Ohne Fortune
Aufholjagd der Heilbronner Falken beim EV Landshut wird nicht belohnt
VonMarc Thorwartlschließen
Erst als es fast zu spät ist, finden die Heilbronner Falken ins Spiel, holen einen Dreitorerückstand auf, um dann die Heimreise doch mit leeren Händen antreten zu müssen.
- Tim Miller läuft für die Heilbronner Falken auf
- Falken machen aus einem 0:3 ein 3:3
- Im letzten Abschnitt werden die Falken eiskalt erwischt
Das hat fast schon Playoff-Charakter. Lediglich zwei Tage, nachdem die Heilbronner Falken in der DEL2 auf den EV Landshut getroffen sind, spielen sie heute erneut gegen die Niederbayern. An der Konstellation hat sich wenig geändert. Die Falken sind beim EVL aufgrund der Tabellensituation favorisiert. Dieser Rolle werden sie nicht gerecht und verlieren mit 3:6.
Die Niederbayern brennen auf Revanche für die Freitagsniederlage. In einem denkwürdigen Spiel hatten sich da die Heilbronner Falken mit dem 26. Penalty durchgesetzt. Personell ist die Lage immer noch angespannt. Tim Miller hat seine Ankündigung wahrgemacht: "Ich versuche das Pregame-Skating, wenn ich in den Schlittschuh passe, dann spiele ich auch." Der Deutsch-Amerikaner läuft heute Abend in Landshut auf. Aufseiten des EVL kann Robbie Czarnik wieder mitwirken, der am Freitag noch krank gefehlt hatte.
Heilbronner Falken mit spätem Gegentor
Kapitän Derek Damon gibt die Devise aus: "Wir müssen clever spielen, unser Forechecking dann durchziehen, wenn wir eine Chance haben, die Scheibe zu erreichen." Die Partie selbst beginnt mit einer Schweigeminute für den Landshuter Nachwuchstrainer Jürgen Streb. Dann geht es aber auch gleich ohne großes Abtasten los. Primär in Richtung Falken-Tor, die Hausherren, die mit vier Reihen agieren, setzen die Unterländer in der eigenen Abwehrzone mächtig unter Druck. Zudem bekommen sie auch noch ein Powerplay, aber die Falken sind aufmerksam.
Die erste richtige Chance der Heilbronner Falken dann in der zwölften Minute, ebenfalls in Überzahl, doch Michael Knaub scheitert. Kurz danach die beste Möglichkeit für die Gäste, aber Dylan Wruck scheitert knapp. Die Hausherren haben zwar immer noch das Gros an Chancen, doch die Heilbronner sind jetzt besser im Spiel. Allerdings müssen sie kurz vor Ende des Drittels eine Strafe ziehen. Bringen sie das 0:0 über die Zeit? Nein, der EVL nutzt das Powerplay, weil der Schiedsrichter einen Befreiungsschlag von Corey Mapes unbeabsichtigt stoppt und deshalb die Scheibe im Angriffsdrittel bleibt, zum 1:0.
Heilbronner Falken drehen mächtig auf
Ins zweite Drittel starten die Heilbronner Falken viel aktiver. Kurz nacheinander scheitern Alex Nikiforuk, Kevin Maginot und Wruck. Dann eine Strafe gegen die Falken, die wohl nur der Schiedsrichter gesehen hat. Da haben die Unterländer einen guten Konter, doch auch Mapes scheitert an Jaroslav Hübl im EVL-Kasten. Diese Fehlentscheidung bleibt zwar ohne Folgen, doch der Spielfluss der Falken ist unterbrochen. In der 28. Minute das 2:0. Matthias Nemec pariert den ersten Schuss noch, wird dann aber von hinter dem Tor angeschossen und von ihm prallt der Puck ins Tor.
Dann ein Missverständnis zwischen Damon und Jan Pavlu, ein Konter der Niederbayern, 3:0. Die Heilbronner Falken sind jetzt konfus. Nur wenige Sekunden später wieder ein katastrophaler Abspielfehler in der eigenen Zone, Nemec ist zum Glück zur Stelle. Immerhin haben die Heilbronner Falken wenige Sekunden Überzahl- Ian Brady zieht trocken ab, nur noch 3:1. Dieser Treffer gibt merklich Auftrieb. In der 39. Minute erobert Lukas Ribarik die Scheibe, passt zu Knaub, und der macht mit einer ganz feinen Aktion das 3:2. 26 Sekunden später dann ein Solo von Nikiforuk, Schuss, Tor, 3:3. Was für eine Aufholjagd, es geht in die Pause.
Kalte Dusche für die Heilbronner Falken
Das Momentum aus dem Mitteldrittel nehmen die Heilbronner Falken in den letzten Abschnitt mit. Strafzeit gegen die Hausherren. Leider ohne Erfolg. Dann die kalte Dusche. Die Niederbayern mit einem Schuss vors Tor, Abpraller, Schuss, Tor. 4:3. Ein Treffer aus dem Nichts. Gleich darauf wieder ein Scheibenverlust im Aufbauspiel, und Nemec rettet in höchster Not. Die Gäste trotzdem weiter im Vorwärtsgang. Sie bekommen erneut Überzahl. Jetzt MUSS es doch einmal klappen. Zweimal fehlen nur wenige Zentimeter, dann sind die Unterländer unaufmerksam, die Strafe läuft ab, ein langer Pass, Schuss, Nemec hält, der Schiedsrichter pfeift ab, dann kullert die Scheibe durch die Schoner und über die Linie - kein Treffer, da haben die Falken richtig Glück gehabt.
Noch sind zehn Minuten zu spielen. Die Partie steht jetzt auf des Messers Schneide. Dann fällt die Entscheidung. Marcus Götz ist viel zu passiv beim Verteidigen, Max Hofbauer zieht vorbei und überwindet Nemec ins kurze Eck unter die Latte. Zwei Minuten vor dem Ende nimmt Falken-Coach Alexander Mellitzer eine Auszeit, versucht, doch noch eine Wende herbeizuführen. Nemec geht vom Eis, Wruck scheitert an Hübl und Landshut trifft ins verwaiste Tor. 6:3, das war es dann.
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