VfB-Pleite in Würzburg

Wolf wütend: "Das war einfach nur Schrott!"

  • Nicolas Herold
    VonNicolas Herold
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Der VfB liefert in Würzburg eine desaströse Vorstellung ab - und verärgert damit seinen Cheftrainer.

Würzburg jubelt, der VfB ist geknickt.

Hannes Wolf war sauer. Richtig sauer. Der Grund: die Peinlich-Pleite des VfB Stuttgart in Würzburg. Mit einem desolaten 0:3 (0:2) verabschiedete sich der Bundesliga-Absteiger beim Zweitliga-Aufsteiger in die Winterpause. Eine Leistung, die Trainer Wolf richtig auf die Palme brachte. Der fluchte: "Wir waren heute alle nicht auf dem Platz. Das war einfach nur Schrott."

Was den Coach dabei am meisten aufregte: die Einstellung. Die Stuttgarter ließen sich von den Würzburgern 90 Minuten lang den Schneid abkaufen. Gegenwehr? Nicht vorhanden! Und das, obwohl klar war, was auf das "Wolfsrudel" zukommen würde. Die Stuttgarter verloren jedoch nahezu jeden wichtigen Zweikampf. Klarer Knackpunkt im Spiel: das 0:1 durch Rico Benatelli in der 27. Minute. Anstatt daraufhin das Tempo zu erhöhen, wurde der VfB noch lethargischer und fing sich folgerichtig nur 13 Minuten später den nächsten Treffer durch Clemens Schoppenhauer.

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Ganz klar: Der Gegner, das Team von Trainer Bernd Hollerbach, war an diesem Sonntag das genaue Gegenstück zum VfB. Kämpferisch, leidenschaftlich, aggressiv - dazu ausgestattet mit einem genauen Plan. VfB-Coach Wolf war dementsprechend frustriert: "Wir haben es nicht geschafft, dagegen zu halten." Und das gegen ein Team, das vor zwei Jahren noch in der Regionalliga aktiv war.

Was ihn am meisten störte? Wolf: "Ein bisschen kicken und ein paar Pässe spielen, aber nicht die Intensität gehen und die Zweikämpfe nicht voll zu führen, reicht nicht." Manager Jan Schindelmeiser sah das nach dem Spiel ähnlich: "Es reicht nicht, zu glauben, dass man einigermaßen kicken kann in der zweiten Liga."

Das sind die Helden des VfB Stuttgart

Robert Schlienz und "sein" Neckarstadion. Das Foto ist aus dem Jahr 1983. Vielleicht war er der beste Spieler, den der VfB je gesehen hat. Sein großes Markenzeichen: das Fehlen des linken Unterarms. 1960 beendete er seine Karriere. Danach war er aber immer wieder im Neckarstadion anzutreffen.
Einmal VfB, immer VfB. Hermann Ohlicher lief in der Bundesliga nur für einen Verein auf: den VfB Stuttgart. Und das ganze elf Jahre lang. Dabei erzielte er in 318 Spielen insgesamt 96 Tore. Größter Erfolg: die deutsche Meisterschaft 1984. Ein Jahr später war dann endgültig Schluss.
Neun Jahre führte Ernst Hadewicz, hier in unnachahmlicher Schusshaltung, den VfB als Führungsspieler an. Einer der wenigen Spieler, die vom FC Bayern zu den Schwaben wechselten und dann die große Karriere starteten.
Das berühmteste Brüderpaar der VfB-Geschichte: Karlheinz (links) und Bernd Förster. Hier nehmen sie Ex-Präsident Gerhard Meyer-Vorfelder in die Mitte. 1984 wurden sie mit den Stuttgartern Meister.
Das sind die Helden des VfB Stuttgart

Hat der VfB im Fußball-Unterhaus etwa zu viele Schönspieler im Team - und zu wenige Arbeiter? Beim Würzburg-Desaster war das zumindest der Fall. Wolf erklärte: "Wenn du dich zu sehr über Technik definierst, dann ist das problematisch. Du brauchst die Voraussetzung, körperlich Vollgas zu geben. Dazu musst du unter Vollstrom die Orientierung behalten und unter Druck Bälle behalten – und das haben wir heute nicht getan."

Dabei gab es für den VfB genügend Anreize, gegen die Franken genau diese Attribute abzurufen. Mit einem Sieg hätten die Schwaben die Feiertage als Tabellenführer verbringen können. So steht nach der Vorrunde nur der dritte Tabellenplatz. Ein Umstand, der auch die gesamte Hinrunde nun etwas negativer aussehen lässt. Oder wie es Wolf ausdrückte: "Gerade finde ich es scheiße…" Dem war nach dieser Peinlich-Pleite nix hinzuzufügen.

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