Thomas Hitzlsperger zieht seine Kandidatur um das Präsidentenamt zurück

Nach Hitzlsperger-Hammer im VfB-Machtkampf: Das sagt Claus Vogt!

Claus Vogt als Präsident des VfB Stuttgart
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Claus Vogt äußert sich zum Rückzug von Thomas Hitzlsperger.
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VfB Stuttgart: Der Machtkampf um das Präsidentenamt nimmt eine neue Wendung - Thomas Hitzlsperger zieht seine Kandidatur zurück. Das sagt Claus Vogt dazu.

Update, 01. Februar: Nachdem Thomas Hitzlsperger am Sonntagabend seine Bewerbung zur Kandidatur zum Präsidenten des VfB Stuttgart zurückgezogen hat, hat sich nun auch Claus Vogt zum Vorgehen des Vorstandsbosses gemeldet. Vogt kurz und knapp auf SID-Anfrage: „Das ist ein Schritt, den ich erwartet habe.“

Mehr hat der Noch-Präsident des VfB Stuttgart nicht gesagt. Nun stehen nur noch Vogt, Volker Zeh und eventuell ein vom Vereinsbeirat vorgeschlagener Kandidat in der engeren Auswahl. Zwei Kandidaten werden dann nominiert und treten in einer Wahl gegeneinander an.

VfB Stuttgart und der Machtkampf: Hitzlsperger-Statement und mögliche Folgen

Erstmeldung, 01. Februar: Beim VfB Stuttgart gab‘s sportlich am vergangenen Samstag endlich wieder was erfreuliches. Beim 2:0-Erfolg gegen Mainz 05 konnte das Team von Trainer Pellegrino Matarazzo endlich den ersten Heimsieg der Saison einfahren und damit auch eine Pleiten-Serie verhindern. Am Sonntag folgte dann der Hitzlsperger-Hammer im Machtkampf.

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Thomas Hitzlsperger zieht seine Kandidatur für das Präsidentenamt des VfB Stuttgart zurück. Der Vorstands-Boss gab dazu am Sonntagabend ein Statement ab - erst am 24. Januar hatte sich der 38-Jährige in einer Pressekonferenz zu den Vorkommnissen der vergangenen Wochen geäußert. Seine Entscheidung habe er getroffen „aus Verantwortung gegenüber dem Verein und den Mitarbeitern“. Hitzlsperger: „Wir brauchen wieder Ruhe im Verein. Mit meiner Entscheidung will ich jetzt meinen Teil dazu beitragen.“

Thomas Hitzlsperger wird nicht weiter zur Wahl des Präsidenten zur Verfügung stehen.

Und der Vorstands-Boss des VfB Stuttgart entschuldigte sich für den Schritt zur Kandidatur. Den Mitgliedern sei bei der Ausgliederung der Profiabteilung 2017 versprochen worden, dass ihre Interessen gegenüber der neuen AG gewahrt bleiben. Mit seiner Bewerbung um das Amt des Präsidenten habe er das „nicht genügend berücksichtigt“.

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Thomas Hitzlsperger: „Wir haben hier auf jeder Ebene wirklich tolle Arbeit geleistet und wir spielen ein sehr gute Saison. Darauf können wir sehr stolz sein. Und darauf will ich mich auch weiterhin konzentrieren. Wir brauchen wieder Ruhe im Verein. Mit meiner Entscheidung will ich jetzt meinen Teil dazu beitragen. Das bin ich euch, dem Verein und letztendlich auch mir selbst schuldig.“

Dem dann gewählten Präsidenten biete ich schon heute eine gute Zusammenarbeit an.

Thomas Hitzlsperger, Vorstandsvorsitzender VfB Stuttgart

Auch zur Datenaffäre beim VfB Stuttgart äußerte er sich. Hitzlsperger wolle die Aufklärung vorantreiben betont er. Er wolle Strukturen und Prozesse schaffen, „die solche Vorkommnisse in Zukunft verhindern“. Hitzlsperger: „Ich möchte durch meine Entscheidung auch den Druck vom Vereinsbeirat nehmen. Dem dann gewählten Präsidenten biete ich schon heute eine gute Zusammenarbeit an.“

VfB Stuttgart: Mögliche Folgen durch den Hitzlsperger-Rückzug

Thomas Hitzlsperger hatte zum Jahreswechsel seine Kandidatur für das Amt des Präsidenten des VfB Stuttgart bekannt gegeben. In einem offenen Brief hat er den amtierenden Präsidenten Claus Vogt scharf kritisiert. Ein weiterer Bewerber ist der Geschäftsmann Volker Zeh aus dem Remstal. Der Vereinsbeirat, der für die Auswahl zuständig ist, hatte zuletzt angekündigt, sich zudem noch nach weiteren potenziellen Kandidaten umzusehen.

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Mit dem Rückzug der Kandidatur war Thomas Hitzlsperger wohl nur schneller als der Vereinsbeirat. Wie die Bildzeitung zuletzt berichtet hatte, soll das Gremium sich für eine Präsidentenwahl OHNE Hitzlsperger und Claus Vogt entschieden haben. Damit wären dann Zeh und der selbst gesuchte Kandidat aufgestellt - und Vogt wäre komplett raus!

Das Statement von Thomas Hitzlsperger im Wortlaut

„Liebe VfBler, ich möchte Euch heute persönlich darüber informieren, dass ich meine Kandidatur zur Präsidentschaftswahl zurückziehen werde. Ich mache das aus Verantwortung gegenüber unserem Verein und gegenüber meinen Mitarbeitern. Denn wir haben hier auf jeder Ebene wirklich tolle Arbeit geleistet und wir spielen eine sehr gute Saison. Darauf können wir sehr stolz sein und darauf will ich mich auch weiterhin konzentrieren. Wir brauchen wieder Ruhe im Verein. Mit meiner Entscheidung will ich jetzt meinen Teil dazu beitragen. Das bin ich Euch, das bin ich dem Verein und das bin ich letztendlich auch mir selbst schuldig. 2017 wurde Euch versprochen, dass bei der Ausgliederung des Profibereichs Eure Interessen gegenüber der neuen AG gewahrt bleiben. Daran möchte ich auch nichts ändern. Aber meine Bewerbung hat das nicht genügend berücksichtigt. Das tut mir leid. Ich möchte, dass die Mitglieder auch in Zukunft ihrem Verein vertrauen und sich auf ein gegebenes Wort verlassen können. Ich möchte auch die Aufklärung in der Datenschutzthematik voranbringen, um dann im Verein die bestmögliche Struktur und Prozesse zu schaffen, die solche Vorkommnisse in Zukunft verhindern. Hier eine Veränderung anzustoßen und auch umzusetzen, das erscheint mir jetzt möglich und wichtig zu sein, um den Verein zukunftsfähig zu machen. Dabei werden mir die Ergebnisse des Prüfberichts von Esecon wie auch die Ergebnisse des Landesdatenschutzbeauftragten sehr helfen. Ich möchte durch meine Entscheidung auch den Druck vom Vereinsbeirat nehmen, dem dann gewählten Präsidenten biete ich schon heute eine gute Zusammenarbeit an. Und ich freue mich, wenn ihr mich dabei unterstützt. Vielen Dank!“

Thomas Hitzlsperger, Vorstandsvorsitzender VfB Stuttgart

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