Weiterarbeiten zahlt sich aus
Mehr Geld in der Rente: Wie Senioren ihr Einkommen deutlich aufbessern können
VonAdrian Kilbschließen
Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat und weiter arbeitet, bekommt das vom Staat finanziell schmackhaft gemacht. Welche Möglichkeiten ältere Beschäftige haben.
Wer vorhat, frühzeitig in den Ruhestand zu gehen, sollte sich das gut überlegen. Der frühe Renteneintritt mit 63 Jahren ist zwar grundsätzlich möglich – allerdings an Bedingungen geknüpft und mit dem Verzicht auf bares Geld verbunden. In dem Fall gibt es nämlich ordentlich Abschläge bei der Rente, die bei etwa 200 Euro im Monat und 3,6 Prozent im Jahr liegen. Für Frührentner könnten künftig noch härtere finanziellen Folgen drohen. Ökonomen fordern, die Abschläge für diese Arbeitnehmer auf 5 bis 6 Prozent zu erhöhen.
Wie Rentner ihre Ruhestandsbezüge aufbessern können
Zwar können auch beim Arbeiten während der Rente negative finanzielle Folgen drohen – die sind aber eher selten. Wer im regulären Renteneintrittsalter noch die Lust verspürt, weiterzuarbeiten, bekommt das in der Regel vom Staat großzügig honoriert.
Für jeden Monat, den die Rente nicht vor dem gesetzlichen Rentenalter noch nicht in Anspruch genommen wird, erhöht sich die Rente um 0,5 Prozent, informiert die Deutsche Rentenversicherung (DRV). Das sind immerhin sechs Prozent jährlich mehr im Geldbeutel. Wer freiwillig länger arbeitet, kassiert auch weiter Rentenpunkte für die Beiträge, die noch eingezahlt werden.
Satte Prämie winkt – das bekommen Senioren, die im Rentenalter weiter arbeiten
„Bei einem Durchschnittsverdienst von 38.901 Euro brutto pro Jahr steigt die Rente zusätzlich um rund knapp drei Euro pro Monat“, erklärt die DRV. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten ab 50 kann sich einer kürzlich veröffentlichten Umfrage des Karrierenetzwerks Xing zufolge vorstellen, über das Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten.
Darüber hinaus tut sich für arbeitswillige Ruheständler bald eine neue Möglichkeit auf. Das Bundeskabinett
hat Pläne für eine neue Prämie für Menschen auf den Weg gebracht. Mit der sogenannten Rentenaufschubprämie können sich die Rentner im Arbeitsmodus die Anwartschaften auch auf einen Schlag auszahlen lassen. Das Vorhaben gehört zu der im Juli von der Ampel-Koalition vereinbarten „Wachstumsinitiative“ und muss nun noch im Bundestag beraten und beschlossen werden.
Rentenaufschubprämie wohl abgabenfrei – Auszahlung von rund 22.000 Euro
Die Prämie soll abgabenfrei sein und sich aus der Höhe der entgangenen Rente und den Krankenversicherungsbeiträgen ergeben, die die Rentenkasse für die Zeit der Weiterbeschäftigung für die Betroffenen spart.
Nach Berechnung des Sozialverbands VdK könnte damit jemand, der bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze etwa einen Rentenanspruch von 1.600 Euro brutto erreicht hat und dann ein Jahr zum Durchschnittsverdienst weiterarbeitet, eine steuerfreie Auszahlung von rund 22.000 Euro bekommen. Das Bundesfinanzministerium stellte klar, dass die Prämie sozialabgabenfrei sein werde, ob auch steuerfrei, werde derzeit noch geprüft.
Rubriklistenbild: © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

