Modelle berechnen Extremwetter
Winter-Orkan rollt an: Sturmtief und Schnee-Chaos – was die Wetterwoche bringt
VonMichaela Ebertschließen
Ab nächster Woche weht in Baden-Württemberg ein anderer Wind: Ein Orkantief zieht auf. Auch heftiger Schneefall ist möglich. Ein Vorgeschmack auf den Winter?
Brrrrrrh – ist das kalt geworden in Baden-Württemberg. Doch statt nasskaltem Novembernebel weht in der kommenden Woche ein ganz anderer Wind. Ein Wetterwechsel steht bevor und der hat es in sich, wie zahlreiche Meteorologen bereits angekündigt hatten. Ein echter Wintersturm zieht auf – mit möglicherweise extremen Ausmaßen.
Orkantief und Kaltluftfront: Meteorologen rechnen mit extremem Wetter in Baden-Württemberg
Schon am Sonntag braut sich im Norden Deutschland etwas zusammen. Eine Kaltfront – gebildet aus einer arktischen Kaltluftzunge, einem sogenannten „Arctic Outbreak“ – formiert sich in den höheren Lagen. Zum Montag hin schwappt die bitterkalte Luft dann auch bis nach Baden-Württemberg. Die Temperaturen sacken zum Wochenstart also schon mal in den Keller. Der Wetter-Hammer zieht jedoch erst am Dienstag auf.
Wie mehrere Wetterportale melden, bildet sich ab Dienstag eine heftige Sturmlage über Deutschland. Einige Wettermodelle berechnen sogar Orkanwetterlagen, wie „Sturmwetter“ in einem Post auf X zusammenfasst. Je nach Wettermodell gibt es geringe Abweichungen, doch sechs von neun Berechnungen gehen von einem Orkantief aus – darunter auch das Wettermodell des Deutschen Wettverdiensts (DWD) ICON:
Update 12z/18z Modelle #Sturmtief Dienstag:
— Sturmwetter (@sturmwetter1703) November 16, 2024
ECMWF normales Tief
GFS Sturmtief mit Kaltfront-#Sturm im Süden
ICON Sturm/#Orkantief
GEM Orkantief
UKMO Orkantief
ARPEGE Orkantief
AIFS normales Tief
JMA Orkantief
KMA Orkantief pic.twitter.com/BXfv0ey8ZE
Schnee-Chaos oder Orkantief? Das kommt ab Montag auf Baden-Württemberg zu
Das GFS-Modell, das vom amerikanischen Wetterdienst NOAA entwickelt wurde, sagt zwar bisher „nur“ ein Sturmtief vorher – doch in diesem Fall könnte es vor allem den Süden Deutschlands mit einer Kaltfront besonders hart treffen. Dank der feuchten Nordmeeresluft, die eine Menge Niederschlag mit sich bringt, soll hier dann sogar eine geschlossene Schneedecke möglich sein, wie auch „wetter.net“-Meteorologe Dominik Jung in seiner aktuellen Prognose erklärt. Dass dies zum November-Ende übrigens gar nicht so unwahrscheinlich ist, berichtete echo24.de bereits. Eine Statistik zeigt, wann der erste Wintereinbruch im Flachland am wahrscheinlichsten ist.
Vertraut man jedoch auf die Berechnungen des deutschen ICON-Wettermodells, muss in Baden-Württemberg in der kommenden Woche eher mit orkanartigen Böen gerechnet werden. Extreme Entwicklungen sollen laut „Sturmwetter“ dann zwar eher im Norden und Westen der Bundesrepublik möglich sein, doch auch in höheren Regionen, wie etwa rund um die Schwarzwaldwipfel, weht dann ein heftiger Wind. Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130 km/h sind dann möglich.
Zum Wochenende hin soll sich das Wetter jedoch wieder etwas beruhigen. Auch der Start in den Dezember wird laut Meteorloge Jung wieder etwas milder.
Rubriklistenbild: © Darren Calabrese dpa

