18. März 2021 ist der geplante Termin

Nächster Akt im VfB-Machtkampf: Präsidium reagiert auf Vogt-Angriff!

Claus Vogt Präsident VfB Stuttgart
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VfB Stuttgart: Präsident Claus Vogt veröffentlicht ein durchaus brisantes Schreiben.
  • Tobias Becker
    VonTobias Becker
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Der VfB Stuttgart sollte am 18. März einen neuen Präsident wählen, aber: Claus Vogt will verschieben, Rainer Mutschler und Dr. Bernd Gaiser nicht.

Update, 27. Januar, 18:45 Uhr: Jetzt melden sich die Präsidiumsmitglieder Dr. Bernd Gaiser und Rainer Mutschler zu Wort! Nachdem Präsident Claus Vogt am heutigen Mittwochmorgen, eine Erklärung abgab, in der er die Mitgliederversammlung im Alleingang verschieben wollte und verschiedene andere Führungskräfte beim VfB Stuttgart angriff, kam am Abend von Seiten des Vereins eine Pressemitteilung.

Präsidiumsmitglied und Vizepräsident Dr. Bernd Gaiser, Präsident Claus Vogt, Präsidiumsmitglied Rainer Mutschler

Gaiser und Mutschler schreiben darin, dass das Präsidium „am 02. November 2020 einstimmig einen Beschluss zur Durchführung der nachzuholenden Mitgliederversammlung 2020 am 18. März 2021 gefasst hat.“ Die digitale Veranstaltung sei eine Option gewesen, die akzeptiert wurde. Weiter heißt es: „Dieser Beschluss ist bindend und wurde von allen Mitgliedern des Präsidiums seitdem in zahlreichen Vorbereitungssitzungen bestätigt.“

Ein Überblick: Machtkampf, Datenskandal: Chaos-Tage beim VfB - die Führungskrise im Überblick

Dann ein wichtiger Satz, der wie eine Drohung an den bislang beliebten Präsidenten klingt: „Über diese Beschlussfassung kann sich niemand, auch nicht der Präsident, hinwegsetzen, ohne gegen die Satzung zu verstoßen.“ Setzt sich Vogt über die Satzung des VfB Stuttgart hinweg, würde er seinen eigenen Worten widersprechen. War etwa doch alles nur heiße Luft, was am Vormittag geschrieben wurde? Oder hat Vogt gehofft, mit der Öffentlichkeit Druck auszuüben? Dann wäre sein Vorgehen eine Nummer schlimmer als der öffentliche Brief Hitzlspergers vor dem Jahreswechsel, der eine Erklärung war.

Mutschler und Gaiser: Durchführung der Mitgliederversammlung im Interesse des VfB Stuttgart zwingend

Die beiden Präsidiumsmitglieder schreiben weiter, dass sie es „sowohl in rechtlicher Hinsicht als auch im Interesse des Vereins für zwingend, wie angekündigt am 18. März 2021 die für das Jahr 2020 nachzuholende Mitgliederversammlung durchzuführen.“ Der Grund ist einfach: Je länger sich die Entscheidung einer Präsidentenwahl hinzieht, desto länger dauern die Unruhen an. Eine Besserung ist nicht in Sicht, wie die beteiligten Personen des VfB Stuttgart zuletzt immer wieder bewiesen haben.

Kommentar zum VfB-Machtkampf: Darum ist Vogt nicht besser als Hitzlsperger

„Digitalveranstaltungen sind in der Corona-Zeit alternativlos und sie haben sich bei vielen Anlässen bewährt“, so Mutschler und Gaiser in Hinblick auf die Unsicherheit der aktuellen Corona-Lage. Was Mutschler und Gaiser anders machen als Vogt nach den Vorwürfen Hitzlspergers? Sie gehen nicht darauf ein.

