Polarwirbel und La Niña

Wetterphänomene wirbeln Winter-Prognose durcheinander: Extremwetter droht

  • Michaela Ebert
    VonMichaela Ebert
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Mächtige Wetterphänomene wie La Niña und der Polarwirbel haben Einfluss auf den Winter in Deutschland. Im Jahr 2024 könnte es deshalb Extremwetter geben, kündigt ein Experte an.

Spiegelglatte Straßen, lange Eiszapfen, die von den Dächern hängen und dicke Schneemützen auf Bäumen und Häusern: Ein solches Bild gab es in Deutschland in den vergangenen Wintern nur selten – und wenn, dann hielt die frostige Wetterlage nur wenige Tage an. Flocken-Fans hoffen deshalb Jahr für Jahr aufs Neue auf einen kalten und schneereichen Winter. Doch wie sehen die Prognosen für 2024/25 aus?

Wetter-Chaos im Winter 2024? Polarwirbel und La Niña nehmen Einfluss auf Entwicklung

So richtig vorhersagen lässt sich das Winterwetter zum aktuellen Zeitpunkt wohl noch nicht. Schließlich können derzeit lediglich Langfrist-Prognosen getroffen werden. Und diese sind in der Regel noch mit dem ein oder anderem Fehler behaftet. Schließlich beeinflussen viele unterschiedliche Faktoren die genaue Wettervorhersage – wie zum Beispiel auch die Entwicklung des Polarwirbels oder mächtige Wetterphänomene wie El Niño und La Niña.

Diese Wetterphänomene können den Winter in Deutschland beeinflussen

Ist der Polarwirbel im Winter stark ausgeprägt, so wirkt dies verstärkend auf den Jetstream. Dann überwiegen milde Westwinde in Mitteleuropa. Bei schwachem Polarwirbel schlingert der Jetstream und es sind Kälteeinbrüche möglich.

Während das Wetterphänomen El Niño vor allem Auswirkungen auf die Sommerhitze hat, tritt das Gegenstück La Niña vor allem als Kälteanomalie auf. Die sogenannte kühle Phase der El Niño-Southern Oscillation verändert die Wind- und Meerestemperaturen über Pazifik, indem sie die Passatwinde verstärkt und kaltes Wasser aus der Tiefe aufsteigen lässt. Gerade in Westeuropa kann es dadurch im Winter kälter und feuchter werden. La Niña tritt ebenso wie El Niño etwa alle drei bis vier Jahre auf.

Dennoch können Langfrist-Trends zu einer ersten Einschätzung der Wetterentwicklung verhelfen. Doch in diesem Jahr sind sie sich noch uneinig. Laut dem Diplom-Meteorologen Dominik Jung deutet beispielsweise das GFS-Modell eher auf mildere Temperaturen hin, während das ECMWF-Modell zumindest zeitweise Schnee und Frost in Deutschland vorhersagt, wie aus einem Bericht bei „Merkur.de“ hervorgeht. Doch in einer Sache sind sie sich dann doch einig.

Wetterlage so „instabil wie selten zuvor“: Extreme Temperaturschwankungen im Winter möglich

Im Winter 2024/25 muss in Deutschland mit extremen Wetterumschwüngen gerechnet werden. „Die Wetterlage ist instabil wie selten zuvor. Wir könnten extreme Temperaturschwankungen erleben“, erklärt Jung bei „Merkur.de“. Besonders dann, wenn der Polarwirbel vollständig kollabiert, sind häufig bibberkalte Minusgrade und heftige Wintereinbrüche in Deutschland möglich.

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Laut Jung besteht also „immer die Möglichkeit, dass beispielsweise der Polarwirbel schwächelt und Kaltluft aus dem Norden zu uns strömt.“ Ob das tatsächlich eintritt, zeigt sich in der Regel erst zum Winterende, weshalb Schneefans erst Ende Februar auf ihre Kosten kommen könnten.

Polarwirbel und Klimawandel: Unberechenbarer Winter 2024/25 in Deutschland

Die Chance für weiße Weihnachten liegt den Statistiken zufolge in Mittel- und Norddeutschland bei gerade mal zehn Prozent – in höheren Lagen, wie zum Beispiel dem Schwarzwald oder dem Fichtelgebirge, natürlich deutlich höher.

Dennoch sollten sich die Menschen in Deutschland daran gewöhnen, dass die Winter milder und nasser werden. Der Klimawandel spielt wohl auch in diesem Jahr wieder eine entscheidende Rolle und beeinflusst die Wetterlage. Auch die Prognosen des 100-jährigen Kalenders sollten daher genauer überprüft werden, da sie durch die modernen Wetterphänomene abweichen können. Dennoch können die Erfahrungen der Bauern und Landwirte erste Tendenzen für die kalte Jahreszeit liefern.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Collage echo24.de