Bedrohliche Zutaten
Gefahr in Weihnachtsplätzchen: Giftige Zutaten weit verbreitet
VonJuliane Reyleschließen
Plätzchen, Stollen, Lebkuchen und Co. können gefährlich sein. Manche Leckereien enthalten giftige Inhaltsstoffe. Worauf gilt es, vor Verzehr zu achten?
Der Verzehr einiger bekannter Weihnachtsleckereien ist gefährlich oder sogar tödlich. Was viele nicht wissen: Manchmal ist der Zustand des Produkts entscheidend – zum Beispiel roh, gekocht, gebacken oder der Reifegrad. Aber auch die Menge macht das Gift. Von einigen Weihnachtsprodukten sollte man einfach nicht zu viel essen.
Bei folgenden Inhaltsstoffen ist Vorsicht beim Verzehr und bei der Zubereitung geboten:
- Zimt
- Mandeln
- Muskatnuss
Vor allem Lidl-Kunden dürfte es überraschen, dass in Lebkuchen sogar Schweine-Bestandteile stecken können. Aus diesem Inhaltsstoff geht zwar keine Gefahr aus, doch vor allem für Veganer und Vegetarier ist dennoch Vorsicht angesagt.
Giftige Zutaten in Weihnachts-Gebäck: Dann werden Zimt, Mandeln und Co. gefährlich
Wer denkt, dass er diese Lebensmittel ohnehin nicht oft verwendet, kann sich schnell täuschen. Vor allem in der Weihnachtszeit werden Zimt und Mandeln häufig verwendet. Selbst bei Plätzchen-Rezepten mit nur drei Zutaten sind oft kritische Bestandteile vorhanden. Es gilt also beim Plätzchen backen nicht nur auf die richtige Backofen-Einstellung zu achten, sondern auch auf die Zutaten.
Zimt steht auf der Zutatenliste vieler Weihnachtsplätzchen. Doch schon in kleinen Mengen kann Zimt gefährlich werden. Bei dauerhafter Überdosierung kann das beliebte Gewürz Leberschäden verursachen, wie „Medikamente per Klick“ schreibt. Beim Verzehr von Zimtsternen, Zimtschnecken, Lebkuchen und anderen Keksen mit Zimt ist also Vorsicht geboten.
Gefahr durch Zimt: Beliebtes Weihnachts-Gewürz kann Leberschäden verursachen
Die „Verbraucherzentrale Brandenburg“ rät, dass Erwachsene mit einem Körpergewicht von 60 Kilogramm nicht mehr als zwei Gramm Cassia-Zimt pro Tag verzehren sollten – dies hängt mit dem Cumarin-Gehalt von Zimt zusammen. Der Gehalt an giftigem Cumarin kann allerdings schwanken, da Zimt ein Naturprodukt ist.
Wie die „Barmer“-Krankenkasse empfiehlt, sollten deshalb nicht mehr als 24 kleine Zimtsterne oder 400 Gramm Lebkuchen pro Tag gegessen werden. Allerdings sollte das Gewürz auch nicht pur verzehrt werden. Es drohen Würgereiz, Erstickungsanfälle, eine Behinderung der Sauerstoffzufuhr und damit ein Koma, wie das „Hamburger Abendblatt“ schreibt. Deshalb gilt, Vorsicht beim Weihnachts-Einkauf: Diese Produkte sollten Kaufland- und Lidl-Kunden besser meiden.
Mandeln im Weihnachtsgebäck eine Gefahr: Giftige Bittermandeln in Stollen und Co.
Neben den süßen Mandeln, die roh verzehrt werden können, gibt es auch giftige Mandeln. Bittermandeln sind nicht zum Rohverzehr geeignet, schreibt das „Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit“. Bittermandeln enthalten Amygdalin, ein Blausäureglykosid, das bei der Verdauung hochgiftige Blausäure freisetzt.
Geringe Mengen Blausäure kann der menschliche Körper verstoffwechseln, bei zu viel Blausäure sind Symptome wie Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Krämpfe und Atemnot bekannt, im schlimmsten Fall kann es innerhalb von Sekunden zum Tod durch Atemlähmung kommen, so die „Verbraucherzentrale“.
Bittermandeln werden zum Beispiel zum Verfeinern von Gebäck, Likören oder anderen Süßspeisen verwendet. Traditionell werden die Mandeln unter anderem in Stollen und Amaretto verarbeitet, schreibt „Utopia“, aber auch in Marzipan und anderen Leckereien. Aber keine Sorge: Wenn Bittermandeln gekocht oder gebacken werden, verlieren sie einen Großteil ihres Giftes, schreibt „Utopia“. Außerdem können einige Lebensmittel beim Backen ersetzt werden: Zucker, Butter und Mehl können mit Alternativen ersetzt werden.
Muskatnuss im Weihnachtsgebäck: Berauschend und giftig – Krämpfe bis zum Tod
Muskatnuss kann ab einer Menge von etwa fünf Gramm berauschend und sogar giftig wirken, schreibt „EDEKA“. Dazu müssten allerdings ein bis zwei ganze Nüsse verzehrt werden. Ab drei ganzen Muskatnüssen kann das Gewürz für Erwachsene lebensgefährlich werden, für Kinder bereits ab zwei Nüssen. Laut „AsapSCIENCE“ reichen zwei Teelöffel des Gewürzes aus, um Krämpfe und damit möglicherweise den Tod auszulösen. Muskatnuss ist ebenfalls in vielen Weihnachtsplätzchen enthalten, aber auch in Kartoffelgratin oder Kartoffelpüree und Suppen. Derzeit gilt übrigens eine Kaufwarnung: Kaufland- und Lidl-Kunden sollten einige Produkte meiden.
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