Abschließend betonen wir, dass wir auf die Vielzahl der in der persönlichen Erklärung des Präsidenten enthaltenen Unterstellungen und Anschuldigungen nicht weiter eingehen werden. Herausstreichen möchten wir allerdings, dass wir alles, was im Zusammenhang mit der Aufklärung der Datenschutzaffäre gegen das Präsidium ins Feld geführt wird, ausdrücklich zurückweisen!  Der Abschlussbericht der Aufklärungsarbeit soll vom beauftragten Gutachter Esecon am 1. Februar 2021 vorgelegt werden. Wir verlangen und unterstützen weiterhin eine vollumfängliche Aufklärung mit allen etwaigen Konsequenzen, verwehren uns aber gegen jedwede vereinspolitische Instrumentalisierung dieser Thematik. Dafür ist diese von viel zu großer Bedeutung für unsere Mitglieder und unseren Verein!

Dr. Bernd Gaiser und Rainer Mutschler, Präsidiumsmitglieder des VfB Stuttgart, in einer Pressmitteilung

Abschließend kommen die Präsidiumsmitglieder auch nochmal auf den „mit der heutigen Erklärung des Präsidenten und dieser Stellungnahme erkennbare Riss im Präsidium“ zu sprechen. Der Dissens beider Parteien innerhalb des dreiköpfigen Präsidiums soll bereits lange vor dem Daten-Skandal im Oktober 2020 entstanden sein. Nun stellen sich also zwei weitere Menschen öffentlich gegen Vogt.

VfB Stuttgart: Vogt will Mitgliederversammlung wohl im Alleingang verschieben!

Erstmeldung, 27. Januar: Der 18. März 2021 ist das wohl heißeste Datum beim VfB Stuttgart. Da soll die Mitgliederversammlung stattfinden und ein neuer Präsident gewählt werden, was den Tag so brisant macht. Aber: Jetzt soll die Versammlung, die in digitaler Form abgehalten werden sollte, verschoben werden. In einem Schreiben von Präsident Claus Vogt wird der „Spalt“ im Verein, von dem schon Thomas Hitzlsperger schrieb erneut deutlich.

Chaos-Tage beim VfB Stuttgart: Machtkampf, Datenskandal - die Führungskrise im Überblick

Steckbrief
NameClaus Vogt
PositionPräsident und Aufsichtsrat
Geburtsdatum12. August 1969
HerkunftNürtingen, Deutschland
(vorheriger Beruf)Unternehmer

VfB-Präsident Claus Vogt erklärt sein Vorhaben am Mittwochvormittag auf der Seite des VfB Stuttgart: „Es bestehen berechtigte Interessen der Mitglieder, dass die Versammlung weder in der beabsichtigten Form als rein digitale Veranstaltung, noch zu dem beabsichtigten Termin bereits am 18.03.2021 stattfindet.“ Besonders heikel: Vogt agierte alleine! Weder Bernd Gaiser noch Rainer Mutschler, die ebenfalls im Vereinspräsidium sitzen, waren dafür. Vogt erklärt: „Ich muss hier aber meine Verantwortung als Präsident und meine Aufgabe nach unserer Satzung im Sinne der Vereinsinteressen wahrnehmen und kann deren Interessenlagen dabei nicht berücksichtigen.“

VfB Stuttgart: Die Begründung von Claus Vogt für eine Verschiebung der Mitgliederversammlung

In unserem Verein wurden sämtliche Mitgliederversammlungen der letzten 127 Jahre stets als Präsenzveranstaltungen abgehalten. Diese gewährleisten eine offene, transparente, direkte und ehrliche Kommunikation und geben allen Mitgliedern, die von ihrem Teilnahmerecht Gebrauch machen möchten, die Gelegenheit, sich angemessen persönlich in Diskussionen einzubringen und einen unmittelbaren Eindruck von den handelnden, teilweise zu wählenden Personen, die sie im Verein in Gremien vertreten sollen, zu gewinnen. Reine Digitalveranstaltungen, die lediglich eine Teilnahme online ermöglichen können, sind hierzu nicht in der Lage und müssen deshalb die Ausnahme bleiben.

Claus Vogt, Präsident des VfB Stuttgart

Angesichts des beim VfB Stuttgart tobenden Machtkampfes zwischen Vogt und Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger ist die Verschiebung durchaus ein zweischneidiges Schwert. Als neuen Termin könnte sich Vogt den 05. September vorstellen - also den Tag, an dem die reguläre Versammlung 2021 stattfinden würde. Heißt: Dann würde nicht nur der Präsident, sondern auch der Vereinsbeirat und das übrige Präsidium gewählt werden.

