Wetter in Baden-Württemberg
Experte erklärt Wetterphänomen: Welche Bedeutung der Polarwirbel für den Winter hat
VonJuliane Reyleschließen
Tobias Beckerschließen
Der Spätsommer ist in Baden-Württemberg angekommen und bringt noch mal Hitze mit. Gleichzeitig baut sich der Polarwirbel auf. Was bedeutet das für das Wetter? Wird es kalt?
Der Sommer neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Anfang September kommt zwar nochmal sommerliches Wetter zum Vorschein und hält in 2023 dank Omegahoch „Olenka“ auch eine ganze Weile, aber: Das Wetter in Baden-Württemberg wird bald wechseln. Obwohl der Herbst noch gar nicht richtig begonnen hat, blicken die Wetter-Experten schon gespannt auf die kalte Jahreszeit – und auf den Polarwirbel.
Wetter in Baden-Württemberg: Polarwirbel hat sich über dem Nordpol gebildet
Für Meteorologen startet der Herbst bereits am 1. September, kalendarisch beginnt die goldene Jahreszeit erst am 21. September. Dem Wetter ist das Datum aber egal, Vollherbst-Wetter kann es auch im August geben, dafür jedoch Anfang September wieder Hochsommer herrschen mit Hitzewellen. Doch abseits von Baden-Württemberg bildet sich in dieser Zeit bereits der Polarwirbel über dem Nordpol.
Wie Wetter-Experte Fabian Ruhnau von „Kachelmannwetter“ auf YouTube erklärt, ist das nicht ungewöhnlich für die aktuelle Zeit. Demnach bildet sich der Polarwirbel meist Ende August in der Stratosphäre, also in rund 25 Kilometer Höhe. Im Jahr 2023 hat das Spektakel am 27. August begonnen, in den Jahren zuvor meist schon am 26. August.
Darum wird es trotz Polarwirbel in Baden-Württemberg noch nicht kalt
Der Polarwirbel ist ein riesiges Luftdrucksystem in der Atmosphäre über den Polargebieten der Erde, wie echo24.de erklärt. Er spielt eine Schlüsselrolle bei der Regulation der Temperaturen in den mittleren Breiten, darunter Europa, indem er den Jetstream beeinflusst, einen schnellen Höhenwind.
Änderungen im Polarwirbel können das europäische Klima beeinflussen, insbesondere im Winter, indem sie kalte Luftmassen oder milde Bedingungen bringen. Die Auswirkungen solcher Veränderungen sind jedoch komplex und können sich über längere Zeiträume erstrecken – was erklärt, warum sie nicht sofort spürbar sind.
Wetter in Baden-Württemberg: Polarwirbel-Split wie im Frühjahr?
Die Frage, die sich vielen stellt: Wird es im kommenden Winter wieder einen Polarwirbelsplit geben? Das lässt sich mit Bildung des Polarwirbels noch nicht vorhersagen. Ein Rückblick auf das Frühjahr 2023 zeigt aber, was ein solcher Split bewirken kann: Es wird eisig kalt in Baden-Württemberg. Das zeigt sich aber häufig erst kurze Zeit vorher.
Polarwirbel-Split
Der Polarwirbel-Split ist ein meteorologisches Phänomen, bei dem der normale, zusammenhängende Polarwirbel in zwei oder mehrere kleinere Wirbel aufgeteilt wird. Ein solcher Split kann das Wettergeschehen in den mittleren Breiten, einschließlich Europa, beeinflussen, indem er den Jetstream und die Verbreitung von Kaltluftmassen stört und möglicherweise zu ungewöhnlichen Wetterereignissen führt, wie „Wetter-Prognose“ erklärt.
Experten haben immerhin anhand der Statistiken schon eine leise Vorahnung, wie das Wetter in diesem Winter werden könnte. Bis es so weit ist, steht allerdings noch der Herbst an, der einige goldene Oktobertage mitbringen dürfte. Die Schoko-Nikoläuse in den Regalen von Lidl, Kaufland und Co. bleiben also vorerst das einzig winterliche Phänomen, das bald einsetzen wird.
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