Wetter zum Frieren
Kälte-Schock: Warum sich das Wetter jetzt kälter anfühlt als es ist
VonJuliane Reyleschließen
Der Windchill-Effekt zeigt, dass Kälte nicht nur von der Temperatur, sondern auch vom Wind abhängt. Doch warum frieren wir jetzt mehr?
Der Winter in Baden-Württemberg bringt nicht nur kühle Temperaturen mit sich, sondern auch einen oft unterschätzten Begleiter: Den Windchill-Effekt. Städte im Südwesten Deutschlands, wie Freiburg, Stuttgart, Frankfurt oder Saarbrücken erleben ihn derzeit besonders intensiv, wie „Wetter Online“ schreibt. Während die Thermometer dort um die 10 Grad anzeigen, fühlen wir uns durch den stürmischen Wind deutlich kühler – um die 5 Grad. Doch warum ist das so? echo24.de fasst zusammen.
Wetter fühlt sich kälter an, als es ist: Was ist der Windchill-Effekt?
Der Windchill-Effekt, auch „gefühlte Temperatur“ genannt, beschreibt den Unterschied zwischen der gemessenen und der gefühlten Temperatur, der durch Wind verursacht wird. Dieser Effekt entsteht, weil der Wind die dünne warme Luftschicht, die unsere Haut umgibt, wegbläst. Dadurch kühlt unsere Haut schneller ab, was unser Körper als niedrigere Temperatur interpretiert.
Ein Beispiel: Eine tatsächliche Temperatur von 10 Grad Celsius fühlt sich bei einer Windgeschwindigkeit von etwa 25 km/h wie 7 Grad Celsius an. Je stärker der Wind, desto stärker ist der Effekt, schreibt auch der „Deutsche Wetterdienst“ (DWD). Durch den Windchill-Effekt kann man also auch ohne Schnee, Regen oder Hagel frieren, da der Wind den Körper abkühlt.
Wissenschaftliche Erklärung des Windchill-Effekts: Warum Wind die Kälte verstärkt
Unser Körper produziert ständig Wärme, um die Temperatur der Haut und der inneren Organe aufrechtzuerhalten. In ruhiger Luft bildet sich um die Haut eine isolierende Schicht warmer Luft. Bei Wind wird diese Schicht jedoch kontinuierlich abgetragen, wodurch die Wärme schneller entweicht, wie „National Weather Service“ erklärt. Die Folge: Wir frieren.
Besonders gefährlich wird der Windchill-Effekt bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Die beschleunigte Abkühlung kann dann zu Erfrierungen führen, da der Körper die abgegebene Wärme nicht mehr schnell genug ersetzen kann. Erfrierungen sind lokale Gewebeschäden, die durch anhaltende Kälteeinwirkung (meist in Kombination mit Feuchtigkeit und Wind) entstehen, wie das „Deutsche Rose Kreuz“ (DRK) erklärt.
Aktuelle Wetterlage im Südwesten Deutschlands: Windchill-Effekt in Baden-Württemberg
Starker bis stürmischer Wind sorgt in dieser Woche im Südwesten Deutschlands für markante Windchill-Werte. Aktuell gilt Alarmstufe Rot in Baden-Württemberg: Ein Orkan fegt das Winterwetter weg. Obwohl die Thermometer Temperaturen im zweistelligen Bereich anzeigen, fühlt sich die Luft durch die kalte, bewegte Luftmasse und den Wind deutlich kühler an. Wer sich im Freien aufhält, sollte sich daher wärmer anziehen, als es die tatsächliche Temperatur vermuten lässt. Generell kann sich das Wetter in Deutschland durch Wind kühler anfühlen, als es ist.
Besonders betroffen sind Städte wie Freiburg oder Frankfurt. Hier bläst der Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h, wie „Wetter Online“ schreibt, was die gefühlte Temperatur deutlich senkt. In Kombination mit der hohen Luftfeuchtigkeit fühlt sich das Wetter noch ungemütlicher an. Trotz Temperaturen über
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