Favoritenrolle gerecht geworden

Auch im Derby gegen die Steelers sind die Heilbronner Falken oben auf

  • Marc Thorwartl
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Im Mitteldrittel werden die Gäste förmlich an die Wand gespielt und der Sieg sichergestellt.

Die Falken bejubeln den Derbysieg über die Steelers und bleiben Tabellenführer der DEL2.

Auch nach Jahren hat das DEL2-Derby zwischen den Heilbronner Falken und den Bietigheim Steelers nichts an Attraktivität eingebüßt. 3.544 Besucher wohnen am Sonntag der Partie bei und sorgen schon weit vor Spielbeginn für eine fantastische Stimmung in der ausverkauften Kolbenschmidt-Arena. Die Hausherren wollen unbedingt siegen, um den Platz an der Sonne zu verteidigen. Aber auch die Gäste sind unter Zugzwang, müssen gewinnen, um den Anschluss an die Tabellenspitze nicht zu verlieren. Am Ende jubeln die Falken und gewinnen mit 4:1.

Bis zum Schluss hatte man aufseiten der Heilbronner Falken gehofft, dass Bryce Gervais wieder ins Team zurückkehrt. Er absolvierte am Samstag die Trainingseinheit, doch im Anschluss meldete sich wieder der verletzte Fuß. Somit kann der Kanadier beim Derby nicht mitwirken. Außerdem fehlen Torhüter Mirko Pantkowski und Verteidiger Marcus Götz. Dafür ist erstmals der vom Kooperationspartner Adler Mannheim mit einer Förderlizenz ausgestattete Verteidiger Moritz Wirth im Aufgebot.

Heilbronner Falken mit Blitzstart

Angefeuert durch die fantastische Kulisse, übernehmen die Heilbronner Falken sofort die Initiative. Exakt 24 Sekunden sind gespielt, da gibt es die erste Strafzeit gegen die Steelers. Powerplay Falken. Ian Brady bringt die Scheibe vors Tor, Stefan Della Rovere fälscht ab, nach 65 Sekunden steht es 1:0. Auch in der Folgezeit die Hausherren mit der besseren Anlage. Und sie sind hoch motiviert. Immer wieder setzen sie die Gäste beim Spielaufbau unter Druck. Nur wenn diese schnell kontern, kommen sie zu Chancen. SO auch in der neunten Minute, als Freddy Cabana mit viel Tempo ins Drittel fährt und die Scheibe ins lange Eck nagelt.

Pickepackevolles Stadion, super Stimmung - das Derby elektrisiert die Fans.

Danach die stärkste Phase der Gäste, doch die Falken-Abwehr um Keeper Matthias Nemec ist hellwach. Dann übernehmen wieder die Hausherren das Kommando. Das 2:1 liegt gleich mehrfach in der Luft. Doch es dauert bis zur 16. Minute, dann erst wird der Angriffswirbel belohnt. Aus kurzer Distanz versenkt Kapitän Derek Damon die Scheibe mit der Rückhand. Jetzt suchen die Heilbronner Falken eine Vorentscheidung, nächste Strafzeit gegen die Gäste doch Yannik Valenti verzieht ganz knapp. Kurz vor der Pause nächster Ausfall bei den Steelers: Topscorer Matt McKnight muss nach einem Check verletzt vom Eis und kommt auch nicht wieder zurück.

Heilbronner Falken: So geht Crimmitschau

Heilbronner Falken machen Nägel mit Köpfen

Ins zweite Drittel nehmen die Heilbronner Falken den Schwung des Vorsprungs mit. Es geht wirklich fast ununterbrochen in Richtung Steelers-Tor. In der 26. Minute ist es dann passiert. Von der Torlinie spielt Brady einen knallharten Pass durch den Torraum, am langen Pfosten hat sich Alex Nikiforuk seinem Gegenspieler davongeschlichen und vollendet per Direktabnahme zum 3:1. Das ist der Knackpunkt. Die Hausherren packen noch eine Schippe drauf. Bietigheim nur noch am Reagieren.

Freddy Cabana (links) und Derek Damon im Smalltalk während der Nebelpausen.

Die Gäste werden wirklich schwindelig gespielt. Eine Traumkombination, bei der die Scheibe über sieben, acht Stationen lief, ohne dass ein Bietigheimer auch nur in die Nähe des Pucks kommt, vollendet Damon mit einem Hammer zum 4:1. Jetzt wird es richtig deutlich. Die Ellentaler sind in der Folgezeit um Schadensbegrenzung bemüht, eigene Angriffe bilden die Ausnahme. Kurz vor Ende des Drittels kommt es noch zum Faustkampf zwischen Della Rovere und Benjamin Zientek. Beide dürfen im Anschluss für 14 Minuten auf die Strafbank.

Heilbronner Falken bringen den Derbysieg nach Hause

Im Schlussabschnitt gehen den Gästen dann verletzungsbedingt zusehends die Kräfte aus. Gefährliche Vorstöße gelingen ihnen nur noch bei Kontern, aber da ist Nemec im Heilbronner Kasten auf der Hut. Die Gastgeber ihrerseits verpassen es, bei einer Vielzahl an guten Chancen das fünfte Tor nachzulegen, da sie mit Zauberkombinationen den Puck ins Netz tragen wollen.

Immer wieder müssen die Schiedsrichter die Partie wegen Nebels unterbrechen. Das hemmt den Spielfluss, aber der Sieger steht schon lange fest, zu dominant sind an diesem Abend die Hausherren. Derbysieger und weiterhin Spitzenreiter - Fanherz, was willst du mehr?

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