Keine Punkte
Keine schöne Bescherung für die Heilbronner Falken in Bad Tölz
VonMarc Thorwartlschließen
Die Falken-Abwehr ist nicht immer auf der Höhe. Bezeichnenderweise fällt das Siegtor für die Hausherren in Unterzahl.
- Falken ohne Torhüter Mirko Pantkowski in Bad Tölz
- Die Unterländer können wieder mit vier Sturmreihen agieren
- Bryce Gervais mit Dopppelpack
Kurz vor Weihnachten müssen die Heilbronner Falken nochmals weit reisen. Am Sonntag spielen sie in der DEL2 um 16 Uhr bei den Tölzer Löwen. Es ist gar nicht lange her, da waren beide Teams ganz eng beieinander. Die Oberbayern legten eine fantastische Serie von zehn Spielen in Folge hin. Doch dann riss der Faden, es folgten sieben Niederlagen.
Damit die Löwen den Anschluss zur Spitzengruppe nicht abreißen lassen, müssen sie heute gegen die Heilbronner Falken unbedingt punkten. Die Unterländer können fast auf die identische Mannschaft wie am Freitag beim Sieg über den EHC Freiburg zurückgreifen. Einzige Ausnahme: Torhüter Mirko Pantkowski muss in Mannheim auflaufen, somit rückt wieder Matthias Nemec zwischen die Pfosten. Die Falken verlieren mit 6:8.
Kein gutes Penalty-Killing der Heilbronner Falken
Die Hausherren wollen gleich zeigen, wer die Lederhose anhat. Mit ihrem Forechecking wollen sie die Heilbronner Falken schon in deren Abwehrzone unter Druck setzen. Doch die Gäste lösen das souverän. In der dritten Minute ein langer Pass an die blaue Linie, Alex Nikiforuk marschiert los und trifft zum 0:1. In der siebten Minute dann die erste Strafe. Jan-Luca Schumacher muss auf die Sünderbank. Und Marcus Götz folgt ihm kurze Zeit später. Bei doppelter Überzahl machen die Tölzer den Ausgleich.
Kurz danach passt die Abwehr der Heilbronner Falken nicht auf, Tölz Topscorer Marco Pfleger hat viel zu viel Platz - und kann sich die Ecke aussuchen, 2:1. Dieser Treffer gibt den Löwen Auftrieb, sie sind jetzt spielbestimmend. Und bekommen erneut Powerplay. Da brennt es mehrfach lichterloh vor dem Heilbronner Gehäuse, bis die Scheibe drin ist. Unnötig, denn kurz zuvor hatten die Gäste die Möglichkeit, die Scheibe zu klären. Dann endlich mal Überzahl für die Falken. Aber das ist gar nix. Mit 3:1 geht es in die Pause.
Heilbronner Falken bleiben dran
Mit deutlich mehr Engagement starten die Heilbronner Falken ins zweite Drittel. Sie sind aggressiv am Mann, machen die Räume eng. Dylan Wruck erobert die Scheibe, geht ins Angriffsdrittel, nimmt Maß, Tor: 3:2! Kurz danach Powerplay für die Gäste. Das ist 90 Sekunden wirklich schlecht - bis der überraschende Pass vors Tor kommt, wo Michael Knaub nur noch abfälscht: 3:3! Die Unterländer sind wieder in der Spur - aber dann kassieren sie eine fragwürdige Strafzeit.
Und wirklich, es ist das vierte Powerplay der Hausherren - und sie treffen zum dritten Mal, die Heilbronner Falken MÜSSEN von der Strafbank wegbleiben. Aber die Gäste haben jetzt Blut geleckt. Exakt 60 Sekunden später ein langer Pass auf Jan Pavlu, und der überrascht Sinisa Martinovic durch die Schoner zum 4:4. Die Antwort der Tölzer im direkten Gegenzug, Tyler McNeely nagelt den Puck unter die Latte, 5:4. Danach spielen endlich die Verteidiger wieder mit, es dauert fünf Minuten bis zum nächsten Treffer. Für Tölz. 6:4. Dann platzt Bryce Gervais der Kragen. Mit einem Solo tankt er sich durch und es steht 6:5. Pause
Heilbronner Falken verdaddeln es bei eigener Überzahl
Und auch das letzte Drittel startet ohne Aufwärmphase. Zwei Minuten sind gespielt, da wird Gervais auf die Reise geschickt und vollendet zum 6:6. Das Momentum jetzt ganz klar aufseiten der Heilbronner Falken. bis, ja bis sie wieder eine Strafzeit kassieren. Die werden sie doch hoffentlich mal unbeschadet überstehen? Ja, weil die Tölzer 45 Sekunden später ebenfalls ein Foul ziehen. Die Gäste sind druckvoller, doch die Führung will nicht gelingen.
Dann Strafzeit gegen die Hausherren. Vielleicht geht dieses Mal etwas? Nein, sogar noch viel schlimmer, Tölz gelingt unter tatkräftiger Mithilfe der Heilbronner Falken ein Unterzahltreffer zum 7:6. Danach verteidigen die Tölzer das Tor mit Mann und Maus - und den Gästen fällt nicht viel ein. Zwei Sekunden vor dem Ende treffen die Gastgeber noch ins verwaiste Tor zum 8:6. Am Ende steht eine Niederlage, so unnötig wie ein Kropf. Die Falken hätten sich selbst eine schöne Bescherung schenken können.
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