Szenario nicht ausgeschlossen

Jahrhundertwinter in Deutschland? Meteorologe warnt vor Auswirkungen

  • Michaela Ebert
    VonMichaela Ebert
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Ein bitterkalter Winter mit Schneemassen und Wetterchaos ist nicht ausgeschlossen. Ein solches Szenario hätte heute dramatische Folgen für Deutschland – ein Meteorologe warnt.

Es ist wenig wahrscheinlich und doch nicht ausgeschlossen: ein bitterkalter Winter mit Schnee-Massen und Wetterchaos in Deutschland. Extreme Verhältnisse wie diese sind vor allem dann möglich, wenn die mächtigen Wetterphänomene wie Polarwirbel, La Nina und Co. gestört werden. Dank des voranschreitenden Klimawandels ein denkbares Szenario, wie echo24.de bereits berichte.

Deutschland nicht vorbereitet – Meteorologe warnt: Diese Folgen hätte ein Jahrhundertwinter

Auch wenn sich die Prognosen in Bezug auf den anstehenden Winter noch uneinig sind, ist sich ein Meteorologe bereits sicher: Ein Wintereinbruch, wie es ihn zuletzt zum „Jahrhundertwinter“ 1962/63 gab, hätte heute dramatische Folgen für die Bundesrepublik Deutschland. Einige Meteorologen hatten in den letzten Wochen immer wieder davon gesprochen.

Was passierte im letzten Jahrhundertwinter?

Der Winter in den Jahren 1962/63 gilt als der strengste Winter im 20. Jahrhundert in Deutschland. An 100 von 120 Tagen zwischen November und Februar wurde Frost registriert. Die Tiefsttemperatur lag bei –30 Grad Celsius.

Wie Wetter-Experte Dominik Jung bei „wetter.net“ jedoch erklärt, lässt der Klimawandel die Durchschnittstemperaturen in Deutschland zwar ansteigen, das bedeutet jedoch nicht, „dass es keine extrem kalten Winter mehr geben kann. […] Veränderungen im Polarwirbel und im Jetstream können dazu führen, dass kalte arktische Luftmassen über Wochen in Mitteleuropa festhängen.“ Heute rechnet wohl kaum noch jemand damit, dass ein solches Szenario erneut eintreten könnte. Und genau darin liegt auch das Problem.

Bei Jahrhundertwinter: Infrastruktur „nicht für solche Extremwetterlagen ausgelegt“

 „Die Infrastruktur in vielen Regionen ist nicht für solche Extremwetterlagen ausgelegt“, kritisiert Jung. Gerade den Bahnverkehr könnte dieses Szenario demnach heftig treffen. „Züge, die auf vereisten Schienen nicht mehr vorankommen, Weichen, die einfrieren, und Signalanlagen, die durch die Kälte ausfallen – all das würde zu massiven Verspätungen und Zugausfällen führen“, schlussfolgert der Wetter-Experte.

Ein Jahrhundertwinter würde die Infrastruktur in Deutschland besonders hart treffen, meint ein Meteorologe. (Symbolfoto)

Auch der Flugverkehr wäre laut Jung stark eingeschränkt, Probleme könnte es auch bei Schulen und Behörden geben, wie „fr.de“ berichtet. Kurzum: „Deutschland wäre auf einen Eiswinter dieser Dimension nicht ausreichend vorbereitet.“ Er spricht im selben Atemzug aber auch von einem Weckruf, „in puncto Infrastruktur, Energieversorgung und Krisenmanagement“.

Jahrhundertwinter in Deutschland? Das sagen die Prognosen für 2024/25

Doch keine Sorge: Noch handelt es sich lediglich um ein Szenario. Die Berechnungen des CFS-Modells sagen zum Beispiel für die Wintermonate Dezember bis Februar durchgehend normale bis zu warme Temperaturwerte vorher. So soll der Januar zum Beispiel im Schnitt 0,5 bis 1 Grad über dem langjährigen Klimamittel liegen, während sich der Februar sogar um 2 Grad abhebt. Lediglich der Dezember scheint „normal“ zu werden – die geringe Chance auf „Weiße Weihnachten“ bleibt somit den aktuellen Wettertrends zufolge bestehen.

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