Verkehrs-Chaos auf den Straßen
Bauernproteste blockieren den Verkehr: Muss ich trotzdem zur Arbeit?
VonLisa Kleinschließen
Am Montagvormittag gibt es auf den deutschen Straßen voraussichtlich kein Durchkommen. Beschäftigte werden Schwierigkeiten kriegen, zur Arbeit zu gelangen. Doch dürfen Arbeitnehmer einfach daheim bleiben?
Chaos kündigt sich auf den deutschen Straßen am Montag an: Die Bauern protestieren – bundesweit. Bereits ab den frühen Morgenstunden rollen Tausende Traktoren durch das Land – sorgen für Stillstand und bewegen sich voraussichtlich im Schneckentempo voran. Die Polizei warnt regional bereits, Bürger sollen „zu Hause bleiben“. Doch das ist gar nicht so einfach: Arbeitnehmer können nicht einfach so zu Hause bleiben.
Verkehrs-Chaos durch Bauernproteste droht: Dürfen Arbeitnehmer einfach zu Hause bleiben?
Wie bei einem Bahn-Streik auch, können Arbeitnehmer nicht einfach sagen: „Ach, dann bleibe ich halt zu Hause“. Auch nicht, wenn die Polizei das nach Möglichkeit empfiehlt. Entscheidend sind hier nur die Anweisungen des Arbeitgebers. Arbeitnehmer müssen trotzdem zum Dienst erscheinen – das regelt das sogenannte „Wegerisiko“. Demnach liegt der Weg zur Arbeit in der Verantwortung des Arbeitnehmers.
Wer aufgrund von Streiks, Protesten oder ähnlichem zu Hause bleiben will, muss das vorher mit dem Arbeitgeber abklären. Ein Recht auf Homeoffice, darauf Überstunden oder Urlaub zu nehmen, haben Arbeitnehmer laut Arbeitsrecht allerdings nicht. Schlimmstenfalls müssen Arbeitnehmer mit einer Abmahnung oder Kündigung rechnen. Wer wegen der Bauernproteste einfach nicht erscheint, verstößt damit gegen die „Arbeitspflicht“.
Wer kein Homeoffice machen kann und schon weiß, dass er voraussichtlich große Probleme bekommt, zur Arbeit zu gelangen, sollte mit dem Arbeitgeber abklären, ob Überstunden oder Urlaub am Montag spontan genommen werden können.
Bauernproteste blockieren den Verkehr: Einfach Homeoffice machen? Das sollten Arbeitnehmer beachten
Entspannter ist das nur für Arbeitnehmer, die eine entsprechende Homeoffice-Regelung haben. Wer generell Homeoffice machen kann, das aber anmelden muss, sollte sich ebenfalls rechtzeitig mit seinem Chef in Verbindung setzen. Einfach zu Hause zu bleiben, ohne Absprache, ist keine gute Idee und kann Konsequenzen haben.
Wer flexible Regelungen im Vertrag oder der Betriebsvereinbarung stehen hat, hat in dem Fall Glück und kann im Rahmen der Vertragsbedingungen „problemlos“ zu Hause bleiben. echo24.de berichtet im Newsblog über alle aktuellen Entwicklungen rund um die Bauernproteste am Montag.
Bauernproteste am Montag: Ein Landwirt äußert sich zu der Situation und den Forderungen:
Bauernproteste blockieren Verkehr: Wer kann, sollte das Auto stehen lassen – diese Alternativen gibt es
Vor allem die Hauptverkehrsstraßen werden am Montag dicht sein. Auch die umliegenden Ausweichstrecken dürften wohl einerseits entweder blockiert sein, oder rappelvoll. Etwa die Polizei Ludwigsburg (Baden-Württemberg) empfiehlt, das Auto ganz stehenzulassen. Um zur Arbeit zu kommen, sollte also auf andere Verkehrsmittel umgestiegen werden.
Wobei die Bahn die bessere Wahl ist, da Busse genauso wie Autos durch die Bauernproteste blockiert werden. Auch Straßenbahnen könnten, sofern die Schienen die Fahrbahn von Autos kreuzen, gezwungenermaßen stillstehen.
Immerhin scheint der Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr am Montag möglich. Sonst wäre noch mehr Chaos vorprogrammiert. Am Montag drohte ein Bahn-Streik – in Kombination mit den Bauern-Protesten hätte das ganz Deutschland komplett lahmgelegt. Doch aktuellen Informationen zufolge soll frühstens am Mittwoch bei der Bahn gestreikt werden.
Wer es nicht allzu weit hat, kann auch auf das Fahrrad umsteigen. Doch Achtung: Bis Montagfrüh soll es regional schneien, der Deutsche Wetterdienst warnt vor Frost und Glätte.
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