Sommer- auf Winterreifen
Autoreifen-Wechsel: Wann gelten sie als „alt“? Code gibt wichtigen Hinweis
- VonVanessa Lutzschließen
Winterreifen sind unerlässlich, um mit dem Auto sicher durch Glätte und Schnee zu kommen. Ab einem bestimmten Alter sollte man allerdings dringend Neue kaufen.
Spätestens wenn die ersten kalten Nächte bevorstehen, wird den meisten Autofahrern klar: Die Winterreifen müssen wieder drauf. Gemäß der Faustregel sollten Autofahrer in Deutschland von Oktober bis Ostern mit diesen fahren. Ab diesem Jahr gilt zudem eine wichtige neue Regel bei den Winterreifen, die Fahrer beachten sollen. Ansonsten droht ein Bußgeld. Nach einiger Zeit stellt sich allerdings auch bei Reifen Verschleiß ein, und das kann im Zweifel gefährlich werden. Wie lange hält ein Reifensatz und wann sollte man ihn besser austauschen?
Winterreifen wechseln: Ab diesem Alter ist ein Tausch ratsam
Haben Autofahrer ihre Winterreifen bereits eine längere Zeit gefahren, ist es ratsam, diese sorgfältig zu prüfen. Denn auch, wenn noch genügend Restprofil vorhanden ist, können Reifen reif für einen Austausch sein. Denn: Über die Jahre härtet das Gummi aus und büßt an Elastizität ein. Laut „ADAC“ geschieht das auch bei wenig oder gar nicht benutzten Reifen. Der Alterungseinfluss ist bei Winterreifen besonders deutlich, so der Autoclub: Bereits ab rund sechs Jahren büßen sie einen Teil ihrer Wintereigenschaften ein. Und das könnte gerade im Zweifel gefährlich sein.
Autoclubs wie der „ADAC“ oder der Automobil-Club Verkehr (ACV) geben Spannbreiten an, wie lange man mit den Winterreifen fahren kann. Der „ACV“ rät, Winterreifen, die älter als sechs Jahre sind, unabhängig von der Profiltiefe auszutauschen. Laut „ADAC“ sollte der Winterreifensatz gar nicht mehr gefahren werden, wenn er älter als acht Jahre alt ist. Bei den härteren Sommerreifen nennt er ein Limit von acht bis zehn Jahren. Mit einem bestimmten Winterreifen-Trick können Autofahrer übrigens nicht nur ihre Sicherheit erhöhen, sondern auch ordentlich Sprit sparen.
Ist der Winterreifen noch gut? So erkennen Autofahrer das Alter
Doch woher weiß man überhaupt, wie alt der Reifensatz ist? Eine Antwort liefert die sogenannte DOT-Nummer. Das Reifenalter ist an den letzten vier Ziffern dieser Nummer auf der Reifenflanke zu erkennen: Sie geben die Produktionswoche und das Jahr an. So steht etwa „2218“ für die 22. Woche des Jahres 2018, wie der „ACV“ erklärt.
Von ABS bis TÜV: Diese Abkürzungen sollte jeder Autofahrer kennen




Für die Profiltiefe gibt es sogar eine gesetzliche Vorgabe: So muss eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vorhanden sein. Ausgenommen hierfür sind Reifen für Anhänger und Wohnwagen, die bis 100 km/h zugelassen sind. Diese müssen zwingend ab einem Alter von sechs Jahren ausgetauscht werden.
Winterreifen: Darum sollte man zusätzlich auf die Profiltiefe achten
Sowohl der „ADAC“ als auch der „ACV“ raten bei Winterreifen zu mindestens vier Millimetern Restprofil, damit sie sicher auf dem Boden haften können. Reifen mit einer geringeren Profiltiefe verlängern den Bremsweg auf Schnee nämlich „erheblich“, erklärt der „ACV“ und nennt ein Beispiel: Bei 50 km/h betrage der Bremsweg bei 1,6 Millimetern Profiltiefe bis zu 38 Meter, während dagegen neue Reifen mit acht Millimetern Profiltiefe den Bremsweg auf 26 Meter verkürzen können.
Die Reifen sollten allerdings nicht nur auf ihr Alter und ihr Restprofil geprüft werden, sondern auch auf Schäden und Abnutzung. Im Übrigen gilt das auch für Motorradfahrer. Ist man sich unsicher, sollte man eine Fachwerkstatt zu Rate ziehen.
Rubriklistenbild: © imago/Montage