Von NOAA bis DWD
CFS, ICON, ECMWF: So funktionieren die unterschiedlichen Wettermodelle
VonTobias Beckerschließen
Wie wird das Wetter? Wie sind die Prognosen für den Sommer? Experten nutzen für die Vorhersagen gerne die Wettermodelle. Aber: Was steckt eigentlich dahinter?
Am Feiertag gibt es den großen Knall beim Wetter in Baden-Württemberg. Vor allem im Norden des Landes soll es teils heftige Gewitter geben, Starkregen und auch Hagel sind möglich. Aber: Alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn die kommenden Tage werden wieder trocken und heiß! Das erklären seit Tagen die verschiedenen Wettermodelle. An deren Prognosen orientieren sich auch Wetter-Experten, die Frage ist nur: Welche Modelle gibt es und wo ist der Unterschied?
Der amerikanische Wetterdienst NOAA und die Modelle
Sehr bekannt ist die NOAA, die amerikanische Wetterbehörde. Ausgeschrieben bedeutet NOAA „National and Atmospheric Administration“ und ist das Gegenstück zum „Deutschen Wetterdienst“ (DWD). Es gibt sie seit 1970 mit Sitz in Washington. Insgesamt rund 10.000 Mitarbeiter basteln in der Bundesbehörde, die dem Handelsministerium der USA angehört, an den Wettervorhersagen, wie „wetter.net“-Experte Dominik Jung erklärt.
| Wetterdienst | NOAA (National and Atmospheric Administration) |
|---|---|
| Gründung | 1970 |
| Hauptsitz | Washington (USA) |
| Behörde | Handelsministerium |
Mit bis zu 21 Satelliten werden Daten gesammelt, die dann in die verschiedenen Wettermodelle einfließen. Insgesamt betreibt die NOAA knapp ein Dutzend verschiedene Modelle, die für alle möglichen Vorhersagen gedacht sind. Dazu, vor allem in den USA wichtig, die Tornado- oder Hurrikan-Vorhersage. Zu den bekanntesten und denen, auf die auch Jung immer wieder zurückgreift, zählen das GFS (Global Forecast System) und das CFS (Climate Forecast System). Demnach soll der Sommer 2023 auch rekordverdächtig werden.
Das deutsche und das europäische Wettermodell
Das GFS ist ein weltweites Wettermodell, das CFS-Modell ist eher im Forschungsbereich angesiedelt. Der Grund: Damit werden Monats- und Jahresprognosen abgegeben, die so weit im Voraus liegen, dass sie oft noch unsicher sind. Ein Beispiel: Der Juni soll zu trocken werden, laut der Prognose. Aber: Beim Blick auf die vergangenen Monate lässt sich feststellen: Das CFS-Modell der Amerikaner hat die Temperaturabweichungen meist recht gut vorhergesagt.
Die Daten, die in Amerika erhoben werden, sind nicht urheberrechtlich geschützt. Heißt auch: Auf diese Daten greifen viele private Wetterdienste zurück. Doch auch wenn es bei echo24.de um das Wetter in Baden-Württemberg geht, ist nicht immer nur vom amerikanischen Wettermodell die Rede. Hier und da wird auch mit dem europäischen Modell verglichen, dem ECMWF. Ab und zu auch mit dem deutschen Wettermodell ICON, das der Deutsche Wetterdienst betreibt. Beide sind vergleichbar mit dem GFS-Modell der NOAA.
So funktionieren die Vorhersagen der Wettermodelle
Berechnet werden die Vorhersagen dann von Supercomputern. „Für die globalen Modelle wird die gesamte Erde mit einem dreidimensionalen Gitternetz überzogen und für jeden einzelnen Gitterpunkt werden alle wichtigen Wetterparameter wie Luftdruck, Wind und Temperaturen für viele verschiedene Höhen in festen Zeitschritten berechnet“, erklärt „kachelmannwetter.com“ dazu.
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Bei den Berechnungen wiederum ist ,vereinfacht gesagt, ein Ausgangspunkt vorhanden – sollte sich daran eine Kleinigkeit ändern, kann es große Auswirkungen auf die Berechnungen der kommenden Tage haben. Viele kennen den Begriff „Schmetterlingseffekt“, der beschreibt, dass ein Flügelschlag eines Schmetterlings andernorts einen Sturm auslösen kann.
Um solche Veränderungen in die Modelle mit einfließen zu lassen, gibt es die Ensembleprognosen. Heißt: Neben dem Hauptlauf wird der Ausgangszustand leicht verändert, was mehrfach wiederholt wird. „Je ähnlicher die einzelnen Ensembleberechnungen sind, desto sicherer ist die Prognose“, heißt es auf „kachelmannwetter.com“.
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