„Es stand auf der Kippe“

Formel-1-Fahrer rast in Aserbaidschan mit Fieber aufs Podium

  • Sönke Brederlow
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Mercedes-George Russell startete trotz „ziemlicher Krankheit“ in Baku: Obwohl ihn Mercedes beinahe ersetzt hätte, fuhr der Brite als Zweiter auf das Podium.

Baku – Max Verstappen (Red Bull) feiert in Aserbaidschan seinen zweiten Sieg in Folge, während Carlos Sainz im eigentlich unterlegenen Williams als Dritter überraschend auf das Formel-1-Podium fährt. Die größte Überraschung liefert jedoch Mercedes-Star George Russell, der trotz schwerer Erkrankung und Fieber am Ende sogar noch Zweiter wird.

Mercedes-Pilot George Russell ist trotz „ziemlicher Erkrankung“ als Zweiter auf das Podium gefahren.

Der Brite musste aufgrund seiner Krankheit bereits den Medientag am Donnerstag auslassen, doch die Pause zur Erholung zeigte kaum Wirkung! „George war ziemlich krank - also wirklich, wirklich bedient mit Fieber“, bestätigt Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach dem Rennen gegenüber Sky und ORF.

Formel-1-Start von George Russell „stand auf der Kippe“

Im Team wurde sogar überlegt, den Stammfahrer zu ersetzen: „Es stand auf der Kippe“, sagt Wolff. „Am Freitag war es wirklich ganz knapp davor, dass wir Valtteri reinsetzen.“ Gemeint ist Valtteri Bottas, der künftig für Neueinsteiger Cadillac fährt und beinahe zu einem Mercedes-Comeback gekommen wäre.

Eine Entscheidung, die nicht allein vom Team abhängen sollte. „George sagte: ‚Ich bin mir nicht sicher, ob ich es schaffe‘“, verrät der Mercedes-Teamchef. Der Fahrer hätte also möglicherweise selbst die Reißleine gezogen, wenn die Maßnahmen nicht gegriffen hätten. „Dann hat aber das Medikament eingeschlagen und dann war es besser.“

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Ganz fit war der Brite am Sonntag dennoch nicht. Im Gegenteil: Zwar habe sich Russell tagsüber „irgendwie erholt, aber über Nacht wurde es jeden Tag wieder schlimmer“, erklärt Wolff. Der 27-Jährige fuhr den Großen Preis von Aserbaidschan somit unter erschwerten Bedingungen – und holte trotzdem den zweiten Platz!

„Zum Glück war es Baku. Auch wenn es eine der schwierigsten Strecken ist, ist sie mental und körperlich vielleicht eine der einfachsten“, sagte Russell laut Formel1.de. „Wäre es Singapur gewesen, hätte ich am Freitag wohl Schluss gemacht, ehrlich gesagt, und das Rennen wahrscheinlich nicht gefahren.“

So aber spricht der Mercedes-Star von einem „glücklichen Timing“, dass ihn die Krankheit in Baku traf und nicht in Singapur, wo in zwei Wochen das nächste Formel-1-Rennen ansteht. „Außerdem war ich seit ein paar Jahren nicht mehr krank, und jetzt hat es mich einfach auf einmal erwischt - aber es geht bergauf.“

Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist überzeugt, dass Russells Leistung unter diesen Umständen noch höher einzuschätzen ist: „Hier in Baku ein eineinhalbstündiges Rennen zu fahren, keinen einzigen Fehler auf beiden Reifentypen zu machen - das war ein absolut verdienter zweiter Platz.“ (SoBre)

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