Überraschende Änderung

Umweltbonus-Aus: Prämie für E-Autos endet bereits Sonntag – was das heißt

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Herber Schlag für alle, die sich zeitnah ein neues E-Auto anschaffen wollten: Bereits am Sonntag, nicht erst im neuen Jahr, läuft die staatliche Kaufprämie aus.

Im neuen Jahr wird wieder einiges teurer. Vor allem für Autofahrer gibt es 2024 einige Änderungen – auch in Sachen Geld. echo24.de hat bereits zusammengefasst, was ab Januar für Autofahrer mehr kosten wird. Neben steigenden Spritpreisen und Kfz-Versicherungen, wird auch der Kauf eines E-Autos in Deutschland teurer.

Eigentlich sollte die Änderung für E-Autofahrer erst im neuen Jahr kommen. Doch jetzt kommt alles anders: Wie die „dpa“ mitteilt, ist die staatliche Kaufprämie für E-Autos schon an diesem Wochenende Geschichte. Wer den sogenannten Umweltbonus noch beantragen will, muss sich sehr beeilen.

Kein Umweltbonus für E-Autos: Staatliche Förderung endet am Sonntag – was das bedeutet

Die Bundesregierung stellt die staatliche Kaufprämie für Elektroautos mit Ende des Sonntags ein. Nach dem 17. Dezember könnten keine neuen Anträge mehr für den Umweltbonus beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gestellt werden, teilte das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium am Samstag in Berlin mit.

Bereits zugesagte Förderungen sind demnach vom Förderende nicht betroffen und werden ausgezahlt. Anträge, die noch bis einschließlich 17. Dezember 2023 beim „Bafa“ eingehen, werden in der Reihenfolge ihres Eingangs weiterbearbeitet. Bisher sollte die E-Auto-Förderung laut Ministerium Ende 2024 auslaufen – oder vorher, wenn die Mittel aufgebraucht sind.

Zehn Milliarden Euro Förderung: Umweltbonus soll die Elektromobilität erfolgreich vorangetrieben haben

Um den Absatz anzukurbeln, hatte die damalige Bundesregierung 2016 eine Kaufprämie beschlossen. Laut Mitteilung des Wirtschafts- und Klimaschutzministeriums vom Samstag wurden seitdem insgesamt etwa zehn Milliarden Euro für rund 2,1 Millionen Elektrofahrzeuge ausgezahlt. Das Förderprogramm sei sehr erfolgreich gewesen und habe die Elektromobilität in Deutschland entscheidend vorangebracht.

Nach Bafa-Angaben sind in diesem Jahr bislang rund 376.000 Anträge für elektrisch-betriebene Fahrzeuge eingegangen und 2,4 Milliarden Euro ausgezahlt worden. Die Zahl der beantragten Fahrzeuge ist im Jahr 2023 im Vergleich zum Jahr 2022 gesunken. Das liegt daran, dass seit dem 1. Januar 2023 ausschließlich batterie- und brennstoffzellenbetriebene Fahrzeuge gefördert werden und keine Hybridfahrzeuge mehr. Außerdem können seit dem 1. September nur noch Privatpersonen einen Antrag für den Umweltbonus stellen. So waren 2022 für 820 000 Fahrzeuge noch 3,4 Milliarden Euro bewilligt worden.

Aus für den Umweltbonus – E-Autos werden damit teurer: Experten fürchten Markt-Einbruch

Experten befürchten nun, der Absatz von E-Autos könnte einbrechen. „Mit der Haushaltskrise fährt nach unserer Einschätzung die Autoindustrie in Deutschland in eine Elektroautokrise“, sagte etwa Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. Er rechnet 2024 mit einem Rückgang von bis zu 200.000 Elektroauto-Verkäufen in Deutschland. E-Autos seien ohne Förderung für Neuwagenkäufer deutlich zu teuer.

Auch nach Überzeugung des „ADAC“ kommt das Auslaufen der Förderung zu früh. Auf dem deutschen Markt seien nur drei Fahrzeuge unter 30.000 Euro verfügbar, monierte der Automobilclub. Es sei zu hoffen, dass es jetzt zu einem verschärften Wettbewerb komme, damit Preise sinken. «Hersteller müssen zusätzlich das Angebot an günstigeren Fahrzeugen erhöhen», sagte eine ADAC-Sprecherin.

Wie die Verbraucherschützer kritisierte der „ADAC“ das Verfahren, die Förderzusage erst bei der Zulassung eines Fahrzeugs zu machen, statt beim Kauf. Für Verbraucher, die bereits ein E-Fahrzeug bestellt hätten, es aber vor dem 17. Dezember nicht zulassen könnten, sei die Entscheidung besonders bitter, weil sie den Umweltbonus einkalkuliert hätten.

Rubriklistenbild: © dpa

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