Infrastrukturelle Ursachen

Trotz Top-Leistungen keine neuen Zuschauer bei den Falken: Manager Eren nennt die Gründe

  • Olaf Kubasik
    VonOlaf Kubasik
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Die Heilbronner Falken begeistern derzeit auf dem Eis, doch das wirkt sich nicht auf die Zuschauerzahlen aus.

Versteckte Kolbenschmidt-Arena: Die Heimat der Heilbronner Falken ist von der Straße aus kaum zu sehen.

○ Seit Jahren bieten die Heilbronner Falken mal wieder begeisterndes Eishockey
○ Der Zuschauerschnitt von 1.925 ist aber der zweitschlechteste der DEL2
○ Infrastrukturelle Probleme rund um die Kolbenschmidt-Arena

Die Heilbronner Falken haben ein Problem. Und das ist in dieser Saison definitiv nicht sportlicher Natur! Denn obwohl sie in der DEL2 seit Jahren mal wieder begeisterndes Eishockey zeigen, derzeit auf Platz zwei liegen, gelingt es nicht, NEUE Zuschauer für Heimspiele in der Kolbenschmidt-Arena zu akquirieren. Ihr Zuschauerschnitt von 1.925 ist der zweitschlechteste der Liga. Aber woran kann das liegen? An den Leistungen der Falken jedenfalls nicht.

Seit langer Zeit sind die Heilbronner Falken mal wieder eine Spitzenmannschaft, aber kaum jemanden interessiert es. Das schrieb echo24.de schon vor über einem Monat. Grund genug, jetzt bei Atilla Eren nachzufragen. Und der Geschäftsführer der Heilbronner Falken GmbH hält einige Gründe parat, warum nicht mehr Publikum in die Kolbenschmidt-Arena kommt. Der Wichtigste für ihn: die Infrastruktur.

Wer zu den Heilbronner Falken will, hat ein Abendtarif-Problem im Parkhaus

Falken-Manager Atilla Eren verweist zunächst auf jüngste Marktforschungsergebnisse: "Ein Sportevent ist immer auch ein Erlebnisevent. Heißt: Wir müssen etwas außerhalb eines noch so tollen Spiels bieten." Auch wenn es am Ende einer nervenaufreibenden Schlacht - wie jüngst gegen Bad Tölz - in einer Niederlage endet. Aber da holpert's schon bei der Ankunft.

Atilla Eren verpackt es erstmal positiv: "Seitdem das City-Parkhaus am Bollwerksturm, das Campus- und das experimenta-Parkhaus da sind, ist es ein bisschen besser." Dennoch: "Unsere Besucher schrammen knapp an den Abendtarifen vorbei." Die Gespräche der Heilbronner Falken mit den drei verschiedenen Betreibern (!!!) über eine Anpassung der Park-Tarife gestalteten sich hingegen schwierig.

Heilbronner Falken: Kolbenschmidt-Arena ist von außen kaum erkennbar

Bei der Lage der Kolbenschmidt-Arena hat Atilla Eren erst jüngst eine für die zukunftsorientierten Heilbronner Falken erschreckende Erfahrung gesammelt. Eine Studentin vom gegenüberliegenden Bildungscampus erzählt ihm, dass sie bislang nicht gewusst habe, dass es in Heilbronn überhaupt eine Eishalle gäbe. Und wirklich: Die Kolbenschmidt-Arena liegt hinter Bäumen sooo versteckt, dass es Zweifel an ihrer Existenz geben muss. Und Hinweisschilder? Fehlanzeige. IMMERHIN haben die Falken reagiert und ein riesiges Banner am City-Parkhaus angebracht.

Am City-Parkhaus am Bollwerksturm haben die Heilbronner Falken mittlerweile ein Banner angebracht.

Apropos Kolbenschmidt-Arena: Das ursprünglich als "Raucherhalle" konzipierte Stadion bietet nach der Änderung des Nichtraucherschutzgesetzes 2009 nun zu wenig Außenplätze für die dampfenden Besucher. Und überhaupt zu wenig Sitz- im Gegensatz zu Stehplätzen. Verhältnis: 800 zu 3.000. Für Atilla Eren sind das alles Umstände, die es einer Neu-Publikum-Generierung "im florierenden Heilbronn" schwer machen. Nicht nur für die Profis, sondern auch einer Amateur-Mannschaft wie den HEC Eisbären Heilbronn in der Regionalliga, die ebenfalls unter den Umständen leiden.

Heilbronner Falken machen Werbung in eigener Sache

Um neue Zuschauer zu generieren, haben die Heilbronner Falken eine Marketing-Offensive gestartet. Am Samstag haben sie sich sozial im Heilbronner Tierheim engagiert, am Dienstag waren die Falken-Spieler Alex Nikiforuk und Corey Mapes Teil einer tollen Freikarten-Aktion. Und am Samstag, 14. Dezember, werden einige der Profis um 15.30 Uhr ein Showtraining auf der Kunsteisbahn in Bad Rappenau plus Autogrammstunde abhalten. Zudem sind Heilbronner Falken und der HEC am 19. Dezember im Fernsehen zu sehen.

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