Verschiebung der Mitgliederversammlung: Vogt setzt auf Fans und Mitglieder

Wie so oft spielt der Präsident die Fan-Karte aus: „Ich habe deshalb gut nachvollziehen können, dass in den letzten Tagen auch aus dem Kreis der Mitglieder unseres Vereins, durch Fan-Clubs, durch Mitglieder des VfB-Fanausschusses und nicht zuletzt auch aus unseren Vereinsgremien darum gebeten wurde, die geplante digitale Mitgliederversammlung zu verschieben, jedenfalls die Verschiebung ernsthaft zu diskutieren.“ Auch verweist er auf die Abstimmung 2019 hin, die völlig in die Hose ging. Aber: Hat der VfB Stuttgart nicht daraus gelernt? Wäre es nicht möglich im Jahr 2021 und während der Corona-Zeit eine Versammlung durchzuführen?

Claus Vogt will die Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart wohl im Alleingang verschieben.

Möglich wäre es wohl, aber es bliebe ein Risiko. Und: Vogt bekam Gegenwind und scheinbar nicht zu knapp, denn er schreibt weiter: „Ich musste jedoch feststellen, dass es ein sehr weitgehendes Desinteresse gab, überhaupt eine Diskussion der sehr guten Argumente gegen eine digitale Ausrichtung der Mitgliederversammlung aufzunehmen.“ Vogt greift öffentlich sämtliche Gremien und viele der darin sitzenden Mitglieder an und verweist immer wieder auf die Datenschutz-Affäre und den tobenden Machtkampf, der ohnehin für Unruhen sorgt.

VfB-Präsident Claus Vogt beruft Mitgliederversammlung nicht ein

Gerade die aus meiner Sicht vorgeschobenen formalen und wirtschaftlichen Argumente einiger Gremienmitglieder, insbesondere deren Versuch, mich zu einer zeitlich weit vor Ablauf der Einberufungsfrist am 10.02.2021 für die Einberufung liegenden Entscheidung zu bewegen, die fehlende Bereitschaft zur Diskussion nennenswerter Argumente, die von anderen Seiten (Mitglieder, Gremienmitglieder, Fans, Medien) in den Raum gestellt wurden und nicht zuletzt der Umgang mit meinem Versuch, transparente Ermittlungen der Esecon-Gruppe zu gewährleisten, bekräftigen mich allerdings in der hier ausführlich beschriebenen Annahme, dass zum Wohl unseres Vereins und bei der Wahrnehmung berechtigter Vereinsinteressen nur eine Entscheidung durch mich erfolgen darf: Die Ablehnung der Einberufung zum 18.03.2021 und der Aufruf an alle, von einem rein digitalen Format der nächsten Mitgliederversammlung abzusehen und diese, soweit wie möglich, als Präsenzveranstaltung unter Beteiligung möglichst vieler Mitglieder durchzuführen. 

Claus Vogt, Präsident des VfB Stuttgart, zu einer Verschiebung der Mitgliederversammlung

VfB Stuttgart: Das ganze Schreiben von Präsident Claus Vogt zur Mitgliederversammlung

Das Schreiben des Präsidenten des VfB Stuttgart ist sehr brisant und beinhaltet auch starke Vorwürfe. Die von echo24.de aufgeführten Zitate sind Auszüge des Schreibens. Wer das ganze Schreiben von Claus Vogt lesen möchte, findet es unter diesem Link auf der Seite des VfB Stuttgart.

Thomas Hitzlsperger und Claus Vogt befinden sich in einem Machtkampf beim VfB Stuttgart.

Auch wenn einige Fan-Gruppen sich eine Verschiebung der Versammlung vorstellen können, die Argumente von Vogt durchaus greifbar sind, gibt es wohl auch Gegenargumente. Ob es ein weiteres Schreiben eines Kontrahenten geben wird, ist zu diesem Zeitpunkt unklar. Der Alleingang von Vogt hat auf jeden Fall ein Geschmäckle - erst recht in der aktuellen Situation.

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