Wetter in Baden-Württemberg

Schafskälte 2023 beginnt: Bedeutung, Zeitraum, Wahrscheinlichkeiten

  • Tobias Becker
    VonTobias Becker
    schließen

Es gibt Wetter-Regeln, die immer wieder eintreffen. Dazu gehört auch die Schafskälte im Juni. Aber was hat es damit auf sich? Die Bedeutung, Wahrscheinlichkeit und der Zeitraum im Überblick.

Seit Tagen strahl die Sonne in Heilbronn und der Region. Die Temperaturen sind sommerlich warm, Regen gab es kaum noch. Doch das Wetter in Baden-Württemberg könnte einen Kälte-Rückfall bekommen – zumindest, wenn es nach Eintreffen einer alten Regel: Die Schafskälte! Doch was hat es damit auf sich und kommt dieses Ereignis wirklich in diesem Jahr?

Schafskälte im Juni: Temperaturen sinken, Regen kommt

Die Schafskälte findet in Mitteleuropa häufig Mitte Juni statt. „Deutscher Wetterdienst“ schreibt dazu: „Je nach genauer Definition dieser Singularität (Witterungsregelfall) kann die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens des Ereignisses recht unterschiedlich sein.“ Demnach soll die Schafskälte vom 10. bis 12. Juni drohen, wobei der mögliche Zeitraum vom 4. bis 20. Juni herrscht.

Währenddessen soll die Wahrscheinlichkeit für niedrigere Temperaturen bei rund 80 Prozent liegen. Hinzu kommt, dass es eher regnen soll. Die Schafskälte ist dann eine Art Zwischensequenz im sommerlichen Wetter, das meist schon im Mai startet und durch diese „Singularität“ unterbrochen wird. Doch kommt es auch 2023 dazu?

Deutschland besonders von Wetter-Regel betroffen: Deshalb kommt es zur Schafskälte

Meteorologen erklären die Schafskälte mit der unterschiedlichen Erwärmung von Meerwasser und Landmassen. So erhitzt sich Wasser nur langsam, während Landmassen durch die Sonne recht schnell aufgeheizt werden. Dadurch kann es zu einem „Gefälle im Luftdruck“ kommen, wie „The Weather Channel“ berichtet.

Weiter heißt es: „Als Folge entsteht über Mitteleuropa ein Tiefdruckgebiet, das polare Kaltluft aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen heranführt.“ Wie „wetter.net“ erklärt, sind Deutschland und Österreich besonders von der Schafskälte betroffen und es kann sogar nochmal zu Schneefall im Juni kommen, allerdings nur in sehr hohen Lagen wie den Alpen.

Die Schafskälte ist ein Wetterphänomen, das zwischen dem 4. und 20. Juni auftritt.

Die Schafskälte ist nicht das einzige Phänomen dieser Art. Schon im Mai gibt es die Eisheiligen, die ein letztes Mal den Bodenfrost bringen sollen. Ende Juni gibt es den Siebenschläfer, der ähnlich der Schafskälte nochmal kühles Wetter bringen kann. Doch kommt es auch in 2023 zu dieser Wetter-Regel? Oder bleibt der Sommer, der Hitze und Dürre bringen soll, weiterhin bestehen?

Schafskälte 2023: Gilt die Regel auch in diesem Jahr?

Nachdem bereits in der zweiten Mai-Hälfte das Wetter einen heftigen Wechsel vollzogen hat, gab es bereits die ersten Sommertage. Zum Monatswechsel von Mai auf Juni steigt die Waldbrandgefahr derzeit in Baden-Württemberg und Deutschland wegen der trockenen Periode. Und: Das sommerliche Wetter soll auch mindestens noch bis zum 10. oder 11. Juni bestehen bleiben, wie echo24.de bereits berichtete.

Regen wurde bereits in den Wettermodellen nach hinten verschoben, so dass Experte Dominik Jung von „wetter.net“ von der „Verschieberitis“ gesprochen hatte. Heißt: Regen ist erstmal kaum in Sicht, das sommerliche Wetter mit Temperaturen um die 25 Grad und mehr bleibt vorübergehend bestehen. Aber: Die Schafskälte ist ja bekanntlich bis zum 20. Juni möglich.

Rubriklistenbild: © Arnulf Hettrich/Rene Traut/Imago, Collage echo24.de