Regel gegen Schadstoffausstoß

Ab jetzt gilt die neue Abgasnorm: Was sich für Autofahrer ab September ändert

  • Julia Cuprakowa
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Ab September 2024 wird eine neue Abgasnorm Pflicht. Was Autofahrer bei Neuzulassungen jetzt wissen müssen.

Wer viel und gerne Auto fährt, sollte sich grundsätzlich immer über die verschiedenen Änderungen auf dem Laufenden halten. Denn Unwissenheit schützt bekanntlich nicht vor Strafe. So ist neben der Blackbox-Pflicht für alle Neufahrzeuge ab Juli auch eine Rückfahrkamera für bestimmte Fahrzeuge vorgeschrieben.

Eine weitere wichtige Neuerung: Autos, die die aktuelle Abgasnorm Euro 6d-ISC-FCM für neu typgenehmigte Pkw-Modelle erfüllen, dürfen nur noch bis zum 31. August 2024 neu zugelassen werden. Der Grund: Ab dem 1. September 2024 wird die erste Stufe einer neuen Norm verbindlich.

Änderung für Autofahrer ab 1. September 2024: Neue Abgasnorm für Neuzulassungen wird Pflicht

Offensichtlich haben die Automobilhersteller und auch die Prüfbehörden aus dem Dieselskandal der letzten Jahre gelernt, denn auf dem Prüfstand wird jetzt sehr genau hingeschaut und neue Kontrollsysteme, wie Abgasnormen-Kontrollschnittstellen, fortwährend eingebaut.

Laut ADAC gilt die aktuelle Abgasnorm Euro 6d-ISC-FCM ab dem 1. Januar 2020 für neu typgenehmigte Pkw-Modelle und ist seit dem 1. Januar 2021 für alle Erstzulassungen verpflichtend. Fahrzeuge mit dieser Abgasnorm können noch bis zum 31. August 2024 neu zugelassen werden. Dann wird die neue Abgasnorm Euro 6e verbindlich. Sie wird in insgesamt drei Stufen eingeführt:

  • Die erste Stufe (EA) der neuen Norm muss bereits ab dem 1. September 2023 von allen neu typgenehmigten Pkw-Modellen erfüllt werden. Für alle Erstzulassungen ab dem 1. September 2024 wird sie verbindlich. Pkw mit dieser Abgasnorm können dann noch bis zum 31. Dezember 2025 neu zugelassen werden. Pkw, die diese Anforderungen erfüllen, erhalten in den Zulassungsdokumenten den Eintrag „Euro 6e“ mit der Emissionsschlüsselnummer „36EA“.
  • Die zweite Stufe (EB) ist für neu typgenehmigte Pkw-Modelle ab 1. Januar 2025 (ab 1. Januar 2026 für neu zugelassene Fahrzeuge) verbindlich vorgeschrieben.
  • Mit der dritten Euro-6e-Stufe (EC) erfolgt eine weitere Anpassung der Nutzfaktoren. Diese ist für neu typgenehmigte Pkw-Modelle ab 1. Januar 2027 (ab 1. Januar 2028 für neu zugelassene Fahrzeuge) verbindlich vorgesehen.

Abgasnorm Euro 6d-ISC-FCM als Kontrollsysteme für „Realemissionen“ auf den Straßen

Doch was bedeuten die neuen Abgasnormen und wozu dienen sie überhaupt? Wie der ADAC berichtet, ist die aktuelle 6d-Norm nur eine weitere von vielen 6d-Evolutionsschritten – davor gab es beispielsweise Euro 6d-TEMP oder Euro 6d-TEMP-EVAP-ISC. Bei EVAP (Evaporative Emission) spielt zum Beispiel eine Rolle, wie viele Kohlenwasserstoffe aus dem Kraftstoffsystem eines Autos verdampfen. Für Autofahrer heißt das konkret: Wer vor Einfahrverboten in Umweltzonen sicher sein will, sollte vor allem beim Kauf eines Diesels auf die Mindestabgasnorm Euro 6d achten.

Die Abgasnorm Euro 7 soll 2026 in Kraft treten, eine wesentliche Verschärfung bleibt aber aus.

Grundsätzlich sind die kryptischen Werte nur auf dem Prüfstand wichtig. Laut ADAC steht zum Beispiel der Zusatz FCM aus 6d-ISC-FCM für ein System, das „den tatsächlichen Kraftstoff-/Energieverbrauch über den gesamten Fahrbetrieb im Pkw speichert“. Diese Werte können dann über die Diagnoseschnittstelle ausgelesen und ausgewertet werden.

Durch das Auslesen dieser Daten kann die Abweichung zwischen Typgenehmigungswert und realem Verbrauch überprüft werden. So kann die Lücke zwischen Prüfstandsmessung und Realemissionen weiter verkleinert werden, so der ADAC. Damit soll verhindert werden, dass die „Realemissionen“ auf der Straße um ein Vielfaches höher liegen als auf dem Prüfstand – was in der Vergangenheit häufig der Fall war. Eine neue Schadstoff-Regel könnte hingegen bald das Aus für Millionen-Diesel-Autos bedeuten.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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