Wetter in Deutschland

Hitze und Rekordtemperaturen im April: Droht jetzt ein „Höllensommer“?

  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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Die ersten Apriltage brachten sommerliches Wetter nach Deutschland. Mit fast 30 Grad wurde ein neuer Temperaturrekord aufgestellt. Ist das der Vorbote eines „Höllensommers“?

Der April macht wettermäßig bekanntlich, was er will – von Regen über Sonnenschein bis hin zu teilweise sommerlicher Hitze hatte der zweite Frühlingsmonat bereits alles zu bieten. So glänzte das erste Aprilwochenende mit fast schon hochsommerlichen Temperaturen um die 30 Grad. Doch mit dem Hochsommerwetter ist es spätestens seit Montagabend erst einmal vorbei. Auf die Sommerwetterparty folgt nun der Kälteeinbruch, wie echo24.de berichtet. Dennoch: Noch nie wurden in den ersten zehn Apriltagen so hohe Temperaturen gemessen. Angesichts so hohen Temperaturen kommen aber auch die ersten Fragen auf: Was bedeutet das für den kommenden Sommer?

Wie wird das Wetter im Sommer 2024? Wettermodell berechnet Abweichung von bis zu zwei Grad

Vor einigen Wochen gab es bereits die ersten Schlagzeilen, die einen „Höllensommer“ in Deutschland und Europa ankündigten. „Ja, vielleicht wird es wirklich ein ‚Höllensommer‘“, sagt der Diplom-Meteorologe Dominik Jung in einem aktuellen Wettervideo von „wetter.net“. Laut der neuesten CFS-Prognose soll es im Sommer 2024 eine Temperaturabweichung geben. „Für die Monate Juni, Juli, August soll es eine Abweichung – und zwar flächendeckend – von etwa ein bis zwei Grad über dem neuen Klimamittel geben“, erklärt Jung. Das Klimamittel bezieht sich auf die Jahre 1991 bis 2020. Nur in Süddeutschland ist die Abweichung wohl nicht so groß und liegt zwischen 0,5 und einem Grad über dem neuen Klimamittel. Doch was bedeutet das konkret?

Es bedeute nicht, dass man sich statt auf 25 und 26 auf 27 und 28 Grad einstellen müsse, so Jung weiter. Sondern: „Dieses Mittel bezieht sich auf alle gemessenen Temperaturen vom ersten Juni bis zum 31. August. Tags und nachts und das gemittelt und da legen wir ein bis zwei Grad oben drüber“, erläutert der Wetterexperte die fast vollständig rote Wetterkarte. Sollte der Sommer also tatsächlich über dem neuen Klimamittel liegen, welches schon recht warm ist, dann wird der Sommer im „Bereich der Top-Fünf“ seit Beginn der Wetteraufzeichnung. „Also zumindest ein recht warmer Sommer steht da drin in diesem CFS-Trend“.

Wetter-Trend für Juni, Juli und August in Deutschland

Aber der Reihe nach. So könnte das Wetter im Sommer 2024 in Deutschland aussehen:

  • Juni wird flächendeckend mit ein bis zwei Grad über dem neuen Klimamittel berechnet. Nicht nur in Mitteleuropa, sondern auch in Nord- und Westeuropa und teilweise sogar in Osteuropa. Im Grunde gibt es laut Wettermodell keine Regionen, die kühler berechnet werden als üblich.
  • Im Juli soll es „nicht überall in Deutschland“ die 2 Grad Abweichung geben. Für den Osten werden maximal 0,5 bis 1 Grad erwartet.
  • Der August wird ebenfalls „recht flächendeckend“ als warm berechnet – jedoch nicht so warm wie die Vormonate. Im August werden „nur“ 0,5 bis ein Grad über dem Klimamittel berechnet. Damit ist der August der Monat mit der geringsten Abweichung.

Wie heiß es genau werden wird, lässt sich nicht genau vorhersagen. „Ob es 35 Grad oder 40 geben wird, kann man anhand dieses Trends überhaupt nicht sagen“, erklärt Jung. Denn bei dieser Prognose handelt es sich lediglich um einen Trend. So könnte die erste Juniwoche eisig kalt ausfallen und danach folgen drei sehr heiße Wochen, dann käme man auch auf den berechneten Mittelwert. Deswegen sind diese Wetter-Trends mit Vorsicht zu genießen. Und wie sieht es mit dem Niederschlag aus? Wird der Sommer „sehr trocken“ oder „sehr nass“?

Wettermodell berechnet „ausgeglichenen“ Niederschlag für Sommer 2024

Diplom-Meteorologe Dominik Jung bezeichnet den Sommer 2024 nach den Berechnungen der Wettermodelle als „ausgeglichen“, was den Niederschlag betrifft. Auf der Wetterkarte dominiert die Farbe Weiß, also weder „deutlich zu nass“ noch „deutlich zu trocken“. Deutschland steht also ein recht ausgeglichener Sommer bevor. Aber auch hier gilt: „Das wäre die Bilanz für den gesamten Sommer“. Das schließt also nicht aus, dass es ein paar Wochen lang anhaltend und stark regnet, dann wieder ein paar Wochen trockenes Wetter gibt und am Ende trotzdem alles ausgeglichen wäre. Dann wäre der Trend immer noch „voll zutreffend“.

Es ist also wichtig zu beachten, dass es sich bei diesem Trend wirklich nur um einen Wettertrend und nicht um eine klassische Wettervorhersage handelt. Gerade beim Niederschlag liegen die Vorhersagen oft daneben, was laut Jung aber kein Wunder sei, schließlich sei der Niederschlag „am schwierigsten zu berechnen“. Es bleibt also spannend, wie der Sommer 2024 tatsächlich wird und welche Trends und Vorhersagen sich bewahrheiten. Denn auch der 100-jährige Wetterkalender sagt „große und anhaltende Hitze“ voraus.

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