sommerlichen Hitze geschützt werden – es gibt zu wenig Bäume und Hecken, dafür zu viel Beton und versiegelte Flächen. Dabei kann Hitze sogar zur Lebensgefahr werden.
Die Städte entwickelten sich dadurch zu „Hitze-Höllen“, kritisiert die Lobbyorganisation mit Blick auf ihre bundesweite Untersuchung. „Der anhaltende Trend zu mehr Beton und weniger Grün ist alarmierend“, hieß es.
„Alarmfarbe Rot“ für Heilbronn: Stadt fällt bei Hitze-Check durch
Am schlechtesten im Südwest-Ranking der Organisation schneidet Heilbronn ab, berichtet die „dpa“. Es folgen Ludwigsburg, Mannheim, Rastatt, Waiblingen und Esslingen am Neckar. Diese Kommunen bekamen von der DUH die Alarmfarbe Rot. Heilbronn liegt zudem in der bundesweiten Übersicht direkt hinter Schlusslicht Ludwigshafen am Rhein auf Platz zwei.
Im Mittelfeld der Landesübersicht finden sich Großstädte wie Stuttgart, Karlsruhe, Pforzheim und Freiburg. Zugleich verteilte die Umwelthilfe aber auch drei grüne Karten an Baden-Baden, Tübingen und Schwäbisch Gmünd. Das sind laut Untersuchung Städte mit vergleichsweise wenig Versiegelung und viel kühlendem Grün.
Für ihren sogenannten Hitze-Check ließ die Umwelthilfe Satellitendaten auswerten und verglich Flächenversiegelung und Grünausstattung von 190 Städten in Deutschland mit mehr als 50.000 Einwohnern.
Städte müssen sich an den Klimawandel anpassen
Die Städte seien herausgefordert, sich an den Klimawandel anzupassen, reagierte die Vize-Hauptgeschäftsführerin des Städtetags Baden-Württemberg, Susanne Nusser. Die Kommunen bräuchten dazu einen passenden Rechtsrahmen sowie finanzielle und fachliche Unterstützung vom Land und vom Bund. Auch Bürger müssten mitziehen.
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Angesichts des Klimawandels seien Grünflächen und unversiegelte Böden, wo Wasser versickern könne, besonders wichtig, betonte die Umwelthilfe. Noch effektiver als Rasenflächen seien aber Bäume, Büsche und Wiesen. Besonders große Bäume hätten einen kühlenden Effekt. So können übrigens auch Zimmerpflanzen für ein kühleres Raumklima sorgen.
Die Organisation fordert die Bundesregierung auf, bundesweite Standards für die Begrünung zum Beispiel von Schulhöfen vorzuschreiben.
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