Extrem-Wetter in Deutschland
Lebensgefahr durch Hitze: Dann wird der Sommer zur Gefahr für den Körper
VonTobias Beckerschließen
Der Sommer 2023 gehört derzeit zu den wärmsten aller Zeiten. Die Hitzewellen und hohen Temperaturen können bei vielen Menschen sogar für Lebensgefahr sorgen.
Das Wetter in Baden-Württemberg macht vielen Menschen im Sommer zu schaffen. Es ist teils unangenehm heiß, eine Hitze-Spitze jagt die nächste, dazu kommen Dürre und auch Tropennächte. Bei den hohen Temperaturen stehen auch Leben auf dem Spiel. Doch was macht die Hitze mit dem Körper und wann werden die hohen Temperaturen zur Gefahr?
Über 60.000 Hitzetote weltweit im Sommer 2022 – Deutschland auf Platz 3
Im Sommer des vergangenen Jahres, der vor allem wegen der Dürre rekordverdächtig war, gab es über 60.000 Tote, die auf die Hitze zurückzuführen sind. Die drittmeisten Hitzeopfer hatte in der Zeit Deutschland mit 8173 Toten, berichtet die „dpa“. Der Sommer 2023 könnte nochmal eine Nummer heftiger enden, denn derzeit befinden sich die Temperaturen auf Rekordkurs.
So soll der aktuelle Sommer ein möglicher Jahrhundertsommer werden, steht bislang unter den wärmsten seiner Art seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Auch am Wochenende kommt wieder eine Hitzewelle auf Baden-Württemberg zu, während es derzeit im Mittelmeerraum zu Temperaturen von 48 Grad kommt. Doch ab wann wird Hitze lebensbedrohlich und was passiert mit dem Körper?
Lebensgefahr durch Hitze: Luftfeuchtigkeit ein wichtiger Faktor
37 Grad, das ist die Körpertemperatur, die angemessen ist. Die Temperatur der Haut hingegen liegt zwischen 33 und 34 Grad, wenn diese Werte dauerhaft überschritten werden, dann kann es lebensgefährlich werden. Wobei trockene Luft dabei noch einfacher auszuhalten ist, denn der Körper kann sich durch Schweiß herunterkühlen. Ein Grund mehr, viel zu trinken bei heftiger Hitze.
Wie die „Berliner Zeitung“ schreibt, ist die Luftfeuchtigkeit ein wichtiger Faktor. Ist diese sehr hoch wie nach tropischen Nächten, die es vor kurzem in Baden-Württemberg gab, dann wird es noch gefährlicher. Der Grund: Durch Temperatur und Luftfeuchtigkeit lässt sich eine „Kühlgrenztemperatur“ ermitteln. Wenn die Grenze überschritten wird, kann der Körper sich nicht mehr selbstständig abkühlen.
Studien uneinig: Ab welcher Temperatur herrscht Lebensgefahr?
Auch das österreichische Ministerium schreibt, dass „schweißtreibende Temperaturen über 30 Grad zu ernsten Gesundheitsproblemen“ führen können. Wo diese Grenze liegt, scheint noch nicht genau geklärt zu sein. So gibt es Studien, die von Temperaturen ab 31 Grad sprechen, andere setzen die Grenze bei 35 Grad an. „utopia.de“ erklärt: „Besonders gefährlich wird es, wenn die Außentemperatur die Körpertemperatur (von etwa 37 Grad Celsius) übersteigt. Der Körper kann dann die Hitze nicht mehr nach außen abgeben.“
Auch „NDR“ berichtet, dass Forscher der „University of Hawaii“ 2017 eine Studie herausgegeben haben, nach der die Grenze bei 37 Grad liegt. Allerdings heißt es auch, dass das „erhöhte Sterberisiko“ bei einer Temperatur ab 30 Grad erreicht sei. Dabei geht es jedoch nicht nur um betagte Menschen, sondern auch um jüngere, gesunde Menschen.
Was passiert bei Hitze? Diese Symptome treten bei einem Hitzeschlag und Hitzestau auf
Das körpereigene Kühlsystem versucht, die Temperatur ständig bei 37 Grad zu halten. Um das zu schaffen, wird die Durchblutung der Haut erhöht. Blutgefäße werden zudem vergrößert. Die Folge: Körperwärme kommt vom Inneren zur Oberfläche, wie „NDR“ beschreibt. Damit das funktioniert, muss die Lufttemperatur jedoch unter der Hauttemperatur liegen.
Sollte der Körper „zu heiß“ werden, dann kann es zu einem Hitzestau oder sogar einem Hitzeschlag kommen. Ersteres äußert sich dann zum Beispiel durch Benommenheit und Übelkeit. Die Körpertemperatur kann auf bis zu 41 Grad steigen. Ein Hitzeschlag ist dann der nächste Schritt. Wird der Hitzestau unzureichend behandelt, kommt es zusätzlich möglicherweise zu Erbrechen, Kopfschmerzen und Muskelkrämpfen. In schweren Fällen kann es auch zur Bewusstlosigkeit kommen.
Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

