Klimaphänomen El Niño

„El Niño“ 2023: Hat das Klima-Phänomen Auswirkungen auf Baden-Württemberg?

  • Tobias Becker
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Das Jahr 2023 wird ein „El Niño“-Jahr. Das Klimaphänomen hat wohl im Juni begonnen und scheint sehr heftig auszufallen. Doch hat es auch Auswirkungen auf das Wetter in Baden-Württemberg?

Der Sommer in Deutschland bringt Schwitze-Hitze und Tropennächte, das Wetter in Baden-Württemberg trumpft mit Hitze-Spitzen auf. Doch weltweit sprechen Wetter-Experten von einem Klimaphänomen, das gleichzeitig spannend ist, aber auch Angst macht: El Niño! Dieses Phänomen soll 2023 so stark sein, wie noch nie und heftige Auswirkungen auf das Wetter weltweit haben.

Klima-Phänomen El Niño: Führen Auswirkungen in 2023 zu globalem Rekord?

Was es mit dem Klimaphänomen El Niño auf sich hat, hat echo24.de bereits erklärt. Grundsätzlich entsteht El Niño alle paar Jahre, wobei sich die Wasser- und Luftströme im Pazifikraum umkehren. Dadurch kehrt sich auch das Wetter um. So bleibt es in Südostasien, wo es normalerweise recht feucht ist, plötzlich trocken, während Regionen im Westen von Südamerika wiederum viel mehr Niederschlag bekommen.

Doch die Auswirkungen von El Niño betreffen wohl immer mehr die ganze Welt. So erreichen die Temperaturen immer neue Höchstwerte. Damit sind nicht unbedingt Hitze-Spitzen wie am Wochenende in Baden-Württemberg gemeint, sondern das globale Temperaturmittel. Experten vermuten laut „Terra X“, dass bei „einer starken Ausprägung des Wetterereignissen zum ersten Mal die 1,5-Grad-Marke global überschritten werden könnte“.

El Niño 2023: Kein Zusammenhang mit Klimawandel, indirekte Auswirkungen auf Baden-Württemberg

Tatsächlich steht El Niño nicht in direktem Zusammenhang mit dem Klimawandel, heißt es. Aber: Das Klimaphänomen ergänzt den Klimawandel sozusagen. Die amerikanische Wetterbehörde NOAA erwartet zudem zu 56 Prozent einen heftigen El Niño-Verlauf in diesem Jahr. Der Höhepunkt wird wohl im Winter erreicht. Die Auswirkungen in Baden-Württemberg hingegen sind erstmal gering, könnten aber später zum Tragen kommen.

El Niño tritt etwa alle fünf Jahre über dem tropischen Pazifik auf.

Vor allem bei aus betroffenen Gebieten importierten Lebensmitteln besteht die Gefahr, dass sich El Niño auch in Baden-Württemberg bemerkbar macht. Die Gefahren des Phänomens in Südostasien und an der Westküste Südamerikas beispielsweise sind wesentlich gravierender: Waldbrände durch ausbleibenden Regen auf der einen, heftige Überschwemmungen und Erdrutsche auf der anderen Seite. Da sich auch die Meerestemperatur verändert, sterben laut „Terra X“ Fische und Plankton, Korallen bleichen aus.

Hat El Niño Auswirkungen auf das Wetter in Baden-Württemberg?

El Niño ist für Wetter-Experten sicher ein spannendes Thema, zumal noch nicht ganz zu erklären ist, wann und wieso das Phänomen auftritt. Für Menschen weltweit ist die Wetter-Anomalie eine große Gefahr. Der Mega-Sommer 2023 in Baden-Württemberg ist damit jedoch wohl nicht zu erklären. Vergleicht man die langjährigen Klimamittel der Jahre 1961 bis 1990 und von 1991 bis 2020 miteinander, sieht man, dass die Temperaturen im Mittel ohnehin angestiegen sind.

Der aktuelle Sommer wurde bereits als möglicher Jahrhundertsommer gehandelt. Aber: Das letzte „El Niño“-Ereignis gab es wohl 2019, damals war der Sommer in Deutschland auch besonders heiß. In diesem Jahr hat das Phänomen wohl im Juni begonnen, der Monat war auch in Baden-Württemberg besonders warm und trocken.

Hinzu kommt, dass Wetter-Experte Dr. Andreas Becker zu den „El Niño“-Auswirkungen auf Deutschland erklärt: „Für Deutschland, das in den mittleren Breiten liegt, zeigen unsere Modelle keine zusätzliche Bedrohung durch Hitzewellen oder Extremniederschläge.“ In den betroffenen Regionen könnten die Folgen laut dem Leiter der Abteilung Klimaüberwachung vom Deutschen Wetterdienst (DWD) dafür heftiger ausfallen.

Rubriklistenbild: © Science Photo Library/Imago

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