Wo es teuer wird

Wildcampen streng verboten: Hier drohen in Deutschland Bußgelder

  • VonMilea Erzinger
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Mit dem Wohnmobil, Wohnwagen oder einfach nur mit einem Zelt zu vereisen, gilt in Deutschland als beliebter Urlaub. Doch es gibt klare Regeln: Wildcampen zum Beispiel ist streng verboten.

Ob am See, im Wald oder in den Bergen – Campen ermöglicht es vielen Menschen, an schönen Orten in der Natur zu übernachten. Viele vereisen dafür mit ihrem Wohnmobil oder ihrem Wohnwagen. Doch Vorsicht: Bei den Ausfahrten lauert die ein oder andere Bußgeld-Falle. Und auch beim Abstellen des Fahrzeugs gibt es einiges zu beachten. Nicht überall darf das Campinglager einfach aufgestellt werden – in Deutschland gelten strenge Vorschriften. Fahrer von Wohnmobilen oder Besitzer von Wohnwagen trifft es bei einem Verstoß besonders hart.

Urlaub mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen: Wildcampen in Deutschland streng verboten

In der Bundesrepublik Deutschland gilt nämlich die klar definierte Regel: Camping ist nur auf ausgewiesenen Camping-Plätzen erlaubt oder mit einer Genehmigung. In Deutschland ist Wildcampen somit grundsätzlich verboten, wie aus dem Bußgeldkatalog hervorgeht. Schlimmstenfalls kann wildes Campen Naturbegeisterten sogar eine hohe Geldstrafe oder eine Anzeige einbringen. Die Höhe des Bußgelds wird übrigens auch davon beeinflusst, ob die Wildcamper mit einem Fahrzeug oder „nur“ mit dem Zelt unterwegs sind.

Neben dem Naturschutz sind es vor allem Sicherheitsbestimmungen und Eigentumsrechte, die Zelten in der Natur und das Übernachten mit Wohnmobil oder Wohnwagen illegal machen, erklärt der bekannte Campingwagenverleih „roadsurfer.com“. Deshalb ist das Campinglager auch auf einem Privatgrundstück nur dann erlaubt, wenn Camper die ausdrückliche Erlaubnis des Eigentümers haben.

„No Camping“-Schilder: Was es mit dem Verkehrszeichen auf sich hat

Durch die strenge Regelung gibt es in Deutschland auch kein eigenes Verkehrsschild für das Camping-Verbot. Dennoch finden Urlauber auch hin und wieder „No Camping“-Schilder, die das Campen auf bestimmten Flächen ausdrücklich untersagen. Was hat es damit auf sich? Diese Schilder sind oft auf privaten Grundstücken oder in Naturschutzgebieten zu finden, so der Bußgeldkatalog. Doch nicht nur „No Camping“-Schilder sind für Wohnwagen und -mobilfahrer wichtig.

Wer mit dem Wohnwagen oder dem Wohnmobil in der Natur unterwegs ist, muss beim Campen einiges beachten.

Alternativen zum „Wildcampen“: Hier ist das Übernachten in der freien Natur tatsächlich erlaubt

Möchten Urlauber fernab von Tourismus oder potenziellen Nachbarn auf Campingplätzen übernachten, gibt es Alternativen. Mittlerweile gibt es in vielen Bundesländern speziell ausgewiesene Plätze ohne Schnickschnack und Komfort, die Fuß-, Rad- oder Wasserwanderer nutzen können, wie „geo.de“ berichtet. Und das für einen Unkostenbeitrag von zehn Euro – oder wie beispielsweise in Schleswig-Hohlstein sogar kostenlos. Die Rede ist hierbei von sogenannten Trekkingplätzen.

