Deko, Pflanzen, gefährliches Essen

Tödliche Gefahr für Haustiere an Weihnachten: Das sollten Tierhalter wissen

  • Gertrud Hagenmeyer
    VonGertrud Hagenmeyer
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Die Weihnachtszeit ist für Menschen eine schöne, besinnliche Zeit. Für Haustiere kann diese Zeit jedoch gefährlich werden – deshalb sind einige Vorsichtsmaßnahmen sinnvoll.

Haustiere bringen Leben ins Haus und besonders in der Weihnachtszeit gibt es für unsere vierbeinigen oder auch gefiederten Familienmitglieder viel zu entdecken. Gerade deshalb gilt es, Gefahrenquellen, die durch die weihnachtlichen Sitten und Bräuche entstehen, zu minimieren.

Deko in der Weihnachtszeit: Vor allem Kerzen werden für Haustiere und Besitzer schnell gefährlich

Brennende Kerzen auf dem Weihnachtsbaum oder als stimmungsvolle Dekoration im Raum aufgestellt, können leicht zur Gefahr für Haustiere werden und dabei auch anwesende Menschen gefährden. Kletternde Katzen, ein wedelnder Hundeschwanz oder ein herumfliegender Vogel können ganz schnell für eine im wörtlichen Sinne „brenzlige“ Situation sorgen. Generell ist Feuer ein unterschätztes Risiko an Weihnachten.

Die Feuerwehr warnt mit einem Symbolbild vor den Gefahren durch Weihnachtsdekorationen.jpg

Bei der Christbaumbeleuchtung ist in den meisten Familien ohnehin eine elektrische Lichterkette mit LED-Kerzen in Gebrauch, die für entspanntes Feiern sorgt. Allerdings besteht hier die Gefahr, dass die Kabel durchgebissen werden. Aus diesem Grunde sollten Tiere nie unbeaufsichtigt im Raum mit dem Weihnachtsbaum gelassen werden. Übrigens: Vor allem bei der Weihnachtsbeleuchtung kann Strom gespart werden.

Der Weihnachtsbaum: Eine glitzernde Versuchung – vor allem für Katzen

Dieses funkelnde Objekt, das da plötzlich im Raum steht, macht Hunde und Katzen neugierig. Ein plötzlicher Sprung der Katze, die der Versuchung nicht widerstehen kann – schon kippt der Baum samt Christbaumständer um. Diesem etwaigen Risiko kann durch eine zusätzliche Sicherung des Christbaums mittels einer transparenten Nylonschnur, die an der Decke oder Wand befestigt wird, vorgebeugt werden.

Beim Anbringen von Glaskugeln ist Vorsicht geboten. Diese spiegelnden Objekte sind auch für Katzen faszinierend. Ein schneller Hieb mit der Tatze – schon fliegt die Kugel durch den Raum. Deshalb sollten diese Glaskugeln außerhalb der Reichweite von Haustieren platziert werden. Keine Metallhaken als Aufhängung verwenden! Falls Scherben durch den Bruch einer Glaskugel entstehen, ist schnelles Kehren oder Saugen angesagt, damit die rasiermesserscharfen Bruchstücke nicht zu Verletzungen führen.

Kein Konservierungsmittel in den Wasserbehälter des Christbaumständers geben

Viele Christbaumständer verfügen über einen Wasserbehälter, der dazu beiträgt, dass der Baum länger frisch bleibt. Wenn Haustiere vorhanden sind, sollte kein Konservierungsmittel ins Wasser gegeben werden, da es für die Tiere schädlich ist, falls sie in einem unbeaufsichtigten Moment von diesem Wasser trinken.

Abgeraten wird auch von Lametta, wenn eine Katze die Möglichkeit hat, an den Christbaum zu gelangen. Die glitzernden Fäden sind für Katzen sehr verlockend. „Lametta kann beim Verschlucken zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss führen“, schreibt die „Bundestierärztekammer“ (BTK).

Gefahr lauert auch, wenn die Familie am Heiligabend ihre Geschenke ausgepackt. Geschenkband ist kein Spielzeug für Haustiere. Beim Spielen mit Bändern kann es zu einer Strangulation kommen. Auch das Geschenkpapier birgt potenzielle Gefahren, wenn es angeknabbert wird, da es Giftstoffe enthalten kann. Es sollte daher für Haustiere nicht zugänglich sein.

Giftige Weihnachtsdekoration vermeiden: Diese Pflanzen können tödlich sein

„Ob bei der Dekoration oder dem Feiertagsessen – vieles davon ist für Tiere giftig und kann zu einem Besuch beim Notdienst der Tierarztklinik führen“, warnt die „Bundestierärztekammer“ (BTK.)

Pflanzen, die besonders in der Weihnachtszeit als Dekoration dienen, können Vergiftungen verursachen, wenn sie von Haustieren angekaut oder gefressen werden. Die „BTK“ warnt insbesondere vor:

  • Weihnachtssternen – diese Pflanze produziert den Giftstoff Euphorbin. Er führt bei Hautkontakt zu Reizungen, beim Verschlucken zur Vergiftung mit Symptomen wie Magen-Darm-Beschwerden, Krämpfen, blutigem Durchfall, Lähmungen, Leberschädigung und Herzrhythmusstörungen.
  • Mistelzweig – durch den Gehalt an Viscotoxin in Blättern und Stängeln ist diese Pflanze giftig-
  • Christrose – sie ist in allen Pflanzenteilen stark giftig-

Um die Haustiere nicht unnötig in Gefahr zu bringen, sollten diese Pflanzen für Haustiere nicht erreichbar sein oder gar nicht erst gekauft werden. Im schlimmsten Fall kann es tödlich enden, wenn das Haustier an einer giftigen Pflanze nagt.

Essensreste vom Weihnachtsmahl sind für Haustiere gefährlich – und können zum Tod führen

Das teure Festmahl, das an Weihnachten auf den Tisch der Familie kommt, ist für Haustiere tabu. Auch in Plätzchen sind teils giftige Stoffe enthalten. Bereits beim Einkauf sollten nicht nur Haustier-Besitzer aufpassen: Bestimme Produkte sollten auch Menschen im Winter beim Einkauf meiden.

Der Mülleimer mit Essensresten muss gut verschließbar sein. Geflügelknochen, Fischgräten und gewürzte Essensreste sind schädlich für Haustiere. Schwere Verdauungsprobleme und sogar Darmverletzungen haben schon so manchen Tierarztbesuch an den Weihnachtsfeiertagen verursacht.

Was wenige wissen ist, dass beim Erhitzen von Raclette giftige Dämpfe freigesetzt werden. Für Stubenvögel sind bereits kleinere Mengen dieser Dämpfe tödlich! Auch die Gefahr von Schokolade wird leider unterschätzt. Schokolade enthält meist Theobromin, das für Hunde und Katzen giftig ist und tödlich sein kann.

Rubriklistenbild: © IMAGO Bihlmayerfotografie

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