Mit dem Wohnwagen oder Wohnmobil ist das Wildcampen in Deutschland nur auf Privatgrundstücken mit der jeweiligen Erlaubnis legal. Ohne Wohnwagen und Wohnmobil haben Naturliebhaber und Urlauber allerdings bessere Chancen: In Baden-Württemberg zum Beispiel können Naturbegeisterte auf insgesamt neun Trekking-Camps übernachten. Gebucht werden können diese zwischen Mai und Oktober, heißt es auf der offiziellen Seite Nationalpark Schwarzwald. Die Camps liegen alle abseits der Ortschaften und sind nur zu Fuß zu erreichen.

„Campen“ oder „Lagern“: Kleiner Unterschied sorgt für rechtliche Grauzone

Allerdings gibt es in Sachen „Wildcamping“ auch einen rechtlichen Graubereich. Laut Definition gibt es nämlich einen Unterschied zwischen „lagern“ und „campen“. Wer lagert, macht nur eine kurze Pause und bleibt nicht lange an einem Ort. Manchmal kann das auch bedeuten, dass Camper hierfür ein Zelt aufbauen und ein Nickerchen machen, erläutert das Camping- und Wandermagazin „beyondcamping.de“. Wenn Camper allerdings über Nacht bleiben und in einem Schlafsack schlafen, gilt das schon als Campen. Im Einzelfall kann es aber schwierig sein, zwischen diesen beiden Beschäftigungen zu unterscheiden.

Wildcampen ist in Deutschland verboten. Ein Schild weist noch einmal ausdrücklich daraufhin.

Wildcampen in Deutschland: Bei Verstoß droht saftiges Bußgeld – hier wird es besonders teuer

Urlauber, die sich nicht an das Wildcampen-Verbot halten, müssen hingegen mit saftigen Strafen rechnen:

  • Laut dem Bußgeldkatalog droht beim „Wild-Camping mit dem Zelt“ in geschützten Gebieten in Bayern ein Bußgeld zwischen 15 und 500 Euro, beim „Wild-Camping mit dem Wohnwagen“ sogar 25 bis 2.500 Euro!
  • In Brandenburg wird das „Wild-Camping mit dem Zelt oder Wohnwagen bis zu zehn Tagen“ mit einhundert bis 400 Euro bestraft und über diese zehn Tage hinaus jeder weitere Tag mit fünf bis einhundert Euro.
  • Wenn Urlauber in Mecklenburg-Vorpommern wild campen, drohen laut Bußgeldkatalog bei einem Aufenthalt mit dem Zelt bis zu zehn Tagen Bußgelder zwischen 50 und eintausend Euro. Für jeden zusätzlichen Tag fallen weitere zehn bis einhundert Euro an.
  • In Niedersachsen müssen Wild-Camper bei wildem Camping mit dem Zelt oder Wohnwagen bis zu zehn Tagen mit Bußgeldern von 15 bis eintausend Euro rechnen. Für jeden weiteren Tag werden zehn bis 250 Euro fällig.
  • In Nordrhein-Westfalen werden für wildes Camping mit dem Zelt oder Wohnwagen bis zu zehn Tagen Bußgelder von zehn bis 300 Euro verhängt. Für jeden zusätzlichen Tag müssen Betroffene fünf bis 80 Euro bezahlen.
  • In Rheinland-Pfalz betragen die Bußgelder für wildes Camping mit dem Zelt oder Wohnwagen bis zu zehn Tagen 16 bis 512 Euro. Für jeden weiteren Tag kommen acht bis 103 Euro hinzu.
  • Für die restlichen Bundesländer, unter anderem auch Baden-Württemberg, wurden keine expliziten Angaben gemacht.

Neben der Ordnungswidrigkeit, die das Wildcampen darstellt, können bei einem Verstoß auch schwerwiegendere Vorwürfe erhoben werden, wie Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Brandstiftung. Ein ungesichertes Lagerfeuer im oder nahe dem Wald kann schlimme Folgen haben und neben hohen Geldbußen sogar Freiheitsstrafen nach sich ziehen.

Wo die schönsten Campingplätze in Heilbronn und Umgebung zu finden sind, berichtete echo24.de bereits.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Collage echo24.de

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